header image
 

Die Polizei im Nacken und die Privatsphäre im Arsch

So jedenfalls ab 2008, wenn die Polizei in Berlin offiziell BVG Videos gucken darf. Nun, die Videos sehen durfte sie bisher auch schon. Aber erst, wenn etwas passiert ist - also zur besseren Strafverfolgung. Eine Verhinderung von Verbrechen konnte damit nicht stattfinden. Aber jetzt geht das! Und das ist super! Wenn uns BerlinerInnen die Polizei ständig beobachten kann, auf dem Bahnhof, dann sind wir alle sicher! Keiner wird mehr von psychisch Kranken vor die Bahn geschubst! Drogendealer werden aufhören ihre Drogen zu dealen - zumindest auf dem Bahnhof! Und wenn die Kofferbombe dasteht, kann die Polizei live dabei sein, wenn sie uns um die Ohren fliegt! Genial. Hunderte, nein was rede ich, tausende Verbrechen werden so verhindert! Kein Mensch wird mehr Drogen nehmen. Also keine Drogen, die er auf dem Bahnhof gekauft hat!

Mancher möge nun einwenden, dass sie Berliner Bahnhofsgegend kein wirklicher Ort für Privatsphäre sei. Dem sei aber gesagt: Der Staatsapparat weiß nun, welchen weg der Bürger täglich (mit den Öffentlichen) zurücklegt und wann er das tut.

Der Staatsapparat kann nun zusehen, wie der 14 jährige, frisch Verliebte seiner Freundin den ersten Abschiedskuss gibt - aber so, dass es ja keiner merkt.

Der Staatsapparat hat nun leichtes Spiel damit, den Tagesablauf von Menschen zu verfolgen: Wo sie langfahren, das weiß er ja schon.

Und schlussendlich laufen die Bürger Gefahr, verdächtigt zu werden - obwohl gar nichts geschieht oder gar nichts geschehen wird. Aber es könnte ja, stimmt’s? Dieser dunkelhäutige Mensch steht schon verdächtig lange mit dem Koffer auf dem Bahnhof. Und er guckt sich so verdächtig um. Der muss ja zwangsläufig etwas im Schilde führen, dieser Ausländertyp!

Big Brother

Interessant bei dieser Entwicklung ist auch, dass die Polizei künftig bei drohender - kleinerer Gefahr - Handys orten darf. Beispielsweise Menschen mit Selbstmordabsichten - oder Kinder die vermisst sind.

Die Frage ist jedoch: Geht es die Polizei etwas an, wenn Menschen sich umbringen wollen? Sicher, Selbstmord ist keine Lösung für die Probleme (das sehen auch potenzielle SelbstmörderInnen so) . Aber haben wir als Mitbürger das Recht ihn/sie dazu zu zwingen, am Leben zu bleiben - auch, wenn er/sie das gar nicht will? Manchmal ist Leben oder Sterben das Einzige, worüber Menschen frei entscheiden können. Und das sollte auch so bleiben. Für Egoismus beim Selbstmord.

Fallbeispiel “vermisstes Kind”: Die Polizei kann nun jedes Kind orten, dass sich heimlich zum Freund bzw. zur Freundin geschlichen hat. Sie kann jedes Kind orten, dass heimlich auf eine Party gegangen ist. Und jedes Kind, dass einfach seine Ruhe und seinen Freiraum braucht vor Eltern und Erwachsenen allgemein. Damit stehen Tür und Tor offen für die Vernichtung jeglicher Privatsphäre für Kinder. Dabei sind gerade Geheimnisse wichtig für die Persönlichkeitsentwicklung - und jedes Kind hat ein Recht auf sie.

Problematisch ist es natürlich, wenn Kinder mehrere Tage vermisst wurden. Wenn die Polizei damit Kinderleben rettet - fein. Aber wer garantiert die Rettung der Privatsphäre der Kinder vor überbesorgten Eltern? Denn gesetzlich abgeregelt ist es nicht, ab wann die Polizei nach vermissten Kindern sucht, das gilt nur für Erwachsene. Siehe hierzu auch das BKA.

