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	<description>Kapitalistisches Elend - Sozialistische Antworten</description>
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		<title>Ich benutze jetzt auch Twitter</title>
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		<pubDate>Thu, 25 Aug 2011 22:39:04 +0000</pubDate>
		<dc:creator>krempel</dc:creator>
				<category><![CDATA[Herrschaftspolitik]]></category>

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		<description><![CDATA[Ich weiß noch nicht so recht, inwiefern ich es nutzen werde. Erstmal belasse ich es wohl dabei, für mich und hoffentlich für Andere Links zu posten. Vorrangig zu politischen Themen, in irgendeiner Form zumindest. Zu finden bin ich unter dieser Adresse https://twitter.com/#!/Wedekamp Einsortiert unter:Herrschaftspolitik<img alt="" border="0" src="http://stats.wordpress.com/b.gif?host=prevalence.wordpress.com&amp;blog=1251455&amp;post=411&amp;subd=prevalence&amp;ref=&amp;feed=1" width="1" height="1" />]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Ich weiß noch nicht so recht, inwiefern ich es nutzen werde. Erstmal belasse ich es wohl dabei, für mich und hoffentlich für Andere Links zu posten. Vorrangig zu politischen Themen, in irgendeiner Form zumindest. Zu finden bin ich unter dieser Adresse <a title="https://twitter.com/#!/Wedekamp" href="https://twitter.com/#!/Wedekamp">https://twitter.com/#!/Wedekamp</a></p>
<br />Einsortiert unter:<a href='http://prevalence.wordpress.com/category/herrschaftspolitik/'>Herrschaftspolitik</a>  <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/gocomments/prevalence.wordpress.com/411/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/comments/prevalence.wordpress.com/411/" /></a> <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/godelicious/prevalence.wordpress.com/411/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/delicious/prevalence.wordpress.com/411/" /></a> <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/gofacebook/prevalence.wordpress.com/411/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/facebook/prevalence.wordpress.com/411/" /></a> <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/gotwitter/prevalence.wordpress.com/411/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/twitter/prevalence.wordpress.com/411/" /></a> <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/gostumble/prevalence.wordpress.com/411/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/stumble/prevalence.wordpress.com/411/" /></a> <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/godigg/prevalence.wordpress.com/411/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/digg/prevalence.wordpress.com/411/" /></a> <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/goreddit/prevalence.wordpress.com/411/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/reddit/prevalence.wordpress.com/411/" /></a> <img alt="" border="0" src="http://stats.wordpress.com/b.gif?host=prevalence.wordpress.com&amp;blog=1251455&amp;post=411&amp;subd=prevalence&amp;ref=&amp;feed=1" width="1" height="1" />]]></content:encoded>
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		<title>Breiviks Attentate und der tägliche Terrorismus</title>
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		<pubDate>Tue, 23 Aug 2011 18:20:22 +0000</pubDate>
		<dc:creator>krempel</dc:creator>
				<category><![CDATA[Faschismus]]></category>
		<category><![CDATA[Herrschaftspolitik]]></category>
		<category><![CDATA[Medien]]></category>

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		<description><![CDATA[Am 22. Juli hat der Norweger Anders Behring Breivik in Oslo einen doppelten Terroranschlag verübt. Durch einen Bombenanschlag im Regierungsviertel tötete er acht Menschen um danach auf einem Camp der sozialdemokratischen Jugend ein Massaker an 69 Jugendlichen anzurichten. Doch was ist der Hintergrund dieses widerlichen Verbrechens? Inzwischen ist bekannt, dass Breivik Anti-Kommunist und Anti-Islamist ist [...]<img alt="" border="0" src="http://stats.wordpress.com/b.gif?host=prevalence.wordpress.com&amp;blog=1251455&amp;post=407&amp;subd=prevalence&amp;ref=&amp;feed=1" width="1" height="1" />]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Am 22. Juli hat der Norweger Anders Behring Breivik in Oslo einen doppelten Terroranschlag verübt. Durch einen Bombenanschlag im Regierungsviertel tötete er acht Menschen um danach auf einem Camp der sozialdemokratischen Jugend ein Massaker an 69 Jugendlichen anzurichten. Doch was ist der Hintergrund dieses widerlichen Verbrechens?<span id="more-407"></span></p>
<p>Inzwischen ist bekannt, dass Breivik Anti-Kommunist und Anti-Islamist ist und Verbindungen zur rechtsextremen Szene hatte. Am Tag des Verbrechens veröffentlichte er ein 1500 Seiten langes Manifest im Internet, wo er seine Motivation und seinen Antrieb klar und offen darlegt: Verteidigung der christlichen Kultur gegen die Gefahr des Islams, der versuchen würde seine Werte der westlichen Welt aufzudrücken. Außerdem ging es darum, diejenigen zu bestrafen, die in seinen Augen Verrat an der christlichen Kultur geübt hätten: Die regierende Sozialdemokratie, und damit die heranwachsende sozialdemokratische Jugend. Diese seien in seinen Augen dafür verantwortlich, dass der Islam sich immer weiter ausbreiten könne.</p>
<p>Die Presse war sich schnell einig: „Wahnsinn“ war das, die Tat eines „Psychos“, die weder „erklärbar“ noch „begreifbar“ sei. Das verwundert angesichts der Tatsache, dass solche Politik und Ansichten in den europäischen Gesellschaften nicht nur verbreitet, sondern sogar regierungsfähig sind. Angela Merkel und ihr Verbündeter Sarkozy stellten erst letztens fest, dass der „Multikulturalismus“ – Hassobjekt für Breivik – gescheitert sei. Und noch weiter, war doch erst vor einigen Monaten ein Buch wochenlang in der Bestseller-Liste, welches mit Breiviks Ideologie nicht nur Ähnlichkeiten aufweist, sondern quasi identisch ist! Im Buch von Thilo Sarrazin wurde der Islam als die Gefahr für die deutsche Nation bezeichnet und die deutschen Regierungen als Verräter bezeichnet, da sie nichts gegen diese Gefahr tun würden! Und noch immer ist Sarrazin nicht aus der SPD ausgeschlossen wurde, die mit der norwegischen Sozialdemokratie international verbunden ist.</p>
<p>Der Wahnsinn, den Breivik umtreibt, ist nicht der seiner Ansichten oder der, dass er seiner Überzeugung Taten folgen lässt. Wahnsinn ist einzig seine Einschätzung, dass die Herrschenden &#8211; seit dem Kalten Krieg und bis heute Anti-KommunistInnen durch und durch &#8211; nichts gegen den „Islam“ tun würden. Bereits in den 90er Jahren sprach der etablierte Politikwissenschaftler Samuel P. Huntington vom „Kampf der Kulturen“ und spätestens seit dem 11. September ist der „Islam“ bzw. das, was sie als Islam bezeichnen, das neue Feindbild westlicher Außenpolitik. Das Schreckgespenst diente dazu die Kriege in Afghanistan und dem Irak zu legitimieren und zur Verschärfung der Ausländergesetze. Und vor allem dazu, die ArbeiterInnen zu spalten und von ihrem wirklichem Feind, den Bossen und Bankern, abzulenken. Niedriglohn und Zeitarbeit lassen sich gegenüber ausgegrenzten und scheinbar machtlosen MigrantInnen noch besser durchsetzen. Um es dann auch den anderen ArbeiterInnen aufzuzwingen!</p>
<p>Seit Jahren leben die Herrschenden einen Hass auf MigrantInnen und die arabische Bevölkerung vor, dass Breiviks Ansichten nicht überraschen sollten. Seine Morde sind nichts im Vergleich mit der Vernichtungskraft europäischer Armeen im Nahen Osten. Auch heute noch beteiligt sich die sozialdemokratische Regierung Norwegens an der Bombardierung Lybiens und ist in den Afghanistankrieg involviert. Selbst als bekannt wurde, dass Breivik ein weißer, gebildeter Christ ist, wurde in Zeitungen darüber debattiert, inwiefern sich islamischer Terrorismus nun verschärfen würde! Und natürlich war der Zeigefinger schnell auf die muslimische Bevölkerung gerichtet als das Attentat bekannt wurde.</p>
<p>Was die Medien und Herrschenden schockiert, das sind nicht die Taten selbst. Es ist, dass er es nicht in ihrem Namen, in ihrer Uniform getan hat. Es schockiert, dass tatsächlich jemand glaubt, dass der Westen nicht seine Herrschaft und Kontrolle über die Halbkolonien brutal durchsetzen würde. Wir sollten uns von solchem Unsinn nicht ablenken lassen. Die wahren TäterInnen, die Breivik zu seinen brutalen Taten getrieben haben, sitzen noch immer an den Hebeln der Macht. Die KapitalistInnen können mit Breiviks Taten gut leben und sie setzen dem Morden nichts entgegen außer noch mehr Gewalt für ihre Profitinteressen. Wir sollten uns solidarisieren mit denjenigen, die von Rechten und den Herrschenden unterdrückt und ausgebeutet sind. Denn letztlich steht uns jedeR ArbeiterIn im Nahen Osten näher, als die christlichen KapitalistInnen, die solch ein Elend jeden Tag ganz bewusst geschehen lassen. Wir leben nicht im Kampf der Kulturen, sondern im Kampf der Klassen. Und die da oben können uns außer Ausbeutung nichts bieten.</p>
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		<title>Deutschland in der Krise, Teil 3: Außenpolitik</title>
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		<pubDate>Tue, 30 Nov 2010 19:13:10 +0000</pubDate>
		<dc:creator>krempel</dc:creator>
				<category><![CDATA[Herrschaftspolitik]]></category>

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		<description><![CDATA[Mit deutlichen Schritten versucht die deutsche Bourgeoisie ihre Stellung in der Welt zu verbessern. Kann sie die Krise nutzen, um sich ein größeres Stück vom Kuchen zu sichern? Viele JournalistInnen waren überrascht, als sich mit der mehr und mehr verschärfenden Wirtschaftskrise – und ganz besonders mit dem Ausbruch der europäischen Schuldenkrise – der deutsche Staat [...]<img alt="" border="0" src="http://stats.wordpress.com/b.gif?host=prevalence.wordpress.com&amp;blog=1251455&amp;post=376&amp;subd=prevalence&amp;ref=&amp;feed=1" width="1" height="1" />]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Mit deutlichen Schritten versucht die deutsche Bourgeoisie ihre  Stellung  in der Welt zu verbessern. Kann sie die Krise nutzen, um sich  ein  größeres Stück vom Kuchen zu sichern? <span id="more-376"></span> <img title="Weiterlesen..." src="https://klassegegenklasse.wordpress.com/wp-includes/js/tinymce/plugins/wordpress/img/trans.gif" alt="" /></p>
<p>Viele  JournalistInnen waren überrascht, als sich mit der mehr und  mehr  verschärfenden Wirtschaftskrise – und ganz besonders mit dem  Ausbruch  der europäischen Schuldenkrise – der deutsche Staat deutlich  dominant  gerierte. In unzähligen Artikeln und Kommentaren herrschte  Verwunderung  oder gar Entsetzen darüber, dass die Bundesrepublik, die  vormals immer  als Verfechterin des europäischen Einigungsprozesses  galt, ihre  Interessen so rigoros durchsetzte.</p>
<p>Die mit der Bundestagswahl  2009 an die Regierung gelangten  CDU/CSU-FDP stehen für eine Forcierung  deutscher Großmachtspolitik, für  die Krise des Euro im Frühjahr 2010  neue Gelegenheit bot. Die Ziele  und Wünsche der konservative Regierung  repräsentieren dabei sicherlich  die Mehrheit der deutschen Bourgeoisie  und durchaus auch eine  Kontinuität zu der auch von der SPD verfolgten  Linie. Tatsächlich  scheint zumindest außenpolitisch mehr oder wenige  große Einigkeit über  die Richtung zu herrschen, in die die BRD gehen  soll.</p>
<p>Diese steht in Tradition mit deutschen Großmachtambitionen  und  Herrschaftsvorstellungen, die schon seit der Gründung des deutschen   Reiches existieren. Zwar haben historische Vergleiche immer den   Nachteil der Ungenauigkeit, gleichzeitig lassen sie Rückschlüsse über   die politische und ideologische Tradition der deutschen herrschenden   Klasse.</p>
<h3>Traditionen des deutschen Imperialismus</h3>
<p>Schon  die Einigung Deutschlands unter Preußen entstand aus dem  politischen  Kalkül der aufstrebenden deutschen Bourgeoisie: Die war  sich der  Tatsache bewusst, dass ihre Existenz im sich entwickelnden  europäischen  Kapitalismus längst nicht gesichert war und die Größe der  deutschen  Kleinstaaten die Entwicklung des Kapitalismus stark  behinderte. Bismarck  war sein Leben lang stolzer Preuße – und kein  Deutscher.  Nichtsdestotrotz drängte er auf einen kleindeutschen  Einigungsprozess,  um einerseits Preußens Stellung und Existenz zu  sichern, den größten  Konkurrenten Preußens, Österreich, auszuschalten,  aber vor allem den  Kapitalismus durch einen Binnenmarkt ohne  Zollgrenzen eine freie  Entwicklung zu ermöglichen. Der  deutsch-französische Krieg bot dafür die  perfekte Vorlage und schuf so  das Deutsche Reich unter preußischer  Vormachtstellung. Und trotz  Bismarcks sozialer Herkunft aus dem  Junkertum war es diese Politik, die  die bürgerliche Revolution von 1848  von oben vollendete und dem  deutschen Bürgertum die Macht im deutschen  Staat sicherte.</p>
<p>Genau dieses Reich setzte in den Jahren unter  Bismarck, der sich  selbst als „ehrlichen Makler“ bezeichnete, auf  Ausgleich zwischen den  Mächten (vor allem die so genannte  „Rückversicherungspolitik“ gegenüber  Russland), um sich einerseits  unverzichtbar zu machen und andererseits  nicht in einem Zweifrontenkrieg  zerrieben zu werden. Diese Politik  konnte sich in der (klein-)deutschen  Bourgeoisie allerdings mit der  Zeit nicht mehr durchsetzen und mit dem  Heraufbrechen des Imperialismus  verließ Bismarck 1890 frustriert seinen  Posten. Die Folgejahre waren  mehr und mehr von deutschen  Großmachtansprüchen und  innerimperialistischen Konflikten geprägt, die  schließlich im Ersten  Weltkrieg mündeten. Er ist Ausdruck der Krise, die  den Kapitalismus  erfasste, die dazu führte, dass der deutschen  Bourgeoisie Deutschland  längst nicht mehr groß genug war, sondern ein  Europa unter Deutschland  her sollte, um sich weltweite Macht und Profite  zu sichern.</p>
<p>Der Krieg scheiterte – unter anderem daran, dass  die  Ausgleichspolitik der Jahre zuvor aufgegeben wurde und der   Zweifrontenkrieg Deutschland beinahe zerstörte. Die Herrschenden hätten   sich glücklich schätzen können, dass die russische Revolution ihren   Ostgegner lahmlegte – doch einerseits gab es die berechtigte Angst vor   einer Ausbreitung der Revolution und andererseits hoffte man natürlich   dem stark geschwächten Gegner noch ordentliche Konzessionen   abzugewinnen. Schlussendlich konnte der Erste Weltkrieg die   innerimperialistischen Widersprüche allerdings nicht lösen und es   bedurfte den Aufstieg des Nationalsozialismus und den Zweiten Weltkrieg,   massiv gestützt von und im Interesse der herrschenden Klasse.</p>