Letztlich reiht sich dieses Geschehen in eine Reihe weiterer Gesetzesverschärfungen ein, die die Bürger- und Freiheitsrechte beschneiden. Vorratsdatenspeicherung dürfte hier ein Stichwort sein. Ausbau der Kameras. Internierung auf Verdacht. Und so weiter. Das Wasser brüht schon - bis es kocht und der Frosch mit Namen Privatsphäre geplatzt ist, dauert es nicht mehr lang.

Weiterführende Infos:

“Bahn und Bundespolizei sind unser Vorbild”

Taz: Ein schlechter Tausch

Stoppt Vorratsdatenspeicherung!

Linker verlinkt linke Artikel

Journalismus funktioniert nur gut, wenn er aktuell ist und Themen anschneidet, die für das derzeitige Weltgeschehen momentan von Bedeutung sind. Ernsthafte, fundierte Berichte und Kommentare zu veröffentlichen muss steht also immer unter Zeitdruck.Da ich dies aufgrund meiner Faulheit als Mensch und Nebenbeschäftigung als Schüler kaum leisten kann, habe ich mir überlegt, euch in regelmäßigen Abständen mit Artikeln zu versorgen, die mich überzeugen, die mich schockieren, die mich weitergebildet haben. Dinge, auf die ich von selbst vielleicht nichtmal gekommen wäre.

Beginnen möchte ich mit dem Leitartikel des aktuellen Freitag. Selbiger berichtet über die Rüstungspolitik und weist darauf hin, dass viele Indizien dafür sprechen, dass die Rüstungspolitik der USA im mittleren Osten einem langfristigen Destabilisierungsplan folgen.

Mohammed und die Brandstifter

SEHENDEN AUGES*Die amerikanischen Rüstungspläne für den Nahen und Mittleren Osten sind so rational wie irrsinnig

Auch wenn die marxistische Geschichtsinterpretation mehr als offensichtlich ist, überrascht es, wie gut das konstruierte Bild funktioniert. Liegt die Destabilisierung der US Regierung wirklich in ihrem ureigensten wirtschaftlichen Interesse? Sind die Fehler der Bush Regierung eigentlich Kalkül? Vor allem: Ist die Bush Regierung wirklich derartig korrupt und verlogen - mehr als es jeder Bush Hasser eigentlich vermutet?

Das Bush selbst hierbei nicht der planende Kopf ist, das ist klar. Jedoch wäre ein derartige Politik mehr als es dickliche Bush Kritiker mit Namen Michael Moore je erwarten würden.

Ich bin ehrlich gesagt unschlüssig, ob man dieses Bild, welches Mohssen Massarrat malt, als paranoid abtun sollte - oder ob ich wirklich Angst haben muss, dass der Schaden, den die USA im Nahen Osten anrichten will, nicht umkehrbar ist. Es wäre eine Tragödie ungeahnten Ausmaßes für die Menschen in diesem Gebiet. Durch weiteren Terror auch für die Welt - und nicht zuletzt unsere Bürgerrechte, die durch drohenden Terror illegitim beschnitten werden.

Was denkt ihr? Müssen wir Angst haben?

Born A Lion

 

Bands zu entdecken ist eine tolle Sache. Meist geschieht dies durch Empfehlungen von Freunden, das Internet oder Plattformen des Web 2.0. Last.fm oder Kapitalisten-MySpace bieten da ja mannigfaltige Möglichkeiten. Doch Musik durch Lehrkörper empfohlen zu bekommen, das ist doch irgendwie neu.

So geschehen mit Ted Leo And The Pharmacists, welche mir mein Physiklehrer aus der 8. Klasse ans Herz legte - und das durchaus zu Recht.