<p>Erneut  wäre es der Feind im Osten – diesmal die Sowjetunion –  gewesen, der  Deutschland beinahe hinweggefegt hatte. Und erneut konnten  sich die  deutschen Herrschenden glücklich schätzen, der Unterstützung  ihrer  ehemaligen Feinde (USA, England, Frankreich) sicher zu sein. Zwar  hatte  man bereits den Morgenthau-Plan in der Schublade, der vorsah den   deutschen Imperialismus wieder in unwichtige Agrarländer zu zerlegen –   also den Zustand vor dem Deutschen Reich. Doch die Angst vor dem   „Kommunismus“ (selbst in der karrikaturhaften Form des Stalinismus) war   weit größer als vor dem erneuten Aufstieg deutscher  Großmachtambitionen.</p>
<p>Der  Kalte Krieg konnte durch die Blockkonfrontationen die  Herausbildung  eigenständiger deutscher Interessen verhindern, verstärkt  durch die  Regeln, die dem (west-) deutschen Kapitalismus auferlegt  wurden. Doch  mit der Wiedervereinigung, die auch Nationalgefühlen neuen  Aufstieg  verlieh, war der Weg mehr und mehr frei für eigenständige  deutsche  Interessen. Letzte Schritte in diese Richtung waren die  entscheidenden  Siege über die deutsche ArbeiterInnenbewegung bis 2005,  verbunden mit  massiven Umstrukturierungen, und der durch die WM 2006  gestützte  Aufschwung des Patriotismus – man war (und ist) wieder wer.  Damit  verbunden waren eine Demoralisierung der ArbeiterInnenklasse und  ihre  Integration in die Standortlogik.</p>
<h3>Machtkampf in Europa</h3>
<p>Diese  historische Entwicklung macht von vornherein viele Interessen,  Wünsche  und Handlungsweisen des deutschen Kapitals deutlich. Allein  die  geographische Lage – aber auch die eigenständige wirtschaftliche  Kraft –  zwingt die deutschen Herrschenden dazu, sich im Zeitalter des   globalisierten Kapitalismus, mit einer europäischen Einigung   auseinanderzusetzen. Hatte man 1914 und 1939 noch versucht, diese durch   Krieg zu erzwingen und damit die deutsche Vorherrschaft in Europa zu   erobern und zu sichern, so war diese Möglichkeit spätestens 1945   ausgeschlossen. Zu groß war die Bedrohung durch die Sowjetunion und die   Abhängigkeit von den USA. Auch die militärische Macht fehlte – von den   ideologischen Kosten, die kaum abzuschätzen waren, einmal abgesehen. Es   musste also ein „friedlicher“ Weg her, den mehr und mehr die EU   repräsentierte.</p>
<p>Mit der Umstrukturierung der deutschen Wirtschaft (<a href="http://www.sozialismus.net/content/view/1516/57/">siehe Teil 1</a>),   der Einführung des Euro und der damit verbundenen Schaffung eines   europäischen Binnenmarktes, konnte sich die deutsche Wirtschaft mehr und   mehr bereichern. Tatsächlich hat der Prozess des deutschen Egoismus,   den viele bürgerliche JournalistInnen nun kritisieren, bereits weit   früher angefangen. Die weithin bekannte Abhängigkeit der deutschen   Wirtschaft vom Export (um die 40%) und die Ignoranz des Binnenmarktes   führten – und führen – dazu, dass die BRD vom Projekt der EU mehr   profitiert als alle anderen Staaten. Die vor kurzem verkündeten hohen   Wachstumszahlen sollten nicht blind machen: Eine neue Wachstumsdynamik   besteht nicht. Aber sie zeigen deutlich, dass sich die BRD auf Kosten   der anderen europäischen Staaten gesund wirtschaften will.</p>
<p>Die  Herrschenden können also je nach Notwendigkeit den  Lebensstandard der  deutschen ArbeiterInnenklasse zerlegen und  staatliche Ausgaben kürzen,  ist das doch für die Profite deutscher  Unternehmen längst nicht so  relevant. Dies provoziert natürlich  Widerstand von Ländern, in denen  sich ein massives Defizit  herausgebildet hat und sich daher einen  stärkeren deutschen Binnenmarkt  wünschen – unter anderem die zweite  Hälfte des vor einigen Jahren noch  so hoch gelobten Zwillingsgestirns  Berlin-Paris. Immer wieder kam  Kritik von südeuropäischen Ländern,  teilweise unter Beteiligung von  Frankreich, dass die Binnennachfrage in  Deutschland angekurbelt werden  solle, um den europäischen Zusammenhalt  zu verstärken.</p>
<p>So sehr die deutsche Bourgeoisie ihre Interessen  gegenüber Ländern  der EU-Peripherie durchzusetzen bereit ist, so sehr  ist der Ausgleich  und die Kooperation mit Frankreich für sie essentiell.  Der deutsche  Imperialismus braucht die EU als ökonomisches, politisches  und  militärisches Projekt, um global eine relevante Rolle spielen zu   können. In der Realität betreibt Deutschland die Herausbildung eines   Europas der konzentrischen Kreise, Das bedeutet im Zentrum ein   Kerneuropa mit größerer Vereinheitlichung, darum herum die restliche EU   und noch weiter außen die an die EU angedockten „Partner“ und   Einflusszonen. Ein solches, ökonomisch von Deutschland dominiertes   Europa muss außerdem logisch ein Bündnis mit Russland anstreben, um   einen von den USA unabhängigen Rohstoff- und insbesondere Energiezugang   zu haben; eine Politik, für die der deutsche Ex-Kanzler Schröder seit   langem steht und die von Merkel im Wesentlichen fortgesetzt wird.</p>
<p>Für  das angesprochene Kerneuropa in Frage kommen neben Deutschland   natürlich die Benelux-Länder, Österreich und einige andere, vor allem   aber Frankreich, denn ohne die deutsch-französische Achse wäre das   gesamte Projekt zum Scheitern verurteilt. Dementsprechend lässt sich die   deutsche Bourgeoisie das politische Bündnis mit Frankreich und das   militärische Gewicht der französischen Streitkräfte auch ökonomische   immer wieder etwas kosten. Welche Rolle die deutsch-französische   Kooperation in der EU weiterhin spielt, zeigte die gemeinsame Initiative   von Merkel und Sarkozy beim EU-Gipfel im Oktober 2010.</p>
<p>Ein  Europa der konzentrischen Kreise birgt natürlich auch  Konfliktpotential.  Das derzeit deutlich größere Wachstum der deutschen  Wirtschaft geht  natürlich auf Kosten anderer europäischer Länder und  hilft der BRD ihre  Politik tatsächlich auch durchsetzen zu können.  Dementsprechend wehren  sich Länder der EU-Peripherie gegen eine  Kerneuropa-Projekt, dagegen,  dass ihr Einfluss, ihre Mitsprache und  ihre Chance reduziert werden,  ihre wirtschaftlichen Probleme auf Kosten  der finanziell besser  ausgestatteten Länder zumindest abzuschwächen.</p>
<p>Die BRD versucht  im Gegenzug, die Bourgeoisien der EU-Peripherie  politisch zu  unterwerfen und der europäischen Politik den eigenen  Stempel  aufzudrücken. Dies gilt nicht nur für die Haushaltsplanung, wo   Deutschland für Finanzkontrolle eintritt – aus Angst, am Ende selbst  die  Kosten tragen zu müssen. Auch deshalb versucht sich Merkel mehr und   mehr in die Haushalte anderer europäischer Länder einzumischen.   Natürlich geschieht dies über die Ebene der EU, praktisch ist es aber   der wirtschaftliche Druck, den die BRD mit der Drohung von   Nicht-Unterstützung ausüben kann, der politisch bestimmend ist.</p>
<h3>Orientierung Richtung Osten?</h3>
<p>Aber  auch in anderen Fragen versuchen die Herrschenden in  Deutschland,  angeführt von der angeblichen „Mutter der Nation“ Merkel,  sich  durchzusetzen, am prominentesten in der Energiepolitik. Dabei  drängen  deutsche Think Tanks immer wieder auf die Entwicklung eines   gesamteuropäischen Energiemarktes und die Entwicklung einer   gesamteuropäischen Energiepolitik. Dass dabei natürlich vor allem von   Osteuropa beziehungsweise Russland, der Nabucco-Pipeline durch die   Nahost-Region (und damit die Türkei) und ähnlichen Projekten gesprochen   wird, ist kein Zufall. Denn die BRD erhält so gut wie keine   Energierohstoffe aus Afrika (zum Beispiel Marokko), wie das Frankreich   tut, und interessiert sich daher herzlich wenig dafür. Im Gegenteil hat   für die BRD die Weiterentwicklung der Beziehungen zu Russland hohe   Priorität.</p>
<p>Tatsächlich geht es der BRD aber um noch weit mehr.  Dies fängt bei  der „östlichen Partnerschaft“ an, ein Projekt um  strategisch wichtige  Länder Osteuropas an die EU heranzuführen, diese  politisch und  wirtschaftlich zu fördern. Diese sind nicht nur  strategisch wichtig,  wie zum Beispiel die Ukraine für die  Energiepolitik, sondern gerade  Osteuropa bildet für den deutschen  Imperialismus ein Reservoir billiger  Arbeitskräfte und steht zum Teil in  halb-kolonialer Abhängigkeit zu  Deutschland. Allein in die Ukraine  belaufen sich die ausländischen  Direktinvestitionen (ADI) aus  Deutschland auf 6,6 Milliarden US-Dollar.  Aserbaidschan wiederum ist der  sechst wichtigste Öllieferant für  Deutschland.</p>
<p>Mit Russland  konnten große Spannungen diesbezüglich bisher vermieden  werden. Im  Gegenteil ist man in Deutschland weiterhin um Nähe zur  Russischen  Föderation bemüht. Deutschland ist Nummer Eins, sagte der  Präsident  Dmitri Medwedew laut  „Jungle World“ bei Treffen der  deutschen und  russischen Regierungen im Juli in Jekaterinburg. Russland  wünscht sich  Modernisierung, um im imperialistischen Machtgefüge nicht  abgehängt zu  werden. Die BRD ist an mehreren Dingen interessiert. Vor  allem geht es  natürlich um Öl und Gas. Die Energiefrage wird auch für  die weltweite  Bourgeoisie immer mehr politisch brisant. Gute  Beziehungen Richtung  Osten sind daher unerlässlich – auch und gerade,  um nicht von  US-kontrollierten Öltanker-Routen abhängig zu sein.. Da  können keine  Krisen bezüglich der östlichen Partnerschaft riskiert  werden. So möchte  man Russland zu ausgewählten Projekten einbinden, um  auch russische  Interessen zu wahren.</p>
<p>Natürlich geht es aber auch um  Exportsteigerungen, die Deutschland  für seine europäische  Vormachtstellung benötigt – und die  selbstverständlich der  kapitalistische Selbstzweck sind, um größere  Profite einzufahren und  daraufhin noch mehr exportieren zu können. Und  so weiter. Bei dieser  Entwicklung geht es allerdings nicht nur um  Russland. Auch die Türkei  ist im Fokus der Herrschenden. Immer wieder  werden Debatten angestoßen,  wie und ob man die Türkei in die EU  integrieren will. Die Positionen  reichen dabei von einer Aufnahme bis  zu klarer Ablehnung. Klar ist aber,  dass mit der ständigen  Krisensituation im Nahen Osten, dem Rechtsruck  Israels  und dem  möglichen Aufstieg des Irans, die Rolle der Türkei  deutlich gestärkt  wurde. So sieht sich die Türkei als Tor Richtung  „Abendland“, als  Verbindungsglied zwischen westlicher und islamischer  Welt.</p>
<p>Die Türkei kann dabei  für sich in Anspruch nehmen, eine  bürgerliche  Demokratie zu sein, die zumindest versucht die Rolle des  Militärs im  Staat zu schwächen. Damit orientiert sie sich Richtung  Westen und wird  mehr zu einem verlässlichen Partner, der Einfluss auf  kleinere Staaten  der arabischen Welt nehmen kann. Von der  wirtschaftlichen Bedeutung und  dem Wunsch einer „Energiedrehscheibe  Türkei“ einmal abgesehen – so  soll die Nabucco Pipeline ja durch die  Türkei laufen – hat die Türkei  also auch politische Bedeutung. Den  deutschen Herrschenden ist durchaus  bewusst, dass die ständige Unruhe  für die Energieversorgung von  Nachteil ist und das Ansehen, dass die  Türkei in der islamischen Welt  genießt, kann zu einer stärkeren  Kontrolle dieser Region durch die EU  führen. Es geht also sowohl um die  Versorgung mit Öl und Gas aus der  kaspischen Region über die Türkei als  auch um politische  Entscheidungsgewalt im Nahen und Mittleren Osten.</p>
<p>Die  Orientierung Richtung Osten geht aber weit über unmittelbare   europäische Nachbarländer hinaus. Wie der Besuch der Kanzlerin in   Russland und China gezeigt hat, liegt auch die Volksrepublik (VR) im   Blickfeld deutscher Profitinteressen. Der asiatische Markt ist dabei für   die BRD sogar noch wichtiger als Russland. So hat die EU am 15.  Oktober  das wichtigste Freihandelsabkommen abgeschlossen, das je mit  einem  Drittland unterzeichnet wurde: mit Südkorea. Südkorea ist der   drittwichtigste Absatzmarkt der BRD in Asien, nach China und Japan – und   vor Indien. Noch wichtiger ist aber zweifelsohne die VR. Die  Delegation  der Kanzlerin begleiteten Bosse von Daimler Benz, Siemens,  BASF und  Volkswagen.</p>
<p>Deutschland ist für China der deutlich wichtigste  Handelspartner in  der EU. 36 Milliarden Euro betrugen die Exporte der  Bundesrepublik nach  China 2009, die Importe 55 Milliarden. Im Vergleich  mit der VR fiel  der Export nach Russland um 30%. Die deutschen Exporte  nach China sind  in den ersten Monaten des Jahres 2010 um stattliche 50%  gewachsen – und  auch nach Russland um immerhin 25%.</p>
<p>In der  Entwicklung nach Osten scheint sich das deutsche Kapital  recht einig zu  sein. Investitionen sollen verstärkt, Handelsbeziehungen  aufgebaut  werden und auch die politischen Beziehungen enger werden.  Gerade weil  auch die VR von Seiten der USA Aufforderungen erhält, den  Binnenmarkt  anzukurbeln, sehen sich die Bundesrepublik und die  Volksrepublik mit  derselben politischen Kritik konfrontiert. Solche  Kontroversen zeigen  lediglich, dass die USA Einflussbereiche  verteidigen, während die BRD  versucht die ihren auszuweiten. Die  jeweiligen Mittel sind der  jeweiligen Situation und den entsprechenden  Möglichkeiten angepasst.</p>
<h3>Imperialismus &amp; Militär</h3>
<p>Angesichts  der Gefahr, dass der europäische und weltweite  Kapitalismus erneut in  die Krise rutscht, stellt sich für die BRD als  imperialistische Macht  mit Herrschaftsambitionen innerhalb der EU auch  die Frage militärischer  Interventionen. Erst vor kurzem wurde die  deutliche Reduktion  (inklusiver einer faktischen Aussetzung der  Wehrpflicht) der Bundeswehr  beschlossen, mit dem Ziel sie in eine reine  Interventionsarmee zu  verwandeln.</p>
<p>Dabei endet es jedoch nicht. Schon seit einigen  Jahren fordern  diverse politische Kräfte in der BRD die Formierung einer   gesamteuropäischen Armee oder zumindest einer europäischen Mischung aus   Polizei und Militär – einer europäischen Gendarmerie.</p>
<p>Die Idee  beruht auf den Erfahrungen, die die BRD durch das Verbot  des  Militäreinsatzes im Inneren gemacht hat. So wurde beispielsweise  der  „Bundesgrenzschutz“ (BGS) in den 1950er Jahren explizit mit dem  Ziel  aufgebaut inneren Widerstand zu brechen – beispielsweise  Generalstreiks  in der Industrie. Der BGS wurde 2005 von rot-grün in  Bundespolizei  umbenannt, auch wenn damit keine Aufgabenerweiterung  verbunden war. Aber  schon zuvor war die Bundespolizei zur Unterstützung  und Bekämpfung  politischer Bedrohungen von Innen da, mit denen die  Länderpolizeien  nicht mehr fertig werden. Sie sind also weniger für die  alltägliche  Polizeirepression zuständig, sondern bekämpfen Bedrohungen  für den  bürgerlichen Staat aus dem Inneren.</p>
<p>Diese Polizei wahrt  natürlich viel mehr als das Militär – auf Grund  von Ausstattung,  Ausbildung (und Akzeptanz der Polizei durch die  Bevölkerung aufgrund  täglichen Kontakts) – den Schein der bürgerlichen  Demokratie, während  ein offener Militäreinsatz das Zugeständnis  beinhaltet, dass der Staat  sich de facto im Bürgerkrieg befindet – also  Krieg nach Innen führt.</p>
<p>Dabei  geht es der deutschen herrschenden Klasse nicht nur um  mögliche  Bedrohungen innerhalb Deutschlands, sondern auch um  Klassenkämpfe in  anderen europäischen Ländern, für die man auch die  gesetzliche und  politische Legitimation erhalte möchte, dort zu  intervenieren &#8211;  beispielsweise in Griechenland oder Spanien.</p>
<p>Die europäische  Armee geht natürlich weiter und ist vor allem auf  die Intervention  außerhalb der EU ausgerichtet. Sie soll dann Krieg für  europäische,  unter anderem deutsche, Interessen führen. Deutschland  möchte sich die  Kontrolle sichern, überall dort zu intervenieren, wo es  seiner  Bourgeoisie notwendig erscheint. Dabei will sie aber natürlich  nicht  alle Kosten tragen, sondern diese teilweise auf andere  europäische  Länder auslagern. Ein erster Schritt ist zumindest die  Transformation  der Bundeswehr zu einer kleinen Freiwilligenarmee mit   Interventionscharakter. Auch wird überlegt, gemeinsame Militärprojekte   zu entwickeln, die gegenseitige militärische Abhängigkeiten stärken (wie   gemeinsame Flugzeugträger). Auch eine verstärkte Koordination von   EU-Kräften und NATO-Kräften wird teilweise gewünscht.</p>
<p>Erste  Schritte in die Richtung wurden bereits getan. Dazu gehört  unter anderem  auch die Zentralisierung der Entscheidungsgewalt der  Bundeswehr auf den  Generalinspekteur der Bundeswehr, den höchstrangigen  Soldaten der  Armee. Es ist noch nicht ersichtlich, aber durchaus im  Rahmen des  Möglichen, dass der Armee weitere Befugnisse gegeben werden  und damit  die Kontrollmöglichkeiten für das Parlament noch weiter  beschränkt. Doch  solange nicht eine breite Antikriegsbewegung und eine  kämpferische  ArbeiterInnenbewegung mit Massenmobilisierungen bis hin zu  Streiks und  Blockaden dem einen Strich durch die Rechnung macht,  werden ohnehin die  militärischen Interessen der BRD in den allermeisten  Fällen  durchgesetzt. Stärkere Entscheidungsgewalt des  Generalinspekteurs über  die Truppen würde zweifelsohne die Rolle des  Militärs im Staat bestärken  und die Parlamentskontrolle reduzieren –  ein Rückschritt selbst in der  bürgerlichen Demokratie.</p>
<h3>Deutschland auf dem Vormarsch</h3>
<p>Die  Krise zwingt den deutschen  Imperialismus seine Interessen durch  eine  härtere Gangart durchzusetzen – gibt ihm aufgrund der derzeitigen   wirtschaftlichen Stärke allerdings auch bessere Möglichkeiten seine   Dominanz auszubauen.. Wie in der Geschichte bleiben auch weiterhin die   Beziehungen nach Osten von entscheidender Bedeutung, wenn auch durch die   Entwicklung der VR diese an Wichtigkeit enorm zugenommen hat. Es darf   allerdings nicht vergessen werden, dass die EU immer noch der  wichtigste  Exportraum des deutschen Imperialismus ist – und vor allem  die  Ausgangsbasis für eine globale Politik des deutschen Imperialismus.</p>
<p>Die  politischen Entscheidungen, die derzeit getroffen werden, haben  daher  enorme Bedeutung für die Chancen der BRD sich international   durchzusetzen. Ist das deutsche Kapital erfolgreich, könnte es massiv   gestärkt aus der Krise hervorgehen. Scheitert es, ist fraglich, ob die   EU im internationalen Mächtespiel weiter mithalten kann und sich nicht   in inneren Kämpfen zerfrisst.</p>
<p>Trotz der vorrangigen Bedeutung  der EU, genauer gesagt: eines Europa  der konzentrischen Kreise, bleiben  Osteuropa, Russland und Asien  wichtige Märkte, auf denen Deutschland  deutlich dominanter ist als  andere starke Länder der EU. Diese  Konstellation hilft der BRD ihre  politischen Muskeln spielen zu lassen –  denn China wird auch in den  kommenden Jahren weiterhin enorm bedeutend  bleiben und vermutlich in  seiner Bedeutung noch steigen. Die  Rückständigkeit und die Krise, die  die Mittelmeerländer erfasst hat,  schadet natürlich auch Frankreich,  dem größten Konkurrenten der BRD  innerhalb der EU.</p>
<p>Es ist noch lange nicht ausgemacht, dass den  Kurs, den der deutsche  Imperialismus eingeschlagen hat – sich zum  absolut dominanten Faktor  der EU-Politik aufzuschwingen – zum Scheitern  verurteilt ist. Dies ist  zwar eine realistische Möglichkeit,  insbesondere wenn ein erneuter  Ausbruch der Krise besonders Deutschland  hart trifft, aufgrund der  Exportabhängigkeit oder dem finanziellen  Ausgleich der schwachen  Länder. Möglicherweise hat sich Deutschland dann  allerdings schon  durchgesetzt und sein ambitioniertes Machtprojekt  verfestigen können.  Derzeit kann das Kapital noch hoffen.</p>
<p>Keine  Fraktion der Herrschenden widerspricht dem außenpolitischen  Kurs  vehement, vor allem da beispielsweise die Warnungen und  Aufforderungen  des Ex-Kanzlers Schröder, sich verstärkt um Russland und  China zu  kümmern, offensichtlich ernst genommen werden. Die  Entwicklungen  innerhalb der BRD, in anderen europäischen Ländern –  insbesondere in  Bezug auf den Klassenkampf, werden die Erfolge  Deutschlands maßgeblich  mitbestimmen. Versinkt die EU erneut in der  Krise, kann das sowohl zu  Friktionen und Konflikten führen als auch  eine Restrukturierung der EU  beschleunigen.</p>
<p><em>Geschrieben von Johannes Wedekampf (RSO Berlin Betrieb) &amp; Florian Weissel (RSO Wien Jugend)</em></p>
<p><a href="http://www.sozialismus.net//content/view/1543/1/">Erschienen auf www.sozialismus.net</a></p>
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		<title>Deutschland in der Krise, Teil 2: Klassenkampfsituation</title>
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		<pubDate>Tue, 23 Nov 2010 19:14:10 +0000</pubDate>
		<dc:creator>krempel</dc:creator>
				<category><![CDATA[Herrschaftspolitik]]></category>

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		<description><![CDATA[Die deutsche KapitalistInnenklasse hat die Krise bislang besser überstanden als internationale Konkurrenten. Was aber bedeutet die Krise für die Lohnabhängigen? Wie hat die ArbeiterInnenklasse bislang auf die Krise reagiert? In Teil 1 von Deutschland in der Krise haben wir geschrieben, das Jahr 2011 könnte für die deutschen KapitalistInnen ebenso wie für die ArbeiterInnenklasse zum Jahr [...]<img alt="" border="0" src="http://stats.wordpress.com/b.gif?host=prevalence.wordpress.com&amp;blog=1251455&amp;post=378&amp;subd=prevalence&amp;ref=&amp;feed=1" width="1" height="1" />]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Die deutsche KapitalistInnenklasse hat die Krise bislang besser   überstanden als internationale Konkurrenten. Was aber bedeutet die Krise   für die Lohnabhängigen? Wie hat die ArbeiterInnenklasse bislang auf  die  Krise reagiert?<span id="more-378"></span><img title="Weiterlesen..." src="https://klassegegenklasse.wordpress.com/wp-includes/js/tinymce/plugins/wordpress/img/trans.gif" alt="" /></p>
<p>In <a href="http://www.sozialismus.net/content/view/1516/1/">Teil 1 von Deutschland in der Krise</a> haben wir geschrieben, das Jahr 2011 könnte für die deutschen   KapitalistInnen ebenso wie für die ArbeiterInnenklasse zum Jahr der   Wahrheit werden. Und zwar nicht nur im Hinblick auf die wirtschaftliche   Entwicklung, sondern gerade auch was die geplanten Angriffe der   herrschenden Klasse und die Reaktionen der Lohnabhängigen betrifft, die   die weitere wirtschaftliche und soziale Entwicklung massiv beeinflussen   werden.</p>
<p>Selbst wenn die wirtschaftliche Krise für die  Bourgeoisie  vorübergehend abgeschwächt wurde, so fängt die soziale Krise  für den  Großteil der Lohnabhängigen gerade erst an. Bisher sind die   Auswirkungen der Krise in Deutschland noch nicht so stark zu spüren wie   in einigen Ländern Süd- und Osteuropas. Das liegt unter anderem daran,   dass die deutsche Bourgeoisie durch die niedrigen Lohnabschlüsse in den   Boomjahren größere finanzielle Reserven anhäufen konnte als andere   Länder. Außerdem wurden bereits im letzten Jahrzehnt mit der Agenda 2010   und Hartz 4 große Einschnitte im Sozialsystem durchgesetzt.   Nichtsdestotrotz sollen jetzt die Kosten der Krise mit dem   80-Milliarden-Sparpaket, das von der schwarz-gelben Regierung geschnürt   wurde und mit dem die Neuverschuldung gebremst werden soll,  auf die   ArbeiterInnen und Armen abgewälzt werden.</p>
<h3>Arbeitslosigkeit und Stellenabbau</h3>
<p>Während  der Krisenjahre wurden im zahlreichen Branchen Arbeitsplätze  abgebaut.  In fast allen Branchen und vor allem in den großen deutschen   Schlüsselunternehmen gab es Stellenabbau. Hunderttausende Menschen   verloren ihre Jobs, gleichzeitig sieht die offizielle   Arbeitslosenstatistik beeindruckend gut aus. Trotz Krise gab es   offiziell, nach dem Rekordhoch von fast fünf Millionen Arbeitslosen zum   Ende der Schröder Ära 2004, einen Rückgang um fast 1,5 Millionen auf  3,2  Millionen im Mai 2010. Tatsächlich tauchen aber in dieser Statistik   große Teile von Erwerbslosen nicht auf. Zum Beispiel werden über   58-Jährige, die ALG II beziehen, Ein-Euro-Jobber und Erwerbslose, die   bei privaten Arbeitsvermittlern geführt werden, nicht mitgezählt. Auch   die Kurzarbeitwird nicht berücksichtigt</p>
<p>Die tatsächliche  Arbeitslosigkeit liegt wieder bei fast fünf  Millionen, in einigen  Branchen sinkt die Beschäftigung weiterhin.  Beschäftigungszuwachs findet  vor allem im Dienstleistungsbereich statt,  wodurch Vollzeitstellen, die  in der Industrie gestrichen wurden, durch  oftmals prekäre Teilzeitjobs  ersetzt werden und es zu einer  Umstrukturierung am Arbeitsmarkt gekommen  ist. Doch selbst in diesem  Segment wird wohl durch das Sparpaket,  auslaufende Konjunkturpakte,  abnehmende wirtschaftliche Dynamik und die  finanziellen Engpässe der  Länder und Kommunen (die weitgehend pleite  sind) kaum mit weiteren  Neuenstellungen zu rechnen sein. Bisher sind am  stärksten die  LeiharbeiterInnen und andere ArbeiterInnen in schlechten   Beschäftigungsverhältnissen entlassen worden, besser gestellte,   gewerkschaftlich organisierte ArbeiterInnen wurden dagegen bisher noch   von Entlassungswellen verschont. Andererseits hat die Kurzarbeit zu   einer massiven Intensivierung der Ausbeutung geführt, die   Leistungsstandards und der Arbeitsdruck wurden deutlich erhöht und   sollen auch in der Aufschwungphase auf diesem neuen Standard bleiben.</p>
<p>Ebenfalls  vorerst verschont bleiben diese besser organisierten und  potentiell  kampfstarken ArbeiterInnen vom Sparpaket der Regierung, das  zuerst die  Arbeitslosen und Armen trifft, die sich in ihrer Situation  kaum dagegen  wehren können. So versucht die herrschende Klasse mit  ihren Angriffen  von oben bei einer Schicht nach der anderen zu kürzen,  beginnend bei den  Arbeitslosen bis hin zur ArbeiterInnenaristokratie.</p>
<p>Während  bei etlichen Konzernen Stellen abgebaut wurden und mit  Gewinnrückgängen  oder Verlusten argumentiert wurde, sind die Zahlungen  an die Aktionäre  bei den meisten entweder gleich hoch geblieben oder  sogar gestiegen. Der  Klassenkampf von oben wird also massiv betrieben.  Wie reagieren nun  aber die ArbeiterInnen und die Gewerkschaften auf die  Krise und diese  Angriffe?</p>
<h3>Streiks und Krise</h3>
<p>Der Klassenkampf  war in Deutschland im letzten Jahrzehnt im  europäischen Vergleich auf  einem niedrigen Niveau. 1995 bis 2006 fielen  im Durchschnitt 3,6  Arbeitstage pro Tausend Beschäftigte durch Streiks  aus, in  Großbritannien waren es 23,5, in Frankreich waren es 91,4 und  in  Dänemark 140,8. Gleichzeitig gab es in den letzten Jahren eine  Zunahme  von Klassenkämpfen. 2006 wurde nach fast 10-jährigem Anstieg  der höchste  Wert an Streiktagen seit 1993 erreicht. Dieser Anstieg  wurde mit dem  Durchschlagen der Krise vorerst unterbrochen. (Daten:  Bundesargentur für  Arbeit und Böckler Stiftung)</p>
<p>Die letzten größeren und  aufsehenerregendsten Arbeitskämpfe waren  der Streik der  LokführerInnen-Gewerkschaft GDL 2007, der  Bosch-Siemens-Hausgeräte (BSH)  Streik 2006, der AEG Nürnberg Streik  2006 und der ver.di Streik im  öffentlichen Dienst 2006. Die Besetzung  der Fahrradfabrik im  thüringischen Nordhausen und die kurzzeitige  Fortführung des Betriebes  unter ArbeiterInnenkontrolle („Strike Bike“)  zeigte auf, dass es auch in  Deutschland keine unüberwindbaren  Schutzmauern der Kapitalherrschaft  gibt. Bei diesen Kämpfen kam es auch  zu Konflikten mit der  Gewerkschaftsführung beziehungsweise gelang es  teilweise diese massiv  unter Druck zu setzen und zum Kämpfen zu  zwingen.</p>
<p>Nach dem  Ausbruch der Krise stellte sich, wie es in der Geschichte  häufig  beobachtbar war, als erste Reaktion der Lohnabhängigen ein  Schockzustand  ein, der von einer passiven Haltung und einem partiellen   Schulterschluss zwischen ArbeiterInnen und KapitalistInnen begleitet   wurde. Losungen wie „In der Krise müssen alle zusammenhalten“ oder   „Jetzt müssen wir alle unseren Beitrag leisten“ waren weit verbreitet   und wurden auch von Teilen der ArbeiterInnen aufgenommen.</p>
<h3>Gewerkschaften in der Krise</h3>
<p>Die  Gewerkschaften nahmen und nehmen hier eine Vorbildhaltung ein  und  exerzieren den ArbeiterInnen vor, wie sie sich am besten den  Unternehmen  und der Regierung unterordnen sollen. In  sozialpartnerschaftlicher  Manier forderte der Deutsche  Gewerkschaftsbund gemeinsam mit den  Unternehmerverbänden mehr  Konjunkturpaktete durch den Staat und damit  eine „Rettung“ der  Wirtschaft auf Kosten der ArbeiterInnen. Insgesamt  haben die  Gewerkschaften den Deckel fest auf dem Topf. Außer  gelegentlichen  kleineren Aktionen, mit denen Dampf abgelassen werden  soll, gab es  während den Krisenjahren keine nennenswerte Vertretung der  Interessen  der ArbeiterInnen.</p>