Ted Leo And The Pharmacists

Ted Leo gründete die Band, welche ursprünglich als Solo Projekt gedachte war, 1999 und veröffentlichte das Album tej leo(?), Rx / pharmacists auf dem Label Gern Blandsten Records. Im Jahr darauf wurde aus dem Projekt tatsächlich eine Band, als Ted die Band um James Canty als Gitarristen, Jodi V.B als Bassisten und Amy Farina als Schlagzeugerin erweiterte. In dieser Formation nahm man die EP Treble in Trouble auf.

Nach diversen Line-Up Wechseln veröffentlichte man Shake the Sheets, welches sich durch politische und gesellschaftskritische Inhalte auszeichnet. Beispielsweise spricht Ted in “Me And Mia” Menschen an, die unter Essstörungen leiden und fordert sie auf dagegen anzukämpfen.

Not doctors, nor your mom and dad, but me and Mia, Ann and Ana
Know how hard you try. Don’t you see it in my eyes?
Sick to death of my dependence, fighting food to find transcendence

Nach der Veröffentlichung des aktuellen Albums Living With the Living im Jahr 2007 touren Ted Leo And The Pharmacists derzeit durch Europa. Die aktuelle Besetzung bilden Ted Leo, Dave Lerner am Bass, Chris Wilson am Schlagzeug und James Canty, der als Tourunterstützung für “Living With The Living” als Gitarrist dabei ist.

Die Indie-Band aus New Jersey besticht vor allem durch eine sehr einfache Besetzung, bestehend aus Gitarre, Bass und Schlagzeug, die es jedoch trotzdem schafft einen sehr individuellen Klang zu erzeugen. Die Gitarre ist teilweise ungewöhnlich verzerrt und besitzt einen sehr rauhen Sound, welche die Songs dominiert. In Verbindung mit der Stimme des Songwriters und Gitarristen ergibt sich ein ungewöhnliches Klangerlebnis mit hohem Wiedererkennungswert.

Eigentlich dürfte es nicht überraschen, dass bei einer derartigen Besetzung, die ähnlich schlicht ist, wie bei vielen Punk Bands, ein Sound herauskommt, der sich am besten als Post-Punk bezeichnen lässt. Durch das Schlagzeug wird eine starke Dynamik erzeugt, die sofort ins Blut geht und die Beine zum Zappeln bringt. Schnelle Rhythmen in Verbindung mit abwechslungsreichen Gitarrenriffs definieren Ted Leo And The Pharmacists. Jedoch spielt diese Band keinen einfachen Punk, sondern verbindet diesen mit Elementen des Indie- und Classic-Rocks. Durch Ted Leos Gesang wird jeder Song auf seine Art und Weise einzigartig.

Links:

MySpace

Homepage

Last.fm

Englische Wikipedia

PS: Gerade tritt die Band im Magnet auf und ich ärgere mich, dass ich nicht einen oder zwei Tage vorher dazu kam mir die Alben anzuhören. Ich hätte natürlich auch so hingehen können - aber meinen ehemaligen Lehrer in dem kleinen Club zu treffen fand ich dann doch irgendwie komisch.

Umzug!

Hiermit bin ich also offiziell umgezogen. Warum eigentlich? Nun, gehen wir die Punkte doch einfach nacheinander durch:

Erstens besitzt WordPress entscheidende Features, wie Trackbacks, Statistiken, neuen Themes und Sidebarmodifikationen etc. Zwar besaß auch Blogger Möglichkeiten die Sidebar zu modifizieren – dort geschah dies alles jedoch deutlich manueller. Zwar ist das Bloggen an sich so komplizierter geworden; insgesamt jedoch praktischer und hübscher.