<p>In der aktuellen Aufschwungphase  treten die Gewerkschaften zwar  wieder etwas „radikaler“ auf, es ist  aber kein genereller Wechsel in  ihrer Politik zu erkennen. So erzielte  die IG Metall bei der  Stahltarifrunde zwar ein respektables Ergebnis.  Neben 3,6 Prozent  Lohnerhöhungen wurde auch gleiche Bezahlung für  LeiharbeiterInnen  verhandelt und somit der Spaltung der ArbeiterInnen  ein wenig Einhalt  geboten. Dazu muss gleichzeitig gesagt werden, dass  Leiharbeit in der  Stahlbranche ein deutlich geringeres Problem  darstellt, als in etlichen  anderen von der IG Metall vertretenen  Branchen und abzuwarten ist, ob  dort konsequent gegen Leiharbeit  gekämpft wird. Der für viele  überraschend schnelle Abschluss in der  Stahlbranche lässt skeptisch  werden.</p>
<p>Die IG Metall ist mit 2,3  Mio. Mitgliedern die größte  Einzelgewerkschaft Deutschlands als auch  weltweit und stellt durch ihre  zentralistische Struktur und ihre  Verankerung in der Schwerindustrie  eine äußerst mächtige soziale und  politische Kraft dar. Diese nutzte  die IG Metall-Führung um Chef  Berthold Huber dazu, die ArbeiterInnen in  der Krise von Geduld und  Verzicht zu überzeugen, anstatt sie für ihre  Interessen zu mobilisieren.  Heute rühmt sie sich dafür, dass durch ihre  Intervention, zum Beispiel  zur Verlängerung der Kurzarbeit oder für  Finanzspritzen für  angeschlagene Banken und Unternehmen, die deutschen  Unternehmen wieder  mehr Profit abwerfen. Verkehrte Welt? Nein, immerhin  haben die  Gewerkschaftsspitzen gute Kontakte zur herrschenden Klasse  und sind in  ihr System eingebunden. Außerdem bekennt sich die IG-Metall  Spitze zu  Privateigentum und Marktwirtschaft, kritisiert werden nur  die Auswüchse  des Finanzmarktes, dessen Macht gebrochen werden müsse.  Ein Zurück zur  „sozialen Marktwirtschaft“ müsse her. Mit dieser  Orientierung muss ihre  Politik in den kapitalistischen Widersprüchen  gefangen bleiben, eine  konsequente Interessensvertretung der  arbeitenden Klasse ist nicht  möglich.</p>
<p>Die zweitgrößte deutsche Gewerkschaft stellt  mit 2,1 Mio.  Mitgliedern die Vereinigte Dienstleistungsgewerkschaft  Ver.di dar.  Obwohl durch die Fusion verschiedener  Dienstleistungsgewerkschaften die  potentielle Kampfkraft der  Beschäftigten gebündelt wurde, betreibt  Ver.di eine Politik der Spaltung  und Zerklüftung. Anstatt ihre gesamte  Mitgliedschaft für einen  gemeinsamen besseren Tarifvertrag zu  mobililisieren werden für die  unterschiedlichen Bereiche einzeln  Verschlechterungen in der  Tariflandschaft vereinbart. Zwar gab sich die  Ver.di Führung in der  Krise „radikaler“ als die IG Metall und forderte  die Vermögen und  Gewinne der Reichen für die Bekämpfung der Krise  heranzuziehen. In der  Praxis kam diese „radikalere“ Haltung allerdings  nicht zum Ausdruck. Die  Forderungen für die Tarifrunde 2010 waren  schwach, durch mangelnde  Mobilisierungen und Frustration aufgrund der  niedrigen Forderungen wurde  ein schlechter Abschluss verhandelt, der  neben niedrigen Lohnerhöhungen  auch Verschlechterungen beinhaltet und  zu einer weiteren  Demobilisierung der Belegschaften und Entfremdung von  der traditionellen  Vertretung führt.</p>
<h3>Klassenkampfopposition?</h3>
<p>Als  Ausdruck der Unzufriedenheit mit der traditionellen Vertretung  traten  beispielsweise im Metall-Bereich deutlich mehr oppositionelle  Listen zu  den Betriebsratswahlen an, die teilweise auch recht  erfolgreich waren.  Die Gewerkschaftsbürokratien reagieren darauf zum  Teil repressiv, so  wurden zum Beispiel gegen Mitglieder der  linksoppositionellen Liste  „Alternative“ bei Daimler in  Berlin-Marienfelde Anträge auf Ausschluss  aus der IG-Metall gestellt.  Der Kampf der „Alternative“ ist wohl aktuell  der relevanteste Konflikt  in der deutschen Gewerkschaftsbewegung, eine  Niederlage für die  „Alternative“ würde wohl auch andere  linksoppositionelle  GewerkschafterInnen in die Defensive drängen,  während ein Sieg diese  Kräfte innerhalb der Gewerkschaften stärken  könnte. (Die Ausschlüsse  sind vorerst abgelehnt worden, aktuell sollen  allerdings  zweijährige  Funktionsverbote verhängt worden.).</p>
<p>Wie  oben erwähnt gab es seit Ausbruch der Krise keine  größeren   Streikbewegungen. Gleichzeitig gibt es immer noch verschiedenste   kleinere Streiks und Arbeitskämpfe. Umfangreichere Arbeitskämpfe fanden   im öffentlichen Dienst, bei den Angestellten der Kommunen und Länder   (Ärzte und Ärztinnen, LehrerInnen…) und den Kitabeschäftigten statt.   Aber auch im privatwirtschaftlichen Sektor kam es immer wieder zu   Arbeitskämpfen und Arbeitsniederlegungen, wie bei Fluglinien oder auch   in der Autoindustrie. Einige kleinere radikalere Kämpfe fanden zum   Beispiel gegen Werkschließungen von kleineren Unternehmen statt. Eine   relevante Arbeitsniederlegung war bei Daimler in Sendelfingen, wo sich   tausende ArbeiterInnen an einem wilden Streik beteiligten, der ohne die   Kontrolle des Betriebsrats von statten ging und sich über mehrer   Schichten erstreckte.</p>
<p>Insgesamt ist die deutsche  ArbeiterInnenklasse aktuell nicht  besonders kämpferisch. Im ersten  Halbjahr 2010 ist die Anzahl an  Streiktagen und Streikenden auf circa  ein Drittel des Vorjahres  gesunken. Das ergibt sich aus wenig  konfliktreichen Tarifrunden und  schnellen Einigungen ohne relevante  Mobilisierungen von Seiten der  Gewerkschaften. Sollte es zu spontanen  Arbeitskämpfen kommen, sind die  bürokratischen Gewerkschaftsapparate  stark genug, um diese zu  kontrollieren und letztendlich zu kanalisieren.  Zwar sind viele  ArbeiterInnen von den Gewerkschaften enttäuscht, sehen  derzeit aber  keine Alternative zu ihnen.</p>
<p>Es gibt de facto seit  der Anti-Hartz-4-Bewegung keine starken  gesellschaftlichen Bewegungen  mehr. Am stärksten waren in den letzten  Jahren die SchülerInnenstreiks  beziehunsgweise Bildungsproteste, die  aber nicht sonderlich weit über  die radikale Linke hinaus gingen und  deren Dynamik tendenziell abnimmt.  Andererseits konnten diese Proteste  zuletzt auch verstärkt auf andere  Schichten ausgeweitet werden (unter  anderem die Kitabeschäftigten). Eine  schlagkräftige Antikrisenbewegung  hat sich nicht herausgebildet. Die  Demos „Wir zahlen nicht für eure  Krise“ sind erstmal schwächer geworden,  organisiert wurden sie von der  radikalen Linken, trotzdem konnten  Linkspartei und SPD die Demos  teilweise für sich instrumentalisieren.  Die Beteiligung der  Gewerkschaften war schwach, die Anzahl der  DemoteilnehmerInnen zuletzt  im Abnehmen begriffen.</p>
<h3>Perspektiven für die Linke und die ArbeiterInnenbewegung</h3>
<p>Die  aktuelle Situation stellt sich also für die ArbeiterInnenklasse  und die  klassenkämpferischen Kräfte nicht sonderlich rosig dar.  Gleichzeitig  sind die Auswirkungen der Krise noch nicht wirklich bei  den  organisierten und schlagkräftigeren Teilen der ArbeiterInnenklasse   angekommen. Doch auch diese werden bald davon getroffen werden. Der   Unmut und das Widerstandspotential werden sicherlich steigen.</p>
<p>Ob  es dann zu Kämpfen kommt und in welche Richtung sich diese  entwickeln  hängt unter anderem von der Entwicklung des Klassenkampfes  in anderen  europäischen Ländern ab und ob diese auf Deutschland  ausstrahlen können.  Besonders wichtig ist sicherlich die Entwicklung  des Klassenkampfes in  den am stärksten von der Krise und vom  Sozialabbau betroffenen Ländern  wie Griechenland, Spanien Portugal und  Irland, aber auch in Frankreich,  einem zentralen Land des  Klassenkampfes in Europa.</p>
<p>Letztendlich  wird die Entwicklung auch von den Kräfteverhältnissen  in der deutschen  ArbeiterInnenbewegung abhängen, unter anderem davon,  wie weit  oppositionelle Kräfte in den Betrieben der  Gewerkschaftsbürokratie  Paroli bieten und sich auch landesweit  koordinieren können. Das wird in  einer Wechselwirkung mit dem Ausmaß  der kämpferischen Stimmung unter den  Lohnabhängigen stehen. Und eine  wichtige Rolle wird auch spielen, ob es  revolutionären Kräften gelingt,  sich in der ArbeiterInnenklasse, in den  Betrieben, zu verankern und  dort eine Alternative, zu den  Gewerkschaftsbürokratien und letztendlich  zum kapitalistischen System  selbst, anbieten zu können.</p>
<p><em>Geschrieben von Johannes Wedekamp (RSO Berlin Betrieb) &amp; Florian Weissel (RSO Wien Jugend)</em></p>
<p><a href="http://www.sozialismus.net/content/view/1528/57/">Erschienen auf www.sozialismus.net</a></p>
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		<title>Deutschland in der Krise, Teil 1: Ökonomische Lage</title>
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		<pubDate>Tue, 16 Nov 2010 19:04:43 +0000</pubDate>
		<dc:creator>krempel</dc:creator>
				<category><![CDATA[Herrschaftspolitik]]></category>
		<category><![CDATA[Internationales]]></category>
		<category><![CDATA[Krise]]></category>

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		<description><![CDATA[Die deutsche Wirtschaft ist die stärkste Ökonomie Europas. Sie steht seit ihrer Gründung im Zentrum von EU/EWG. Welche Auswirkungen hat(te) die Krise auf diese wichtige Wirtschaft? Inwiefern hat sich dadurch die Stellung Deutschlands im europäischen und globalen Kapitalismus verändert? Teil 1: Lage des deutschen Imperialismus Das Gewicht der deutschen Ökonomie am Bruttoinlandsprodukt (BIP) der EU [...]<img alt="" border="0" src="http://stats.wordpress.com/b.gif?host=prevalence.wordpress.com&amp;blog=1251455&amp;post=373&amp;subd=prevalence&amp;ref=&amp;feed=1" width="1" height="1" />]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Die deutsche Wirtschaft ist die stärkste Ökonomie Europas. Sie steht   seit ihrer Gründung im Zentrum von EU/EWG. Welche Auswirkungen hat(te)   die Krise auf diese wichtige Wirtschaft? Inwiefern hat sich dadurch die   Stellung Deutschlands im europäischen und globalen Kapitalismus   verändert?<span id="more-373"></span></p>
<p><strong>Teil 1: Lage des deutschen Imperialismus</strong></p>
<p>Das  Gewicht der deutschen Ökonomie am Bruttoinlandsprodukt (BIP) der EU  liegt mit 20 Prozent deutlich vor dem von Frankreich (circa 16%) und  Italien (13%), die die Plätze dahinter einnehmen. Auch weltweit nimmt  die deutsche Wirtschaft einen zentralen Platz ein.</p>
<p>Dennoch:  Ähnlich schwach wie die Wirtschaft Deutschlands ist seit Anfang der  1990er Jahre bis einschließlich 2005 die Wirtschaft in kaum einem  anderen Industrieland gewachsen. Die deutsche Wirtschaft schwächelte mit  geringen Wachstumsraten oder sogar zeitweise Rückgang vor sich her. Die  offizielle Arbeitslosigkeit stieg auf Rekordwerte von deutlich über  fünf Millionen an, das Haushaltsdefizit stieg ebenfalls stark an.</p>
<p>Durch  eine massive Steigerung der Produktivität und einen Rückgang der  Reallöhne gelang es der deutschen Wirtschaft international  wettbewerbsfähiger zu werden und ihre Position als „Exportweltmeister“  trotz des starken Euros wiederherzustellen Die Exporte haben sich seit  Anfang der 1990er fast verdreifacht. Eine wichtige Rolle spielen auch  die deutschen Kapitalexporte, besonders in die ehemaligen bürokratischen  Planwirtschaften Osteuropas. Damit verbunden setzte 2006 ein Aufschwung  ein und die stagnative Phase konnte vorübergehend mit Wachstumsraten um  die drei Prozent überwunden werden. Dieser Aufschwung wurde 2008 abrupt  durch die Ausdehnung der US-amerikanischen Immobilien- und Kreditkrise  auf Europa und die “Realwirtschaft” unterbrochen.</p>
<h3>Deutschland in der Krise</h3>
<p>Die  Krise hat die deutsche Wirtschaft fest erfasst. Etliche Banken mussten  Abschreibungen in Milliardenhöhe durchführen und wurden wie die IKB oder  die Hypo Real Estate vom deutschen Staat mit Steuergeldern „gerettet”.  Durch den Einbruch des Welthandels und den Rückgang von Aufträgen sind  die deutschen Exporte um circa ein Fünftel eingebrochen, das  Bruttoinlandsprodukt sank 2009 um fünf Prozent.</p>
<p>Nicht nur der  Finanzsektor, sondern auch die Produktion und besonders die deutschen  Schlüsselbetriebe in der Automobilbranche und dem Maschinenbau der  Metall- und Chemieindustrie wurden stark getroffen. In diesen Branchen  ging die Produktion um circa ein Viertel zurück, die  Kapazitätsauslastung sank im Verlauf der Krise teilweise um bis zu 40%.  Die tiefste Rezession seit der Gründung der Bundesrepublik setzte ein.  Einige der wichtigsten deutschen Großkonzerne wie Daimler, Metro,  ThyssenKrupp und Siemens hatten massive Auftragseinbrüche zu verzeichnen  und haben infolge dessen auch tausende Arbeitskräfte abgebaut.</p>
<p>Nur  umfangreiche Banken- und Konjunkturpaktete aus den Steuergeldern der  ArbeiterInnenklasse in der Höhe von hunderten Milliarden Euro konnten  die Wirtschaft vor einem noch tieferen Einbruch bewahren. Beispielsweise  durch die Abwrackprämie wurden Autokäufe vorgezogen und damit die  Wirtschaft in Gang gehalten. Außerdem wurde durch Kurzarbeit und  Arbeitszeitkonten eine Explosion der Arbeitslosenquoten verhindert,  gleichzeitig wieder durch Steuergelder und Einbußen für die  ArbeiterInnen die Unternehmen gerettet. Die Kurzarbeit hatte ihren  Höhepunkt im Mai 2009 als sie für über 1,5 Millionen ArbeitnehmerInnen  beansprucht wurde, diese verdienen in Kurzarbeit nur 60 beziehungsweise  67 Prozent des letzten Nettolohns. Die Konjunkturpakete laufen 2010  weitgehend aus und haben tiefe Löcher in den Staatshaushalt gerissen. So  betrug das deutsche Staatsdefizit 2009 73,4 Prozent des BIPs, für 2010  wird mit 77 Prozent gerechnet.</p>
<h3>Wirtschaftliche Erholung?</h3>
<p>Im  letzten Quartal 2009 setzte eine gewisse Konjunkturbelebung und  wirtschaftliche Erholung ein, die sich im ersten Quartal 2010 fortsetzte  und im zweiten Quartal verstärkte. Die Wirtschaft wuchs Anfang des  Jahres die Auftragseingänge nahmen zu und mit der Stabilisierung des  Welthandels zogen auch die Exporte wieder an. Auch die  Kapazitätsauslastungen stiegen wieder und erreichten in manchen Branchen  fast wieder langfristige Durchschnittswerte, die Zuversicht der  UnternehmerInnen in eine Erholung nahm deutlich zu. Einige bürgerliche  Institute erklärten die Krise für beendet und die Wachstumsprognosen für  2010 wurden mehrmals nach oben revidiert.</p>
<p>Diese  Einschätzung musste schon damals kritisch hinterfragt werden. So fand  der Aufschwung auf einer niedrigen Grundlage statt. Gleichzeitig trafen  spezifische saisonale und konjunkturelle Faktoren zusammen. Durch den  langen Winter wurden viele Bauvorhaben nach hinten verschoben und sprang  die Baubranche dadurch erst im zweiten Quartal an und die in der Krise  geleerten Lager wurden wieder aufgefüllt, was kurzfristige Impulse auf  die Wirtschaft ausübte. Außerdem wirkten die umfangreichen  Konjunkturpakete noch nach.</p>
<h3>Euro in der Krise</h3>
<p>Die  Krise des Euros in Anbetracht der schlechten Lage der griechischen  Staatsfinanzen hat der deutschen Wirtschaft wenig geschadet,  gleichzeitig profitierte sie vom niedrigen Euro. Durch den zusätzlichen  Konkurrenzvorteil vor allem gegenüber China und den USA konnten neue  Aufträge lukriert werden und zogen die Exporte weiter an. Außerdem  konnte durch Umschuldungen das Staatsdefizit reduziert werden und wurde  der DAX als sicherer Anlagehafen eingestuft, was den deutschen  Börsenindex im Vergleich zu anderen überproportional ansteigen ließ.  Trotz Rekordzuwächsen bei den Exporten ist das Exportniveau von 2008  aber noch nicht wieder erreicht.</p>
<p>Natürlich bringt die  zunehmende Verunsicherung der Finanzmärkte, die Bedrohung des Euros als  Einheitswährung und der Ausfall von Schuldenrückzahlungen durch mögliche  Staatsbankrotte  Gefahren für die deutsche Wirtschaft und den gesamten  Euro-Raum mit sich. Der deutsche Staat ließ sich die “Rettung  Griechenlands“ und die Stützung des Euros auch hunderte Milliarden Euro  kosten. Zu groß wären die Probleme, die eine Zahlungsunfähigkeit  Griechenlands vor allem für die deutschen Banken bringen würde. Außerdem  braucht die deutsche Wirtschaft den Euro und die EU, immerhin gehen  circa zwei Drittel der Exporte in andere EU Länder. (Siehe auch unseren  Artikel <a href="http://www.sozialismus.net/content/view/1438/194/">Griechenland, Deutschland und die EU</a> ) -  Die Euro Krise hat jedenfalls die momentanen Stärken der deutschen Wirtschaft und ihre Dominanz in der EU gezeigt.</p>
<h3>Ungleichheiten in der EU</h3>
<p>Die  Europäische Währungsunion hat für Teile des europäischen Kapitals große  Vorteile gebracht. Mit dem Euroraum wurde ein europäischer Binnenmarkt  geschaffen, in dem Kursschwankungen keine Rolle spielen und sich die  beteiligten Ökonomien den Schwankungen und Bewegungen der Finanzmärkte  teilweise entziehen können. Besonders starken Ökonomien liefert die  Währungsunion einen stabilen Markt, um ihre Waren absetzen zu können.  Verschuldung in Fremdwährungen wird zunehmend weniger zum Problem, die  gemeinsame europäische Währungspolitik durch die EZB ist ein mächtiges  fiskalpolitisches Mittel und der Euro eine international starke Währung.</p>
<p>Gleichzeitig  geben Staaten durch die Beteiligung an der Währungsunion auch nationale  Souveränitäten ab, die schwächeren Ökonomien Mittel zur Verbesserung  der Wettbewerbsfähigkeit nehmen. So wird die Möglichkeit der Auf- und  Abwertung der eigenen Währung, der Veränderung des Zinsniveaus und der  Verfügung über den Notenbankgewinn an die EZB abgegeben. Gleichzeitig  gibt es keine einheitliche Wirtschaftspolitik, ungleiche  Wirtschaftsstrukturen und herrscht weiterhin Standortwettbewerb. Auf  dieser Grundlage haben sich starke Ungleichgewichte in der EU entwickelt  beziehungsweise weiter verstärkt.</p>
<p>Deutschland hat (ebenso wie  etwa die Niederlande) in den Jahren vor der Krise einen hohen  Leistungsbilanzüberschuss aufgebaut. Gegensätzlich dazu verlief die  Entwicklung vor allem in Griechenland, Portugal, Spanien und Irland wo  sich strukturelle Leistungsbilanzdefizite entwickelten. In Ländern also,  die jetzt auch massiv von der Krise getroffen sind und deren  Staatshaushalte hohe und vor allem schnell steigende Defizite aufweisen.  Aber auch in zentraleren Ländern wie Frankreich besteht ein Defizit in  der Leistungsbilanz.</p>
<p>Eine der zentralen Ursachen für diese  strukturellen Überschüsse und Defizite sind die Entwicklung der  Lohnstückkosten. Deutschland (und auch Österreich) haben vor allem mit  einer Zunahme der Produktivität aber auch durch sinkende beziehungsweise  stagnierende Reallöhne die Lohnstückkosten über das letzte Jahrzehnt im  wesentlichen gleich niedrig halten können, wo bei den meisten anderen  Ländern Anstiege der Lohnstückkosten von mehreren Prozent jährlich zu  verzeichnen waren.</p>
<p>So hat Deutschland seine  Wettbewerbsfähigkeit innerhalb der EU im letzten Jahrzehnt sukzessive  ausbauen können. Durch die Integration in den Euroraum wurde kleineren  und schwächeren Ökonomien die Möglichkeit der Abwertung ihrer Währung  und somit ein wichtiger Faktor zur Erhöhung der Wettbewerbsfähigkeit  genommen.</p>
<h3>Deutschland in Europa und der Welt</h3>
<p>Wie  bereits weiter oben erwähnt, betragen die Exporte Deutschlands in andere  EU Länder circa zwei Drittel seiner gesamten Exporte. Gegenüber dem  Großteil dieser Länder besteht auch ein Leistungsüberschuss, die  deutsche Wirtschaft ist insgesamt stark auf Export ausgerichtet und die  Akkumulation baut stark darauf auf. Der Anteil der Exporte am BIP  beträgt ungefähr 50 Prozent und ist weiter steigend.</p>
<p>Dies  führt natürlich auch zu Konflikten mit anderen europäischen Ökonomien,  etwa wenn Deutschland dafür kritisiert wird, keinen eigenen Binnenmarkt  aufzubauen und von den Konjunkturprogrammen anderer Staaten zu  profitieren. Momentan rechnet sich das für Deutschland durchaus und die  deutsche Dominanz dürfte durch die Krise weiter gestiegen sein. Deutsche  Sparpakte werden den Binnenmarkt weiter schwächen, während andere  Staaten kaum Möglichkeiten haben, die Importe aus Deutschland zu  substituieren oder mit den deutschen Exporten in Konkurrenz zu treten.</p>
<p>Der  Euroraum wird auch in der nächsten Phase der wichtigste Bereich für  deutsche Exporte sein, NAFTA (circa 8%) und Ostasien (circa 9%) liegen  weit dahinter. Interessant ist allerdings, dass der Anteil der Exporte  nach China absolut und in Relation zu anderen Ländergruppen während der  Krise weiter gestiegen ist, während die Exporte in die EU- und NAFTA  Staaten um zehn bis zwanzig Prozent zurück gegangen sind. Mit 4,5  Prozent sind die Exporte nach China zwar noch  gering, werden aber in  Zukunft wohl an Bedeutung zunehmen. Einige wichtige Branchen der  deutschen Wirtschaft (zum Beispiel die Automobilbranche) verdanken ihre  momentane Erholung zu einem guten Teil den steigenden Auftragseingängen  aus China. Etwas schwächer, aber ähnlich verhält sich die Entwicklung  der Exporte nach Russland. (Im Gegensatz zu den wichtigen  Industriestaaten, in denen die Industrieproduktion in der Krise massiv  eingebrochen ist, stieg diese in den wichtigen Schwellenländern  weiterhin an. Interessant ist diese Entwicklung auch vor dem  Hintergrund, dass das gemeinsame BIP der Nicht-OECD-Staaten in Kürze  höher als das der OECD-Staaten sein wird.)</p>
<p>Die momentane  deutsche Stärke stellt auch eine ihrer Schwächen dar. Durch die  Exportorientierung ist die Wirtschaft von der Aufnahme ihrer Exporte  durch andere Wirtschaften abhängig. Eine neuerliche Vertiefung der  Krise, Einbrüche des Welthandels, Staatsbankrotte etc. können die  deutsche Wirtschaft schnell mit sich nach unten ziehen.</p>
<h3>Prognosen</h3>
<p>Das  Zusammentreffen verschiedener Faktoren (konjunkturelle und saisonale,  niedriger Euro, Nachwirken der Konjunkturpakete usw.) hat der deutschen  Wirtschaft in der ersten Jahreshälfte ein doch respektables Wachstum  eingebracht. Unternehmen und Finanzinstitute, die im großen Maße  Stellenabbau betrieben und betreiben, legen erneut hohe Gewinne vor, die  Deutsche Bank zum Beispiel schrieb 2009 trotz Abschreibungen  Rekordgewinne. Scheinbar kam Deutschland mit partiell aus der Krise und  konnte seine Konkurrenten dabei abhängen. Tatsächlich steht Deutschland  deutlich besser da, als die anderen starken europäischen Ökonomien und  kann sich von ihnen absetzen und seine Dominanzstellung ausbauen.</p>
<p>Ob  die Krise damit überwunden ist, ist allerdings mehr als fraglich.  Konjunkturprognosen bürgerlicher Institute werden monatlich in  unterschiedliche Richtungen korrigiert – zuletzt vor allem nach unten.  Der Konjunkturaufschwung gerät offensichtlich bereits wieder ins  Stocken. Grundlegende Probleme des Systems sind keineswegs überwunden.</p>
<p>Was  gesagt werden kann, ist, dass Deutschland von der Krise fest erfasst  worden ist und noch die nächsten Jahre mit ihren Auswirkungen kämpfen  wird müssen. Viele Unternehmen stehen nach wie vor schlecht da, die Zahl  der insolvenzgefährdeten Unternehmen ist um 6,4% höher als zu Beginn  der Rezession. Die schlechte Lage anderer EU Länder, die unsichere Lage  auf den Finanzmärkten, die ungewisse Entwicklung anderer  imperialistischer Blöcke liefern ebenfalls weitere Gefahren.</p>
<p>Im  nächsten Jahr wird sich nach dem endgültigen Auslaufen der  Konjunkturpakete zeigen, wie stark die Wirtschaften selbständig getragen  werden; Die Sparpakete zur Haushaltssanierung werden sich jedenfalls  dämpfend auf die Wirtschaften auswirken. Die Kapitalvernichtung durch  die Krise wurde von den Rettungspaketen eingeschränkt und es gibt  momentan keine Grundlage für eine absehbare neue Akkumulationsdynamik.  Gerade die deutsche Wirtschaft ist stark in die Weltwirtschaft und  besonders die EU integriert und von Entwicklungen in anderen Ländern  abhängig. Sollte eine neue Rezession eintreten und sich die  internationale ökonomische Krise erneut vertiefen, was durchaus möglich  ist, wird auch Deutschland das zu spüren bekommen. Selbst viele  bürgerliche Analysen gehen momentan von einem baldigen Rückgang des  Aufschwungs und einem Verlust der wirtschaftlichen Dynamik aus.</p>
<p>Tatsächlich  trat bereits mit Anfang des dritten Quartals im Juli ein  Nachfrageeinbruch insbesondere bei den Großaufträgen ein, das Wachstum  verlangsamte sich deutlich. Auch die schwächelnde Konjunktur der  US-Wirtschaft, die von einigen ÖkonomInnen bereits als Abrutschen in den  so genannten „Double Dip“ (also das zweimalige Eintauchen in die Krise)  gesehen wird, und die weiterbestehende Krise der japanischen Wirtschaft  prognostizieren dem deutschen Aufschwung ein baldiges Ende. Und  ausgehend von verschiedenen langfristig wirkenden Strukturdaten  prophezeien etliche deutsche Institute mittelfristig eine eher  stagnative Entwicklung. Dass mit dem Aufschwung ein „deutsches  Jahrzehnt“ eingeläutet wurde, kann auf jeden Fall stark bezweifelt  werden.</p>
<p>2011 könnte für die deutschen KapitalistInnen ebenso  wie für die ArbeiterInnenklasse zum Jahr der Wahrheit werden. Und zwar  nicht nur im Hinblick auf die wirtschaftliche Entwicklung, sondern  gerade auch was die geplanten Angriffe der herrschenden Klasse und die  Reaktionen der Lohnabhängigen betrifft, die die weitere wirtschaftliche  und soziale Entwicklung massiv beeinflussen werden.</p>
<p><em>Geschrieben von Johannes Wedekamp (RSO Berlin Betrieb) &amp; Florian Weissel (RSO Wien Jugend)</em></p>
<p><a href="http://www.sozialismus.net/content/view/1516/57/">Erschienen auf www.sozialismus.net</a><em><br />
</em></p>
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		<title>Projekt der Herrschenden: Stuttgart 21</title>
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		<pubDate>Mon, 01 Nov 2010 14:10:56 +0000</pubDate>
		<dc:creator>krempel</dc:creator>
				<category><![CDATA[Jugendproteste]]></category>
		<category><![CDATA[Krieg]]></category>
		<category><![CDATA[Riots & Revolte]]></category>

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		<description><![CDATA[Hundertausende Menschen waren bereits auf der Straße, um gegen das Bahnprojekt Stuttgart 21 zu protestieren. Was versprechen sich die Herrschenden von S 21 und was steckt hinter den Protesten? Neuer Bahnhof, neue Streckenführung, neue Stadtviertel und ein neues Einkaufszentrum. Ziel des Milliardenprojekts S 21 ist die Umgestaltung des Stuttgarter Stadtkerns. Pläne für das Projekt, aus [...]<img alt="" border="0" src="http://stats.wordpress.com/b.gif?host=prevalence.wordpress.com&amp;blog=1251455&amp;post=369&amp;subd=prevalence&amp;ref=&amp;feed=1" width="1" height="1" />]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Hundertausende Menschen waren bereits auf der Straße, um gegen das  Bahnprojekt Stuttgart 21 zu protestieren. Was versprechen sich die  Herrschenden von S 21 und was steckt hinter den Protesten?<span id="more-369"></span></p>
<p>Neuer Bahnhof, neue Streckenführung, neue  Stadtviertel und ein neues Einkaufszentrum. Ziel des Milliardenprojekts S  21 ist die Umgestaltung des Stuttgarter Stadtkerns. Pläne für das  Projekt, aus dem bisherigen Kopfbahnhof einen unterirdischen  Durchgangsbahnhof entstehen zu lassen, existierten bereits 1901, wurden  damals jedoch aus bautechnischen Gründen wieder verworfen.</p>
<p>Inzwischen  halten die Herrschenden allerdings am Projekt S 21 fest, denn es geht  um Einiges. Dabei werden auch die enorm hohen Kosten in Kauf genommen,  die sich laut der Deutschen Bahn auf 7 Miliarden Euro belaufen. Laut dem  Verkehrsberatungsbüro Vieregg-Rössler in München liegen die Kosten  aufgrund des extrem schwierigen Baugrundes allerdings sogar bei 14  Milliarden.</p>
<p>Die von den BefürworterInnen  genannten Vorteile stehen allerdings in einem so unausgeglichenen  Verhältnis zu den Kosten, dass wohl nach anderen Gründen für die  Umgestaltung gesucht werden muss. So sollen etwa bei der Verbindung  Stuttgart-Ulm 26 Minuten gespart werden. Durch fehlende Wartung der  Strecken zwischen München und Stuttgart brauchen Züge auf dieser Strecke  im Vergleich zu den 90er Jahren allerdings heute 15 Minuten mehr –  wodurch die Zeitersparnis auf 11 Minuten zusammen schrumpft.</p>
<p>Nicht  berücksichtigt wurde auch, dass sich durch das Konzept von S 21 der  interregionale und internationale Verkehr sowie die regionale S-Bahn  einen Bahnhof teilen, da sie die gleiche Strecke in der Stadt haben.  Kommt es zu Störungen auf den S-Bahngleisen, müssen diese auf die  Schienen des Fernverkehrs ausweichen – womit der ganze Takt des  Fahrplans zusammenbricht. Vordergründig ist auch das Argument, dass sich  durch die neue Gleisbettverlegung die Fahrzeiten verkürzen würden, denn  es wird erst zu überprüfen sein, ob dies nicht durch verlängerte  Wegstrecken im neuen, größeren Bahnhof wieder negativ ausgeglichen wird.</p>