Ein weiterer Grund meines Umzuges ist meine stetige Distanzierung von Google. Ich vertraue Google bzgl. meines Datenschutzes nicht mehr und möchte mich, zumindest, was meine Gedankengänge, Meinungen und privaten Dinge angeht, von diesem Konzern entfernen. Man kann das gut und gern als paranoid bezeichnen, aber mein Datenschutz wird mir einfach immer wichtiger (und ja, mir ist das Paradoxon eines Online Tagebuchs in Zusammenhang mit dem Datenschutz durchaus bewusst.).

Natürlich hat WordPress gewisse Nachteile: Schon jetzt sehe ich, dass ich kein Java Script nutzen kann, wodurch es mir unmöglich wird den Irrepressible Banner auf dieser Weise weiterhin zu nutzen. Muss es eben ein statischer Banner sein. Schade, aber das ist nicht zu ändern.

Ich melde mich bald mit einer weiteren Comicempfehlung und/oder einem politischen Post zurück, bis dahin müsst ihr allerdings noch ausharren. Ich weiß ja, dass ihr nach meinen Artikeln giert, ja, es für euch lebensnotwendig ist. Ich will euch also nicht enttäuschen!

 

Also dann, auf bald!

 

Jojo/Krempel.

Jailbird

Da hat sie sich wohl zu früh gefreut, die Paris. Eigentlich wurde sie heute in die (fast) Freiheit entlassen, nach drei Tagen Gefängnis. Angeblich seien medizinische Probleme der Grund gewesen, doch nicht unberechtigt zweifelten sowohl die Bürger als auch die Medien an der Entscheidung des Sheriffs.
Vom Gericht allerdings wurde die frühzeitige Entlassung ausdrücklich untersagt. Dies mag wohl auch der Grund gewesen sein, warum ein Staatsanwalt Einspruch gegen die Fußfesselbegnadidung eingelegt hat. Und dies mag wohl auch der Grund gewesen sein, warum die Entscheidung durch den Richter Michael Sauer aufgehoben wurde.
Unter Tränen wurde Paris also abgeführt, begleitet von einer Medienkolonne - für die erneute Verhaftung seien laut RTL sogar Sendungen unterbrochen worden. Ob aus Empörung über die Ungleichheit der Justiz, über die sich auch Civil Rights Gruppen beschwerten oder schlicht aus der Sucht nach Sensationen, das sei dahingestellt.
Fans sind tief bestürzt, Bürgerrechtler beruhigt, und Paris im Knast. Am meisten Spaß an der ganzen Affäre hat wohl die Internetgemeinde: Ob Petitionen, fiktiven Tagebüchern,(alternativ auch auf deutsch) oder Karikaturen, - das Web 2.0 liegt am Boden vor Lachen.
Irgendwo auch zurecht.PS: Danke an Sevigny für die Steilvorlage. ;P

We Are What We Do

Titel sollen interessant wirken und Aufmerksamkeit erregen. Oftmals weisen sie schon in die Richtung des Artikels und das grundlegende Thema. Insofern ist unnötig einen neuen Titel für ein Thema zu erfinden, dass sich selbst schon so perfekt beschrieben hat. „We Are What We Do“ ist „keine Wohltätigkeitsorganisation“ und auch „keine Institution“ Man beschreibt sich selbst als Bewegung, mit dem Ziel die Welt zu verändern. Zugegeben, dass klingt noch sehr hoch gegriffen. Doch „We Are What We Do“ will diese Veränderung nicht selbst herbeirufen – jedenfalls nicht allein. Es geht um die aktive Teilnahme so vieler Menschen wie möglich. Das Prinzip „Jeden Tag eine gute Tat“ wird hier nicht neu definiert, aber aufgegriffen und weitergeführt.
Als Inspiration dient die Internetseite http://www.wearewhatwedo.de/. Dort sind viele Möglichkeiten aufgeführt, wie jeder Einzelne von uns mit kleinen, für sich gesehen sehr banalen Tätigkeiten die Welt verändern kann. Denn man glaubt: Kleine Aktionen x viele Menschen = große Veränderung“. Das fängt bei zwischenmenschlichen Beziehungen an, wie zum Beispiel „Verschenke ein Lächeln“ oder „Lies einem kleinen Kind eine Geschichte vor“ und geht bis zu kleinen Umweltschutzaktionen wie „Drehe eine Energiesparlampe ein“ oder „Drehe deine Heizung 1° herunter“. Für sich genommen völlig wirkungslos, wenn nur ein Individuum dies vollzieht. Doch drehen viele Menschen eine Energiesparlampe ein oder drehen viele Menschen ihre Heizung herunter, dann kann sich dies auf unsere Klimaschutzpolitik stark positiv auswirken. In der Tageszeitung „Die Tageszeitung“ wurde letztens ein Bericht zitiert, der errechnet hat, wie viel es die Deutschen kosten würde, den CO2 Ausstoß um die gewollten 30% zu erreichen: 60€ im Jahr. Das sind 5€ im Monat, knapp 16 Cent pro Tag.
Ähnlich verhält es sich mit diesen Aktionen: Würde jeder Mensch diese Aktionen mitmachen, diese winzigen Aktionen, es würde die Welt nichtsdestotrotz zu einem deutlich besseren Platz machen. Da „jeder Mensch“ immer eine utopische Idee ist, so ist jedoch der Wunsch, dass es so viele wie möglich tun, groß und berechtigt. Denn es ist nicht schwer.
Ebenso kann man seine Mitmenschen inspirieren und selber Ideen hinzuschicken. Jeden Tag kommen Menschen hinzu, dauernd kommen neue Ideen. Seid dabei, wie sich die Welt verändert, “Be the change you want to see in the world”
, zitieren sie Mahatma Ghandi. 100 dieser Aktionen sind bereits in zwei Büchern veröffentlicht worden und können euch dabei helfen, eben dieser Wandel zu sein. Allein kann man vielleicht nicht die Welt verändern, doch man ist nicht allein.

Einfach die Welt verändern. 50 kleine Ideen mit großer Wirkung“ und „Einfach die Welt verändern im Job. 50 kleine Ideen mit großer Wirkung“ von Eugéne Harvey und David Robinson.