<h3><strong>Profitinteressen</strong></h3>
<p>Worum  geht es also beim Projekt S 21 eigentlich? Im Zentrum des Projektes  steht – wie im Kapitalismus üblich – der Profit. S 21 ist zuallererst  ein Immobilienprojekt. Die Stuttgarter Innenstadt wird dadurch massiv  aufgewertet: „Für 500 Millionen Euro will ein Konsortium aus ECE,  Strabag und Bayerische Bau und Immobilien Gruppe das ,Quartier am  Mailänder Platz´ errichten &#8211; mit 43.000 Quadratmetern Verkaufsfläche,  Gastronomie, Dienstleistung, Hotel, Büros sowie rund 500 Mietwohnungen  und 2.200 Tiefgaragenstellplätze“ schreibt das Handelsblatt.</p>
<p>Diese  Neugestaltung der frei werdenden Flächen ist das für die  Profit-Interessen relevanteste Element des Projekts. Wir sehen hier eine  internationale Entwicklung: historisch bedingt sind viele Bahnhöfe in  teuren innerstädtischen Lagen angesiedelt. Nachdem vor allem in den  1990ern sehr viele Bahngesellschaften (teil-)privatisiert wurden oder zu  AGs in öffentlichem Besitz umgewandelt wurden, die auf eigene Rechnung  wirtschaften müssen, werden diese Flächen von den Bahngesellschaften nun  „entwickelt“, um so neue Finanzierungsquellen zu erschließen. Kurz  gesagt: S 21 ist also auch eine Folge der Umwandlung der DB in eine  Aktiengesellschaft und die daraus resultierende Notwendigkeit für die  Bahn, finanzielle Mittel zu lukrieren.</p>
<p>Auch  andere Konzerne haben ein Interesse daran, dass der Bahnhof um jeden  Preis unterirdisch gebaut wird. Günther Oettinger, damals  CDU-Ministerpräsident von BW, verkündete 2008 in einer  Regierungserklärung, dass die Herrenknecht AG bohren werde – ohne  Ausschreibung. Und Lothar Späth, ebenfalls Ex-CDU-Regierungschef  Baden-Württembergs, sitzt inzwischen im Aufsichtsrat ebendieser  Herrenknecht AG, die maßgeblich für die Bohrungen der Tunnel  verantwortlich sein wird.</p>
<h3>Automobil-Industrie als Profiteur</h3>
<p>Letztlich  profitiert selbst die Automobilindustrie vom Bahnprojekt (!) S 21. Der  Abriss des alten Bahnhofes und der Neubau sind nämlich mit einer  Reduzierung des Bahnverkehrs und einem Fokus auf (interregionale)  Hochgeschwindigkeitsstrecken im Personenverkehr verbunden. Dadurch wird  der Güterverkehr weiter von den Schienen auf die Straße verlagert und  der private Autoverkehr aus dem Umland in die Landeshauptstadt  vorangetrieben. Dies würde natürlich den Auto- und LKW-Verkauf ankurbeln  und damit Profite sichern.</p>
<p>Gerade die  Verbindungen von DB und Daimler sind vielfältig. Nur die Spitze des  Eisberges ist der Vorstandsvorsitzende der Bahn, Rüdiger Grube, der  gleichzeitig im Aufsichtsrat von Daimler sitzt. Auch der ehemalige  Vorstandsvorsitzende Hartmut Mehdorn, der wegen der Datenaffäre der  Bahn, bei der MitarbeiterInnendaten ausspioniert wurden, zurücktreten  musste, war von 1972 bis 1995 leitender Manager in Daimlers  Luftfahrtsparte.</p>
<p>Dieter Zetsche,  Vorstandsvorsitzender der Daimler AG, ist sogar ganz offiziell Mitglied  der „Initiative Pro Stuttgart 21“. Zetsche, aber auch Wendelin  Wiedeking, ehemals Vorstandsvorsitzender von Porsche und  Aufsichtsratmitglied von Volkswagen, und andere träumen von S 21 als  „Das neue Herz Europas“. Sie wollen die Industrieregion  Baden-Württemberg stärken, um Profite zu sichern. Zu untersuchen wäre  neben diesen unmittelbaren Interessen auch die Verflechtung der in BW  traditionell einflussreichen Automobilkonzerne mit der  Immobilienindustrie und damit verbundenen Interessen an S 21.</p>
<h3><strong>Entscheidungen von Oben</strong></h3>
<p>Viele  Menschen, die gegen S 21 protestieren, erregt vor allem die Art und  Weise, wie das Projekt durchgesetzt wird. So wurden seit 1994  systematisch Gutachten, Kostenrechnungen und Risikoplanungen, die dem  Projekt widersprechen, der Öffentlichkeit vorenthalten. Denn S 21 ist  alles andere als offen und sicher. Das vor kurzem veröffentlichte  Gutachten des Schweizer Bahnplanungsbüros sma wies nach, dass das  Planungs- und Betriebskonzept der Bahn „schwer beherrschbare Risiken für  Leistungsfähigkeit, Pünktlichkeit und Sicherheit enthält“.</p>
<p>Schwerwiegender  ist allerdings, dass das Projekt um jeden Preis durchgedrückt werden  soll – und damit offen gezeigt wird, dass „alle Macht“, die angeblich  vom Volke ausgehen soll, in der Bundesrepublik nichts wert ist, wenn sie  den grundlegenden Interessen des Kapitals widerspricht.  Transparent-Sprüche wie „Scharf Schärfer Demokratie“ und die von vielen  interviewten Menschen geäußerte Position, dass sie sich ihre  demokratische Willensäußerung nicht nehmen lassen, zeugen davon.</p>
<p>Zu  dieser verschärften Haltung hat auch der BürgerInnenentscheid von 2007  beigetragen, in dem 67.000 statt der notwendigen 20.000 Menschen ihre  Ablehnung kundtaten. Dieser wurde dann allerdings von CDU, SPD, FDP und  den Freien Wählern abgelehnt. Während der BürgerInnenentscheid lief,  wurden außerdem Verpflichtungen für die Stadt Stuttgart in Verträgen  festgesetzt – es war daher völlig klar, dass die Entscheidung der  Bevölkerung nichts zur Sache tut, wie dies mit Volksbegehren und  BürgerInnenentscheiden immer wieder der Fall ist.</p>
<h3><strong>SPD und Grüne</strong></h3>
<p>Tatsächlich  haben die Vorwürfe der BefürworterInnen (zum Beispiel der Regierung),  dass die Parteien, die jetzt einen Baustopp befürworten oder sich gegen  das Projekt stellen (also SPD und Grüne), nur dagegen seien, weil ein  großer Teil der Bevölkerung sich gegen S 21 stellt, einiges für sich. So  hat die SPD nicht nur S 21 mitbeschlossen und war Jahre dafür, auch die  Grünen haben – durch die Landesvorsitzende BaWüs Silke Krebs –  ausdrücklich betont, dass sie einen Stopp des Projektes nicht  versprechen können, falls sie in die nächste Landesregierung gewählt  würden.</p>
<p>Ihnen geht es darum, sich durch die  Bewegung Stimmen bei der Landtagswahl 2011 zu sichern. Ihr Hauptanliegen  ist allerdings, die Bewegung unter Kontrolle zu halten, sie in sichere  Bahnen zu lenken und eine gesellschaftliche Eskalation zu vermeiden.</p>
<p>Es  macht sich ein Konflikt zwischen den Herrschenden auf, die entweder –  vertreten durch die regierenden Parteien – für eine harte  Niederschlagung jeglichen Protestes in Deutschland sind oder  Zugeständnisse machen wollen, um die Bevölkerung ruhig zu halten.</p>
<h3><strong>Protestbewegung</strong></h3>
<p>Der  Protest gegen S 21 läuft bereits seit Jahren. Doch mit dem Beginn des  Abrisses des aktuellen Bahnhofs sind die Auseinandersetzungen nun  eskaliert. Jede Woche demonstrieren zehntausende StuttgarterInnen gegen  den geplanten Durchgangsbahnhof. Dazu gehören allerdings nicht nur  linke, sondern auch viele (inzwischen wohl ehemalige) CDU-  AnhängerInnen. Dies gibt dem Protest eine Ambivalenz, die es umso  wichtiger macht, eine antikapitalistische Perspektive einzubringen.</p>
<p>Auch  die Gewerkschaften sind nur sehr halbherzig bei der Sache. Die SPD und  die Gewerkschaftsführungen, die eigentlich Pro S 21 sind, machen hier  natürlich gehörig Druck. Zwar hat die IG Metall nun die Forderung nach  einem sofortigen Baustopp und mehr Bürgerbeteiligung aufgenommen, aber  erst nachdem immer mehr Druck von unten kam und sie dieser zum  Positionswechsel zwang. Auch die Grünen (und ihnen politische  nahestehende Gruppen wie der BUND), orientieren die Proteste auf Wahlen  und nicht auf Massendemonstrationen oder Streiks. Es muss ein  politischer Kampf mit diesen Gruppen geführt werden. Ihr Einfluss – der  auf lange Sicht dazu führen wird, dass Kämpfe im Sand verlaufen und die  Menschen demoralisiert werden – muss durch eine antikapitalistische,  revolutionäre Perspektive eingeschränkt werden.</p>
<p>Linke  Organisationen leisten dabei wichtige Arbeit. Hervorzuheben ist dabei  sicher die sich auf den Trotzkismus berufende SAV und die von ihr  initiierte „Jugendoffensive gegen Stuttgart 21“, die seit Jahren gegen S  21 aktiv sind. Allerdings wäre es wichtig, auch hier noch klarer zu  werden.</p>
<p>So hatte die Jugendoffensive am Tag  nach den bisher schwersten Ausschreitungen auf einer von ihr  organisierten und weit beachteten Pressekonferenz die Chance, das  Projekt S 21 aus antikapitalistischer Sicht zu kritisieren. N-TV etwa  übertrug die gesamte Pressekonferenz live, andere Sender schalteten sich  ein. Stattdessen aber kritisierten SAV und Jugendoffensive  ausschließlich die Polizeiübergriffe und sprachen von einem  unverhältnismäßigen Polizeieinsatz (was natürlich das Problem in sich  birgt, dass das bedeutet, dass es auch einen verhältnismäßigen  Polizeieinsatz bei Räumungen geben könne). Leider aber kein Wort über  die zugrunde liegende Profitlogik von S 21. Schade um diese wichtige  Möglichkeit.</p>
<h3><strong>Schlichtungsgespräche</strong></h3>
<p>Die politische Perspektive von Teilen der Protestbewegung, vor allem der Grünen – wortstark vertreten durch die Tageszeitung <em>die taz</em> – sich auf die Schlichtungsgespräche zu konzentrieren, kann sich  politisch fatal auswirken. Mittlerweile hat Baden-Württembergs  Ministerpräsident Mappus einen Schlichter eingesetzt, Heiner Geißler,  ebenfalls CDU-Politiker, soll zwischen beiden Parteien, den  BefürworterInnen und GegnerInnen verhandeln. Geißler, der sich  inzwischen zum moralischen Attac-Gewissen der Konservativen gemausert  hat, dient dabei eindeutig den Herrschenden.</p>
<p>Denn  wie bereits von der Jugendoffensive gegen S 21 formuliert wurde, haben  weder die BefürworterInnen die Vorteile noch die GegnerInnen die  Nachteile schlecht kommuniziert. „Es geht eben um Interessengegensätze.“  Die Gespräche dienen einzig dazu, die Proteste runter kochen zu lassen  und dadurch das Projekt langsam aber sicher durchzusetzen. Während der  Gespräche laufen wichtige Vorarbeiten für die Abrissarbeiten weiter –  und die Proteste werden schwächer. Eine absolute Vorbedingung für jede  Form von Verhandlungen (und nicht „Schlichtungen“) müsste also eine  vollständige Aussetzung der Bauarbeiten sein.</p>
<p>Man  muss sich weiterhin fragen, was am Ende heraus kommen soll. Das Projekt  S 21 läuft für Profitinteressen und diese Interessen werden nicht  aufgegeben. Es kann hier keinen Kompromiss geben. Wie sollte dieser auch  aussehen? Das Projekt kann ja nicht halb gebaut werden. Und welchen  Sinn kann es haben, mit den PolitikerInnen zu diskutieren, die permanent  versuchen, der Öffentlichkeit kritische Dokumente gegen S 21 zu  verheimlichen und für ihre Interessen lügen? Ein erfolgreicher Kampf  kann letztlich nur auf der Straße und in den Betrieben geführt werden.</p>
<h3><strong>„Keine Gewalt!“</strong></h3>
<p>S  21 soll um jeden Preis durchgekämpft werden. Somit werden die  DemonstrantInnen, die diese vollkommene Umstrukturierung des Stadtkerns  und das damit verbundene Zerstören der Natur nicht akzeptieren wollen,  Opfer von Polizeigewalt. Bei Demonstrationen kommt es zum Einsatz von  Reizgas, Schlagstöcken und Wasserwerfern und dabei wird weder vor  kleinen Kindern noch vor älteren Menschen Halt gemacht. Dietrich Wagner,  einer der vielen DemonstrantInnen, wird nach dem Einsatz eines  Wasserwerfers auf einem Auge für immer blind sein.</p>
<p>Es  wäre wohl zu weit gefasst, wenn davon ausgegangen wird, dass die  Polizeigewalt zielgerichtet von der Bundesregierung durchgesetzt wird.  Merkel geht es vor allem darum, dass die Politik sich nicht von der  Straße erpressen lässt und sie stärkt deshalb der Landesregierung (und  damit der Polizei) den Rücken, um das Projekt durchzusetzen. Die genaue  Ausformung, wie mit den Protesten umzugehen ist, hat wohl eher der  Landesregierung (inklusive dem CDU-Innenminister Heribert Rech)  entschieden. Es kann davon ausgegangen werden, dass sich die CDU mit  Blick auf die Landtagswahl als starke Kraft, als „law and order“-Gewalt  etablieren wollte, um konservative WählerInnen an sich zu binden. Die  Handlungen der Polizei waren dementsprechend eskalativ – und im  Interesse der Herrschenden.</p>
<p>Dabei ist es auch  wichtig, die Rolle der Polizei richtig einzuschätzen. Die tägliche  Arbeit der Polizei als Repressionsorgan im Interesse der Herrschenden  bringt sie in eine materielle Situation, die sie ideologisch wie  finanziell an Staat und Kapital bindet.</p>
<p>Es  ist eine falsche Schlussfolgerung, wenn man davon ausgeht, dass ein  relevanter Teil der Polizei im Laufe der Proteste den Befehl verweigern  wird; da ändert auch die interne Kritik aus Polizeireihen nichts, die  vereinzelt und marginalisiert ist. Die SAV etwa hat in diesem  Zusammenhang eine Debatte mit der SPD (vertreten durch Peter Conradi)  über Polizeigewalt geführt. Die für die SAV von Ursel Beck vertretene  Position, dass PolizistInnen ArbeiterInnen in Uniform seien, führt aus  unserer Sicht in die falsche Richtung.</p>
<p>Denn  unabhängig von der Herkunft der PolizistInnen zeigt die Geschichte, dass  es vielleicht in revolutionären Situationen möglich ist, dass einzelne  Polizeieinheiten den Dienst verweigern. Doch in einer solchen Situation  befinden wir uns nicht. Hier wäre es aus unserer Sicht wichtiger, vor  allem die Rolle der Polizei als feindlichem Repressionsapparat  hervorzuheben und die Frage des Selbstschutzes der Demonstrationen  aufzuwerfen.</p>
<p>So ist auch die Darstellung der  Polizei als die Verantwortliche für die Gewalt und die im Gegenzug dazu  beschworene Friedlichkeit der DemonstrantInnen in einiger Hinsicht  kritisch. Eine solche Haltung trägt den Keim der Spaltung, denn was  passiert, wenn die Wut der Massen auf Demonstrationen eskaliert und dann  die Demos nicht mehr friedlich sind? Und wie gehen wir damit um, dass  es eigentlich dringend notwendig wäre, sich kollektiv gegen Angriffe der  Herrschenden auf Demonstrationen auch mit einem entsprechenden  Demo-Schutz zur Wehr zu setzen? Abgesehen davon werden wir auch keine  Tränen weinen, wenn etwa der Weiterbau von S 21 durch Sabotage verzögert  wird.</p>
<p>Erste Konsequenzen dieser Haltung  zeigen sich in der Forderung von Teilen der Bewegung, Protestierenden  die Vermummung abzureißen – aus Angst vor staatlichen <em>agent provocateurs</em>,  also PolizistInnen in Zivil, die zu Gewalt anstiften, um danach  folgende Polizeiübergriffe zu legitimieren. Eine solche Spaltung würde  den Protesten schaden und nicht helfen. Es ist natürlich wichtig, sich  gegen solche ProvokateurInnen zur Wehr zu setzen. Doch es kann sicher  nicht die Antwort sein, DemonstrantInnen, die sich aus Angst vor  Repression vermummen, zwangsweise die Tücher vom Kopf zu reißen.</p>
<h3><strong>Ein alternatives Bahnprojekt!</strong></h3>
<p>Die  S 21 AktivistInnen sind nicht, wie von Angela Merkel behauptet, gegen  die Modernisierung der Bahn, sie haben ihr eigenes Konzept, genannt  Kopfbahnhof 21 oder K 21. Dies würde bedeuten, den denkmalgeschützten  Bahnhof zu erhalten &#8211; indem zwei neue Gleislinien durch das Neckartal  gebaut werden. S 21 besteht aber darauf, Stuttgart und Ulm in  Hochgeschwindigkeit unterirdisch erreichbar zu machen.</p>
<p>Eigentlich  sollte die Debatte aber auf einer völlig anderen Ebene geführt werden.  Denn das Hauptproblem an Stuttgart 21 sind die Art und Weise und die  gesellschaftlichen Umstände, unter denen das Projekt durchgesetzt werden  soll. Die wirtschaftlichen Interessen sorgen dafür, dass der Nahverkehr  reduziert und auf Hochgeschwindigkeitszüge orientiert wird. Die  wirtschaftlichen Interessen fordern einen unterirdischen Bahnhof, um  Freiflächen für Immobilien zu schaffen und den Bahnhof außerdem in eine  große Shopping-Area zu verwandeln. Und es sind die wirtschaftlichen  Interessen, die Schienen verkommen lassen, weil Wartung Geld kostet,  während man Milliarden rausschmeißt um die Profitinteressen der  Wirtschaft zu befriedigen.</p>
<p>Allerdings kann das  Hauptargument gegen S 21 nicht das Geld sein, denn letztlich sind auch  die Menschen an großen, schönen, funktionstüchtigen Bahnhöfen  interessiert, die es ermöglichen, den Autoverkehr zu reduzieren und  damit Energie zu sparen. Auch in einer postkapitalistischen Gesellschaft  ist eine schnellere Ereichbarkeit von Orten in Europa ein  gesellschaftlicher Fortschritt, den wir anstreben. Ein Durchgangsbahnhof  würde sich dafür wahrscheinlich besser eignen als ein Kopfbahnhof.</p>
<p>Es  ist auch verständlich, dass zwar die Mehrheit in Stuttgart gegen S 21  ist, aber viele Menschen in der Region das anders sehen. Denn im Raum  Ulm etwa wäre S 21 tatsächlich für viele eine Verbesserung der  Verkehrsanbindung gegenüber dem jetzigen Zustand. Solche Punkte müssten  in den Widerstand gegen S 21 in dieser Form sicher verstärkt einbezogen  werden, um sich hier nicht regional spalten zu lassen.</p>
<p>Eine  Umgestaltung des gesamten Öffentlichen Verkehrs in der Region ist also  sicher sinnvoll. Ein solcher Bahnhof, der allerdings auch den Nahverkehr  stärkt und für Menschen angenehm zu nutzen ist, würde insgesamt wohl  auch mehr als K 21 kosten. Allerdings könnten im Vergleich mit S 21 die  Verschwendungen, die im Interesse der Industrie durchgeführt werden,  eingespart werden. Es ginge darum, einen Bahnhof zu schaffen, der nicht  weniger, sondern mehr Gleise bzw. bessere Anbindungen hätte. Der für  mehr Menschen leistbar ist, um den Flughafenverkehr zu reduzieren. Und  der natürlich schnellere Verbindungen für alle schafft.</p>
<p>Es  scheint schwer, eindeutig zu beantworten, welche Form ein solcher  Bahnhof genau annehmen würde. Fakt ist allerdings, dass sich die Frage,  wie die Bevölkerung von einem solchen Bahnhof den größten Nutzen trägt,  im Kapitalismus nicht stellt. Dass sie die Entscheidung nicht treffen  kann, weil die Entscheidung rund um Profitinteressen fällt. Doch müsste  in einem demokratischen Entscheidungsprozess die Entscheidung getroffen  werden, was für ein Bahnhof den Menschen tatsächlich am meisten nützt –  und wie er gestaltet werden soll. Das allerdings wird im Kapitalismus  nicht möglich sein. Um diese Diskussionen führen zu können, werden wir  dem Kapital die Entscheidungsmacht entziehen müssen.</p>
<p><em>geschrieben von Geschrieben von Annika Jehne (RSO Berlin Jugend) &amp; Johannes Wedekamp (RSO Berlin Betrieb)</em></p>
<p>ursprünglich erschienen auf <a href="http://www.sozialismus.net//content/view/1541/1/">www.sozialismus.net</a>.</p>
<br />Einsortiert unter:<a href='http://prevalence.wordpress.com/category/jugendproteste/'>Jugendproteste</a>, <a href='http://prevalence.wordpress.com/category/krieg/'>Krieg</a>, <a href='http://prevalence.wordpress.com/category/riots-revolte/'>Riots &amp; Revolte</a>  <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/gocomments/prevalence.wordpress.com/369/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/comments/prevalence.wordpress.com/369/" /></a> <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/godelicious/prevalence.wordpress.com/369/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/delicious/prevalence.wordpress.com/369/" /></a> <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/gofacebook/prevalence.wordpress.com/369/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/facebook/prevalence.wordpress.com/369/" /></a> <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/gotwitter/prevalence.wordpress.com/369/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/twitter/prevalence.wordpress.com/369/" /></a> <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/gostumble/prevalence.wordpress.com/369/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/stumble/prevalence.wordpress.com/369/" /></a> <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/godigg/prevalence.wordpress.com/369/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/digg/prevalence.wordpress.com/369/" /></a> <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/goreddit/prevalence.wordpress.com/369/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/reddit/prevalence.wordpress.com/369/" /></a> <img alt="" border="0" src="http://stats.wordpress.com/b.gif?host=prevalence.wordpress.com&amp;blog=1251455&amp;post=369&amp;subd=prevalence&amp;ref=&amp;feed=1" width="1" height="1" />]]></content:encoded>
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		<title>Veranstaltung in Berlin: Deutschland auf dem Vormarsch</title>
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		<pubDate>Mon, 01 Nov 2010 14:05:24 +0000</pubDate>
		<dc:creator>krempel</dc:creator>
				<category><![CDATA[Herrschaftspolitik]]></category>
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		<description><![CDATA[Die revolutionär sozialistische organisation (RSO) wird über-nächsten Freitag eine Veranstaltung zum deutschen Imperialismus durchführen. Interessierte, SymphatisantInnen, GenossInnen und Andere sind natürlich herzlich eingeladen! Wie hängen der Krieg in Afghanistan und die Wirtschaftskrise zusammen? Wohin geht der deutsche Kapitalismus und was hat der &#8222;Imperialismus&#8220; damit zu tun? Vortrag mit anschließender Diskussion Freitag 12.11., 18 Uhr Blauer [...]<img alt="" border="0" src="http://stats.wordpress.com/b.gif?host=prevalence.wordpress.com&amp;blog=1251455&amp;post=359&amp;subd=prevalence&amp;ref=&amp;feed=1" width="1" height="1" />]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Die revolutionär sozialistische organisation (RSO) wird über-nächsten Freitag eine Veranstaltung zum deutschen Imperialismus durchführen. Interessierte, SymphatisantInnen, GenossInnen und Andere sind natürlich herzlich eingeladen!</p>
<p style="padding-left:60px;">Wie hängen  der Krieg in Afghanistan und die Wirtschaftskrise zusammen?  Wohin geht der  deutsche Kapitalismus und was hat der &#8222;Imperialismus&#8220;  damit zu tun?<br />
Vortrag  mit anschließender Diskussion</p>
<p style="padding-left:60px;"><strong>Freitag 12.11., 18 Uhr<br />
Blauer Salon im  Mehringhof </strong>(Nähe U-Bhf Mehringdamm)</p>
<p><img class="alignleft" title="Deutschland auf dem Vormarsch" src="http://www.sozialismus.net/images/plakate/de-vormarsch-plakat.jpg" alt="" width="500" height="703" /></p>
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		<title>Rappelkiste!</title>
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		<pubDate>Fri, 23 Apr 2010 23:58:44 +0000</pubDate>
		<dc:creator>krempel</dc:creator>
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		<category><![CDATA[Krieg]]></category>
		<category><![CDATA[Medien]]></category>
		<category><![CDATA[Religion]]></category>

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		<description><![CDATA[Ich glaube es als Wiederholung auch noch als Kind gesehen zu haben, aber damals habe ich überhaupt nicht begreifen können, wie progressiv es ist. Hat &#8211; wenn gesehen &#8211; wohl mit zu einer linken Sozialisation verholfen. Wirklich toll. Zitat eines Genossen: &#8222;Ich komm gar nicht darauf klar, wie progressiv das ist.&#8220; Nimmt einen schon mit, [...]<img alt="" border="0" src="http://stats.wordpress.com/b.gif?host=prevalence.wordpress.com&amp;blog=1251455&amp;post=352&amp;subd=prevalence&amp;ref=&amp;feed=1" width="1" height="1" />]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Ich glaube es als Wiederholung auch noch als Kind gesehen zu haben, aber damals habe ich überhaupt nicht begreifen können, wie progressiv es ist. Hat &#8211; wenn gesehen &#8211; wohl mit zu einer linken Sozialisation verholfen. Wirklich toll. Zitat eines Genossen: &#8222;Ich komm gar nicht darauf klar, wie progressiv das ist.&#8220; Nimmt einen schon mit, welche geniale Kindersendung hier geschaffen wurde. Auch für Menschen, die es nicht kennen, sehr interessant.</p>
<p>Unkommentiert, in Reihenfolge der Großartigkeit (mehr oder weniger):</p>
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<span style="text-align:center; display: block;"><a href="http://prevalence.wordpress.com/2010/04/24/rappelkiste/"><img src="http://img.youtube.com/vi/I48I-HqqkdA/2.jpg" alt="" /></a></span>
<span style="text-align:center; display: block;"><a href="http://prevalence.wordpress.com/2010/04/24/rappelkiste/"><img src="http://img.youtube.com/vi/MjCcTIGaQp8/2.jpg" alt="" /></a></span>
<span style="text-align:center; display: block;"><a href="http://prevalence.wordpress.com/2010/04/24/rappelkiste/"><img src="http://img.youtube.com/vi/N-0HcpB8tHM/2.jpg" alt="" /></a></span>
<br />Einsortiert unter:<a href='http://prevalence.wordpress.com/category/jugendproteste/'>Jugendproteste</a>, <a href='http://prevalence.wordpress.com/category/krieg/'>Krieg</a>, <a href='http://prevalence.wordpress.com/category/medien/'>Medien</a>, <a href='http://prevalence.wordpress.com/category/religion/'>Religion</a>  <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/gocomments/prevalence.wordpress.com/352/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/comments/prevalence.wordpress.com/352/" /></a> <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/godelicious/prevalence.wordpress.com/352/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/delicious/prevalence.wordpress.com/352/" /></a> <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/gofacebook/prevalence.wordpress.com/352/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/facebook/prevalence.wordpress.com/352/" /></a> <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/gotwitter/prevalence.wordpress.com/352/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/twitter/prevalence.wordpress.com/352/" /></a> <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/gostumble/prevalence.wordpress.com/352/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/stumble/prevalence.wordpress.com/352/" /></a> <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/godigg/prevalence.wordpress.com/352/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/digg/prevalence.wordpress.com/352/" /></a> <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/goreddit/prevalence.wordpress.com/352/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/reddit/prevalence.wordpress.com/352/" /></a> <img alt="" border="0" src="http://stats.wordpress.com/b.gif?host=prevalence.wordpress.com&amp;blog=1251455&amp;post=352&amp;subd=prevalence&amp;ref=&amp;feed=1" width="1" height="1" />]]></content:encoded>
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		<item>
		<title>China als Regionalmacht (Teil 6): Fazit</title>
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		<pubDate>Wed, 21 Apr 2010 15:09:00 +0000</pubDate>
		<dc:creator>krempel</dc:creator>
				<category><![CDATA[Herrschaftspolitik]]></category>
		<category><![CDATA[Internationales]]></category>
		<category><![CDATA[Riots & Revolte]]></category>

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		<description><![CDATA[Wenn irgendein Land derzeit die weltpolitische Machtkonstellation, den weltweiten Kapitalismus und die internationale Bourgeoisie in Aufregung versetzt, dann ist es die Volksrepublik (VR) China. Doch nicht nur für die herrschende Klasse, auch für soziale Bewegungen, die radikale Linke, bürgerliche und marxistische Forschung und Politik ist China ein extrem wichtiger Faktor. Teil 2 der Serie “China [...]<img alt="" border="0" src="http://stats.wordpress.com/b.gif?host=prevalence.wordpress.com&amp;blog=1251455&amp;post=333&amp;subd=prevalence&amp;ref=&amp;feed=1" width="1" height="1" />]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Wenn irgendein Land derzeit die weltpolitische Machtkonstellation, den   weltweiten Kapitalismus und die internationale Bourgeoisie in Aufregung   versetzt, dann ist es die Volksrepublik (VR) China. Doch nicht nur für   die herrschende Klasse, auch für soziale Bewegungen, die radikale  Linke,  bürgerliche und marxistische Forschung und Politik ist China ein  extrem  wichtiger Faktor. Teil 2 der Serie “China als Regionalmacht”.  Nachdem  wir die Konkurrenzsituation zwischen den USA und der  Volksrepublik und  das Bedrohungsszenario durch das US-Militär bereits  angesprochen haben,  wollen wir uns nun dem Militär der VR zuwenden.  Dessen Zielsetzung und  Entwicklung ist von entscheidender Bedeutung, um  Chinas Rolle in  Ostasien zu verstehen und die politische Entwicklung  in dieser Region.<span id="more-333"></span></p>
<p>Die Rolle der Volksrepublik China transformiert sich nicht nur in Ostasien. Überall auf der Welt versucht China zu investieren, politische Unterstützung und wirtschaftliche Macht zu gewinnen. Versucht Ressourcen und Handelswege für sich in Anspruch zu nehmen. In Ostasien dominiert China das politische Geschehen inzwischen stark. Im nächsten Jahr wird China vermutlich Japan als zweitgrößte Wirtschaftsmacht überholen. Auch militärisch kann Japan nicht mehr mit der VR mithalten. Staaten des ostasiatischen Raumes orientieren sich an der chinesischen Führung und suchen eine engere Verbindung. Und im Gegensatz zu Japan ist für China noch genügend Spielraum darauf aufzubauen.</p>