Action, Liebe, Action, Action

Eigentlich war das Scheitern von Beginn an klar. Man sah es schon den Trailern an: Wie soll es möglich sein, in einen Film von zwei Stunden vier Super- und Antihelden zu packen? Die Größe dieses Projekts in einen Film zu packen kann so nicht funktionieren. Und doch ist Spider-Man 3 kein schlechter Film.
De facto ist das Ganze überladen mit Hauptfiguren, so dass fast jeder der Gegenspieler – mitten im Kampf wohlgemerkt – jeweils für zehn Minuten nicht auf der Leinwand erscheint, weil Spiderman (Tobey Maguire) sich nebenbei auch noch um die Anderen kümmern muss. Zum Einen wäre da der Sohn des aus Teil eins bekannten Goblins, der nun als neuer Goblin (James Franco) versucht, sich an Spider-Man zu rächen, da er denkt, dieser habe seinen Vater getötet. Zusätzlich tritt als neuer Schurke der Sandman (Thomas Haden Church) auf, der Geld stiehlt um seine Tochter von einer Krankheit zu heilen, und der Gegenpol zu Spiderman selbst: Venom, dargestellt von Topher Grace, die Alienversion der Spinne, bestienartiger und wilder. Neben den obligatorischen Beziehungsproblemen, die eine Superheldenkarriere eben so mit sich bringt, ist das ein ziemlicher Brocken Inhalt. Kein Wunder also, dass vor allem die Antithese Spidermans viel zu kurz kommt. Es gibt kaum Möglichkeiten den Charakter wirklich auszubauen, ihm irgendwelchen Tiefgang zu geben. Dies ist nicht nur schade, das hätte man auch besser lösen können. War es wirklich nötig alle diese Charaktere auf einmal einzubauen? Da der Sandman eh nie Spidermans größter Feind war, hätte man ihn beruhigt auch weglassen können, es wäre kein Verlust, möglicherweise sogar ein Gewinn für den Storyaufbau gewesen.
Allerdings hat dieser schnelle Wechsel von Charakteren auch Vorteile – ständig passiert Etwas. Eben streitet sich der, durch das ständige Lob und Fangehabe der New Yorker überheblich gewordene, Spiderman noch mit M.J. (Kirsten Dunst), im nächsten Moment überfällt der Sandman eine Bank und kurze Zeit später taucht der Kobold wieder auf. Es bleibt kaum Zeit zum Atmen, die Action fesselt einen stetig an den Bildschirm. Damit kann auch der etwas schwache Anfang des Filmes, dessen Bedeutung sich erst im Verlauf der Geschichte erschließt, leicht wieder ausgeglichen werden.
Im Gegensatz zu dem kaum zum Zuge kommenden Venom, spielen James Franco als Harry Osborn und Tobey Maguire als Peter Parker, wenn sie mal nicht in ihren Superheldenkostümen stecken, ihre Charaktere voll aus. Harry als der aalglatte Charmbolzen, der leichte Gemeinsamkeiten mit Anakin Skywalker in Episode III aufweist, und Peter als der immer noch leicht verschüchterte Nerd, wirken stets sehr glaubwürdig und ihr Gegensatz im Privaten stellt sich auch in ihrer Behausung dar. Denn während Peter immer noch in einer abgewrackten Zweizimmerwohnung haust, bewohnt Harry eine Wohnung auf dem Dach eines Wolkenkratzers, die fast schon Villencharakter besitzt. Der in Teil Eins bereits aufgetretene Konflikt in Beziehung zu M.J., bahnt sich hier wieder seine hervor – zusätzlich zu der Tatsache, dass nun beide die Geheimidentität des Anderen kennen (siehe Teil Zwei).
Diese Fehde zieht sich durch den ganzen Film und kulminiert natürlich in einem furiosen Finale, dass durchaus einen würdigen Abschluss der Trilogie bildet. Mehr sei hier allerdings nicht verraten.
Spider-Man 3 wird nie langatmig, wirkt im Gegenzug teilweise sehr gequetscht. Nichtsdestotrotz bleibt es ein sehr guter Film, der es sogar schafft für ein paar Lacher zu sorgen, Emo Peter Parker sei Dank. Sehenswert.

Macht mit - lasst euch abzocken!

Vermutlich und hoffentlich ist meine Leserschaft nicht so dämlich und macht wirklich mit, aber das gibt es ja, Menschen, die bei 9Live für die vermeintlich leichten Rätsel anlegen. Das die Rätsel und das Konzept eine einzige Abzocke sind, das war ja irgendwo klar. Aber bisher nahm ich an, dass da einfach die richtige Lösung nie durchgestellt wird. Ich hör jedenfalls nie jemanden, der mit den Moderatoren spricht. Aber nein, das Ganze ist noch “nen Zacken schärfer”, wie man so schön sagt. Aber schaut doch einfach selbst:

Ich möchte (k)ein Eisbär sein

RTL sagt: “Die Liebe zu wilden Tieren ist wieder da!” Alle mögen ihn, alle wollen ihn sehen und alle finden ihn natürlich super niedlich. Ist ja auch knuffig, dieser Knut.
Doch Moment? Wilde Tiere? Kann denn ein junges Tier, aufgezogen von Menschen, in einem engen Zoogehege lebend und begafft von Menschenmassen, wirklich wild sein? Wohl kaum. Ich möchte mich hier gar nicht groß über die Artenschutzdebatte auslassen, die im Falle Knuts ausbrach – natürlich ist das nicht artgerecht ihn beim Wärter aufzuziehen. Aber können wir diese Tiere, die verstoßen wurden, einfach umbringen? Ich habe da meine Zweifel. Denn das Grundproblem ist ja der Zoo selbst, der dieses Problem erst schafft. Zwar behaupten zoologische Gärten und Tierparks, dass es ihnen darum gehe, Tierarten zu schützen und die Tiere artgerecht zu behandeln – doch wie viele werden dem gerecht? Vor allem: wie kann Etwas artgerecht bezeichnet werden, dass immer mit Gefangenschaft zu hat? Ein begrenzter Raum, der für Tiere erstmal eines bedeutet: Unfreiheit. Außerdem geht es nicht nicht nur sehr peripher um Artenschutz und das Weiterbilden der Bevölkerung. Denn wie lässt sich mit Artenschutz erklären, dass selbst Tierarten gehalten werden, deren Population nicht einmal ansatzweise gefährdet ist? Und mit welcher Begründung werden die Tiere dann tagtäglich einer Masse von Besuchern ausgesetzt? Diese Frage scheint mir ungeklärt, betrachtet man die Tatsache, dass die meisten Besucher nur wenige Minuten eine Art betrachten – dabei soll es dann zu Beobachtungen des Verhaltens kommen, die Aufschluss über eben jene Tiere gibt? In wenigen Minuten? Zoos und Tierparks sind vor allem dies: Touristenattraktionen und Profitinstitutionen auf Kosten von Lebewesen.
Knut treibt genau das auf den Gipfel. Das Interesse an ihm ist vor allem durch die Medien aufgebaut und als man merkte, dass sich mit dem süßen, kleinen Fratz bares Geld verdienen lässt, potenzierten sich Berichterstattung und damit verbunden Interesse an Knut. Menschenmassen die Knut in der stark begrenzten Besuchszeit beobachten wollen, Fotographen, Kameras, Blogs, tägliche Berichterstattung – es ist unerträglich. Vor allem unerträglich nervig. Ja, es ist ein Eisbär, ja, das ist selten und ja, er ist niedlich. Aber müssen wir deshalb mit Bildern und Berichten derartig überschwemmt werden?
Und ebenso wie der Spaceballs-Flammenwerfer, wird die Gesellschaft auch hier mit sinnlosem Merchandising zugemüllt – und jeder kauft’s. Ist ja gar nicht so dumm. Die Medien bauen massenhaft Interesse auf und nachdem jeder Knuddel-Knut ganz toll und süß findet schmeißt man Kuscheltiere, Karten und Süßigkeiten in Eisbärchenform auf den Markt. Ein Großteil folgt diesem Wahnsinn, selbst sonst völlig Tierdesinteressierte höre ich plötzlich rufen: er ist so niedlich!
Ich wartete bereits darauf, dass man Knut einfach patentiert, am besten mit Genmaterial. Ist durch das TRIPS-Abkommen der WTO vermutlich sogar abgesichert. Und so weit entfernt lag ich mit meiner Vermutung gar nicht – der Berliner Zoo hat Knut den Eisbären – inklusive Namen – rechtlich absichern lassen, damit man ihnen ja keinen Gewinn wegschnappt.
Und Knut kriegt nun auch ein neues Gehege – vermutlich wegen dem Besucherandrang. Aber es geht nicht darum, dass das Alte zu klein war, nein, es soll von allen Seiten einsehbar sein, damit ihn auch jeder begaffen kann. Soll ja niemand zu kurz kommen für sein Geld, nicht?
Ich werde das Gefühl nicht los, dass kein Besucher wirklich hinterfragt, wie gut es dem kleinen Bärchen geht. Es geht nur darum, dass man den kleinen zu Gesicht bekommt, gaffen, starren, Fotos machen. Eine Sensationsgeilheit wie bei Popstars. Die Medien diktierensund alle rennen mit. Jedoch kenne ich den Zoo und ich kenne auch die Gehege. Sie sind vor allem eins: Eng. Der Berliner Zoo liegt in Mitte, da ist schlicht kein Platz. Doch es geht darum dem Zuschauer möglichst viele Tiere vorzuführen. Und möglichst nah. So war es mir bei meinem letzten Besuch (der zum Glück Jahre her ist) möglich zu beobachten, wie eine Horde Kinder gegen die (Plastik-?)Glasscheibe des Gorilla Geheges schlug um seine Aufmerksamkeit zu bekommen. Wobei Gehege schon fast zu viel wäre. Es war ein kleiner Raum. Vermutlich nur wenige Quadratmeter größer als mein Zimmer, von der Gestaltung der kalten Wände will ich gar nicht reden.
Ähnlich dürfte es mit dem Bärengehege aussehen. Sobald Knut etwas älter wird und sich bewegen wird, bleibt ihm eben dies schnell verwehrt. Nach wenigen Schritten ist sein schon die Grenze erreicht und er muss umdrehen. Ähnlich wie Rilkes Panther wird auch er hin und her gehen. Artgerecht kann das nicht sein. Ganz abgesehen von den Besuchern, die ihn täglich bestaunen. Wobei, dann ist Knut ja nicht mehr so süß und es wird sich kein Schwein vom Nachbargehege mehr nach ihm umdrehen.
Es erscheint zynisch, dass gerade Knut als Symbol für den Artenschutz vorgeschlagen wurde. Sklaverei trifft es eher. Es gleicht den Freak Shows aus der Vergangenheit, mit dem Unterschied, dass eklig durch süß ersetzt wurde.
Fakt ist: Knut ist kein wildes Tier und wird es nie sein. Er ist ein Tier, geboren und aufgezogen in Gefangenschaft, dass dazu dient dem Zoo möglichst viel Geld einzubringen. Artenschutz kann in ihren angestammten Gebieten und vor allem und Zuschauermassen viel besser betrieben werden. So ist das ein Witz und völlig heuchlerisch.
Findet ihn süß, ist mir egal. Aber denkt darüber nach, wie er lebt und das Eisbären in Freiheit genauso süß sind. Und vor allem frei.