<p>Der Warenexport und der Kapitalimport waren der Katalysator des chinesischen Wirtschaftswachstums. Mit der Wirtschaftskrise ist der Export jedoch reduziert worden. China muss daher die eigene Industriewirtschaft stärken, um sich weiter von etwaigen Abhängigkeiten zu lösen. Zum Beispiel mit den USA, denn derzeit sind beide Länder voneinander abhängig und profitieren voneinander. Nur deshalb scheint die Konkurrenz zwischen den beiden Mächten noch so zahnlos.</p>
<p>Gleichzeitig bereiten sich beide Staaten auf einen militärischen Konflikt vor, der auf lange Sicht unvermeidlich scheint; auch, wenn noch nicht klar ist, welche Größe er annehmen wird. Das chinesische Militär rüstet auf und technisiert sich enorm. Auch die US-Armee rüstet für einen Zusammenstoß. Ein dritter Weltkrieg wäre derzeit eine bizarre Vorstellung, ein kleiner militärischer Konflikt um pazifische Gebiete in Ostasien hingegen nicht. Beide Regierungen versuchen eine solche Zukunft allerdings möglichst lange herauszuschieben und bemühen sich um Konfliktschlichtung.</p>
<p>Die Rolle Chinas in Ostasien ist von den grundsätzlichen Widersprüchen des Kapitalismus und der imperialistischer Mächte geprägt. Herangezogen vom Kapitalexport der wirtschaftlich starken Staaten, macht die Stärke der Volksrepublik ihnen inzwischen Sorgen. Obwohl sie vom Handel mit den USA abhängig sind, will sich die chinesische Führung doch von ihr unabhängig machen, denn gerade die Verflechtung mit den USA erschweren eine harte Position in der Ost-asiatischen Region. Die Rolle der VR als „Werkbank der Welt“, von der das chinesische Kapital so profitiert hat, zwingt es in der Wirtschaftskrise zu einem Aufbau der Industrieproduktion im eigenen Land.</p>
<p>Wirtschaftlich stark geworden ist die VR durch massive Ausbeutung des chinesischen Proletariats. In Armut und Elend gelassen, Umweltzerstörung und bürokratischer Willkür ausgesetzt, schlecht bezahlt und praktisch rechtlos, war es die chinesische ArbeiterInnenklasse, die für wenig Geld viel Mehrwert schuf. Angeführt von einer aus dem Stalinismus herrührenden Bürokratie, die eingesehen hat, dass der Kapitalismus ihre sozialen Privilegien nicht nur verteidigen sondern enorm verbessern kann, ist die Volksrepublik das Paradebeispiel eines ehemals degenerierten ArbeiterInnenstaates.</p>
<p>Was sind die Konsequenzen aus dieser Analyse? Sie deutet darauf hin, dass China durchaus dazu in der Lage ist, sich einen Platz im imperialistischen Mächtespiel zu verschaffen. In Ostasien ist China der wohl wichtigste Faktor für die regionale Politik und gräbt den USA wirtschaftliche wie politische Macht ab. Die wirtschaftliche Stärke führt zu einer internationalen Interessendurchsetzung – insbesondere im Ost-asiatischen Raum. Eine Interessendurchsetzung ohne Krieg wird irgendwann an ihre Grenzen stoßen, was für den östlichen Bereich Asiens eine sich verschärfende politische und militärische Situation bedeutet. Die VR wird die wirtschaftlichen Interessen der eigenen Bourgeoisie durchsetzen wollen – mit militärischer Gewalt, wenn es opportun ist.</p>
<p>Das chinesische und internationale Proletariat hat sich davon allerdings überhaupt nichts zu erwarten. Weder die VR China noch die USA oder irgendein Land, welches in Ostasien seine Interessen verfolgt, hat der ArbeiterInnenklasse etwas anderes zu bieten als Ausbeutung und eine tendenzielle Verschlechterung ihrer sozialen Lage. Die bürgerlichen Staaten, die als ideelle Gesamtkapitalisten die Interessen der nationalen Bourgeoisie durchsetzen, können sich nur an der internationalen Konkurrenz orientieren.</p>
<p>Einzig und allein die ArbeiterInnenklasse ist durch Proteste und Kämpfe dazu in der Lage, sich davon zu befreien. Ob es nun um kleine Zugeständnisse, demokratische Rechte, Umweltschutz oder ein Ende der Korruption geht – nur durch ökonomischen Druck von unten, der die Profite der chinesischen KapitalistInnen bedroht, können sie durchgesetzt werden. Die derzeitige Entwicklung deutet auf unmittelbare Verbesserungen hin. Die Kämpfe nehmen an Stärke und Radikalität zu, stellen die kapitalistische Herrschaft allerdings nicht grundlegend in Frage. Zwar werden inzwischen auch politische Forderungen formuliert, diese orientieren sich allerdings am Notwendigsten der bürgerlichen Demokratie und gehen nicht darüber hinaus. Für eine weitergehende Perspektive scheint es derzeit auch keinerlei politische Kraft zu geben, was natürlich mit der politischen Unterdrückung durch die KPCh selbst zu tun hat.</p>
<p>Zumindest zum Erringen grundlegender politischer Rechte und sozialer Zugeständnisse sind die Proteste der ArbeiterInnen allerdings durchaus in der Lage. Für die VR stellt sich dann die Frage: Ist ein Wirtschaftswachstum, eine Durchsetzung der kapitalistischen Interessen wie derzeit weiterhin möglich, wenn die Führung solche Zugeständnisse machen muss? Diese Frage lässt sich derzeit noch nicht abschließend beantworten. Es ist jedoch klar, dass mit einer weiteren Industrialisierung des eigenen Landes die sozialen Konflikte zunehmen werden und sich ausbreiten können. Wenn die chinesische Führung darauf nicht reagieren kann oder will, könnte das ihre Machtbasis deutlich bedrohen. Die chinesische Führung könnte darauf mit einer massiven Repressionswelle reagieren. Die Zukunft des innerchinesischen Klassenkampfes ist noch nicht ausgemacht.</p>
<p>Ausgemacht ist allerdings, dass ohne eine Revolution durch die ArbeiterInnenklasse die grundsätzlichen Interessen der chinesischen Bourgeoisie und die Widersprüche des globalen Kapitalismus nicht beendet werden können. Daher erscheint ein Szenario bei weitem am wahrscheinlichsten. Die sozialen Kämpfe werden politische wie ökonomische Privilegien erkämpfen, um ein innenpolitisches Chaos zu verhindern. Dies wird die Profite des chinesischen Kapitals schmählern, wodurch sich die internationale Konferenz zwischen China und anderen Staaten verschärfen wird. Ein militärischer Konflikt und eine innerimperialistische Konfrontation werden daher wahrscheinlicher. Allerdings kann sich die chinesische Elite durch die Entwicklung der Produktivkräfte im Inneren des Landes vielleicht so stärken, dass Zugeständnisse bei einem ähnlich großen Wachstum möglich sind. Auch in diesem Fall wäre ein Konflikt nicht komplett aufgehoben, aber möglicherweise aufgeschoben. Letzteres ist aber von der Entwicklung des globalen Kapitalismus abhängig, welcher schon in den nächsten Jahren in eine erneute Krise stürzen kann. Der Kampf um Ressourcen, Märkte und Profite wird sich verschärfen, und dies wird nicht nur auf Kosten der chinesischen ArbeiterInnen gehen.</p>
<p>Es liegt also an der chinesischen und internationalen ArbeiterInnenklasse, die imperialistischen Staaten daran zu hindern, in einen erneuten Krieg zu ziehen, der ihnen nichts außer Tod und Leid bietet. Es liegt an ihr, sich von der kapitalistischen Ausbeutung zu befreien, die China zu der Wirtschaftskraft gebracht hat, das es heute ist. Eine Regionalmacht ist China nur durch sie.</p>
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		<title>China als Regionalmacht (Teil 5): China als Regionalmacht</title>
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		<pubDate>Wed, 21 Apr 2010 14:55:04 +0000</pubDate>
		<dc:creator>krempel</dc:creator>
				<category><![CDATA[Herrschaftspolitik]]></category>
		<category><![CDATA[Internationales]]></category>
		<category><![CDATA[Krise]]></category>

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		<description><![CDATA[Wenn irgendein Land derzeit die weltpolitische Machtkonstellation, den weltweiten Kapitalismus und die internationale Bourgeoisie in Aufregung versetzt, dann ist es die Volksrepublik (VR) China. Doch nicht nur für die herrschende Klasse, auch für soziale Bewegungen, die radikale Linke, bürgerliche und marxistische Forschung und Politik ist China ein extrem wichtiger Faktor. Teil 2 der Serie “China [...]<img alt="" border="0" src="http://stats.wordpress.com/b.gif?host=prevalence.wordpress.com&amp;blog=1251455&amp;post=331&amp;subd=prevalence&amp;ref=&amp;feed=1" width="1" height="1" />]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Wenn irgendein Land derzeit die weltpolitische Machtkonstellation, den  weltweiten Kapitalismus und die internationale Bourgeoisie in Aufregung  versetzt, dann ist es die Volksrepublik (VR) China. Doch nicht nur für  die herrschende Klasse, auch für soziale Bewegungen, die radikale Linke,  bürgerliche und marxistische Forschung und Politik ist China ein extrem  wichtiger Faktor. Teil 2 der Serie “China als Regionalmacht”. Nachdem  wir die Konkurrenzsituation zwischen den USA und der Volksrepublik und  das Bedrohungsszenario durch das US-Militär bereits angesprochen haben,  wollen wir uns nun dem Militär der VR zuwenden. Dessen Zielsetzung und  Entwicklung ist von entscheidender Bedeutung, um Chinas Rolle in  Ostasien zu verstehen und die politische Entwicklung in dieser Region. <span id="more-331"></span></p>
<p>Das ökonomische Wachstum und das militärische Aufrüsten der VR ändert natürlich seine Rolle innerhalb des ostasiatischen Raumes signifikant. Auf die Verbindung zu Nordkorea wurde bereits eingegangen, für die Kontrolle über die Region sind aber andere Staaten weit wichtiger. Japan besitzt noch immer – obwohl es seit 2008 offiziell in Rezession ist – das zweitgrößte BIP der Welt. Selbst Südkorea liegt auf Platz 15. Und auch wenn sie nicht Nord-Ost-Asien gehören, so spielen die auch die ASEAN Staaten eine Rolle, deren gemeinsames BIP ungefähr so groß ist wie das von Brasilien. Sie sind gerade für die ostasiatischen Staaten ein wichtiger Investitionsraum.</p>
<p>Letztere Staaten scheinen sich allerdings immer mehr von China beeinflussen zu lassen. So sehr, dass sich der neue Verteidigungsminister der USA, Robert Gates, dazu gezwungen sah, eine rein ost-asiatische Region ohne US-amerikanischen Einfluss als unmöglich abzutun.<a href="#_ftn1">[1]</a> Gleichzeitig versucht China seine Marineflotte in dieser Region zu stärken und alternative Seewege zu etablieren. Verschiedene Staaten des Ost-asiatischen Raumes sehen die VR als konstruktiven Handelspartner und nichtbedrohliche Regionalmacht.</p>
<p>Allerdings versucht auch Südkorea in dieser Region zu investieren, und hat mit Vietnam eine „strategische kooperative Partnerschaft“ abgeschlossen. Für Südkorea ist China zwar inzwischen der größte Handelspartner und wird damit auch politisch immer wichtiger.<a href="#_ftn2">[2]</a> Südkorea ist außerdem Chinas drittgrößter Handelspartner. Gleichzeitig ergibt sich mit den ASEAN Staaten allerdings eine Konkurrenzsituation. Doch um derlei Probleme auszumerzen, treffen sich die Herrschenden der Staaten regelmäßig und selbst ein militärischer Austausch ist nichts Ungewöhnliches mehr.</p>
<p>Gleichzeitig darf man den Konflikt um Nordkorea nicht ignorieren. China ist an einem stabilen nordkoreanischen Staat, perspektivisch auf kapitalistischer Grundlage, interessiert; Südkorea hingegen interessiert sich für eine Wiedervereinigung, um die nördliche Halbinsel politisch wie ökonomisch zu kontrollieren. Zusätzlich ist Südkorea weiterhin deutlich abhängiger von den USA als es Japan einmal war und daher sind auch die militärischen Bindungen mit den USA deutlich größer. Dies verschärft natürlich auch etwaige Konfliktlinien mit der Volksrepublik.</p>
<p>Auch Japan versucht immer deutlicher, sich vom US-Einfluss zu verabschieden. <em>„Until now, we have tended to be too reliant on the United States”, </em>behauptet der japanische Premierminister Yukio Hatoyama, der stattdessen einen stärkeren Fokus auf den asiatischen Raum legen will. Dabei geht es nicht nur um China und Südkorea, als er bei einem gemeinsamen Treffen mit diesen beiden Staaten davon sprach; sondern er schließt auch Indien, Australien, Neuseeland und die ASEAN Staaten dabei mit ein. Dies sind alles Staaten, die sich mehr als zuvor an der chinesischen Führung orientieren. Bürgerliche Kräfte in den USA haben vor genau dieser Perspektive Angst und sie scheint nicht völlig ausgeschlossen, da China Japan wirtschaftlich inzwischen gewachsen ist. Und während Japans Wirtschaftskraft sinkt, seine Exporte schrumpfen, Arbeitslosigkeit auf einem Höchststand ist, so gewinnt China Raum, den es nur durch seinen wirtschaftlichen Aufstieg legitimieren kann.</p>
<p>Tatsächlich hat Japan im Jahr 2008 ein gemeinsames Papier mit der VR verabschiedet, welches die gemeinsamen Interessen als fruchtbar und die sino-japanische Beziehung als eine der wichtigsten bilateralen Beziehungen überhaupt einschätzt.<a href="#_ftn3">[3]</a> Zwischen 1993 und 2003 war Japan Chinas wichtigster Handelspartner,  2007 wurde China Japans wichtigster Handelspartner, mit einem Handelsvolumen von 236 Milliarden Dollar.<a href="#_ftn4">[4]</a> Durch die starken wirtschaftlichen Verflechtungen verbessern sich die politischen Beziehungen stetig; auch wenn es möglicherweise noch zu nationalen Konflikten um historische Konflikte kommen kann.</p>
<hr size="1" /><a href="#_ftnref1">[1]</a> „There is little room for a seperate ‚East Asian order‘“, zitiert nach World Socialist Web Site: <strong>Singapore security forum points to US-China tensions</strong>, http://wsws.org/articles/2008/jun2008/chin-j09.shtml, 09.06.2008<strong> </strong></p>
<p><a href="#_ftnref2">[2]</a> The New York Times: <strong>South Korea Rising, </strong>http://www.nytimes.com/2009/10/24/opinion/24iht-edbowring.html?_r=2&amp;partner=rssnyt&amp;emc=rss, 23.10.2009<strong> </strong></p>
<p><a href="#_ftnref3">[3]</a> Ministery of Foreign Affairs of Japan: <strong>Joint Statement between the Government of Japan and the Government of the People&#8217;s Republic of China on Comprehensive Promotion of a &#8222;Mutually Beneficial Relationship Based on Common Strategic Interests&#8220;, </strong>http://www.mofa.go.jp/region/asia-paci/china/joint0805.html, 07.05.2008</p>
<p><a href="#_ftnref4">[4]</a> People’s Daily: <strong>Launching a new era in China-Japan relations</strong>, http://english.people.com.cn/90002/93900/6408319.html, 12.05.2008</p>
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