Creepin’ Up The Backdoor


Man stelle sich einen Vergnügungspark bei Nacht vor. Dunkelheit umschließt einen und der Nebel kriecht über den Boden. Das wenige Licht umspielt sonst lustige Statuen und Figuren, die jetzt so wirken als würden sie einem jederzeit an den Hals springen und eben jenen aufreißen. Und im Hintergrund läuft fröhlich typische Jahrmarktsmusik, die nichtsdestotrotz irgendwie gruselig wirkt. Creepy, isn’t it?
Das ist ungefähr die Atmosphäre, die Creature Feature umschließt. Amusement Park at night. Morbide Fröhlichkeit á la Nightmare Before Christmas gepaart mit toten Mickey Mäusen ergibt Etwas, das man gut und gerne als musikalische Meisterleistung bezeichnen kann. Denn was man sich auf ihrer MySpace Seite zu Gemüte führen kann verführt dazu sofort auf den Friedhof zu laufen und eine riesige Party zu schmeißen.
Creature Feature besteht aus Curtis Rx und Erik X, die ihr Projekt so heilig hüten, dass sie jede Form eine Plattenvertrages ablehnen um nicht beeinflusst zu werden. So produzieren sie sowohl die CD selbst, verschicken sie selbst und verlassen sich auf ihre Fans, dass diese (wie bei mir erfolgreich) Werbung machen. Dadurch gehen auch die Einnahmen der Verkäufe direkt an die Künstler ohne Abzüge durch Plattenfirmen.
Was bleibt noch zu sagen, außer, dass ihr euch diese Mischung aus Elektro und Halloween anhören sollt? Nichts, also tut, wie euch befohlen. Und tut es schnell, sonst endet ihr wie Mickey.