Bruno, der Bär

Tja, jetzt ist er also tot. Ein weiteres Zeichen dafür, dass die Menschen sich und ihren Profit über andere Lebewesen setzen. Beschweren sich darüber, dass er Schafe tötet, die sie selbst später wahrscheinlich für den Verkauf getötet hätten. Man kann sich ja schon glücklich schätzen, wenn sie sie nur zum Scheren halten. Bruno hat sich also zu sehr an den Menschen gewöhnt und hat deswegen Schafe getötet? Es gehört zu seinen natürlichen Verhaltensweisen, wenn sie in seiner Nähe gehalten werden. Auch wenn ein Bär vor allem pflanzliche Nahrung zu sich nimmt ist er nichtsdestotrotz ein Allesfresser und als Tier sind dem auch Grenzen, die der Mensch sich schafft herzlich egal. Nun, sicher, durch die Näherung an Menschen kann er für selbige gefährlich werden, doch ist dies ein Grund ihn zum Abschuss freizugeben? Bayern, welches sich sonst für seinen Naturschutz rühmt, hiermit selbst in’s Knie geschossen und bewiesen, wie arrogant der Mensch an Probleme rangeht. Stört, wird umgenietet. Klasse. Sonst versucht man immer seltene Tierarten in anderen Ländern zu retten, protestiert gegen den Walfang Japans, doch sobald man selbst betroffen ist, wird das Gewehr schneller gezückt, als manche „Abschießen“ rufen können. Doppelmoral und Scheinheiligkeit erster Güte.
Natürlich, ein Zoo wäre auch nicht besonders artgerecht, jedoch, wenn man den richtigen Tierpark/ Zoo auswählt immer noch fairer als Mord. Oder noch besser: Eine Ansiedlung in der Natur, bei der der Mensch nicht in direkter Nähe ist. Doch wer soll das bezahlen? Der arme Steuerzahler wird ja sonst schon immer geschröpft. Bei solchem Denken krieg ich das Kotzen. Für mich ist das wie, als würde man sagen: Gott, wer soll denn dieses Sozialsystem bezahlen? Diese Rentner und Behinderten, die schröpfen uns! Wo ist mein Gewehr?!
Und so makaber das klingen mag, ich halte das für ein deutliches Beispiel der Arroganz des Menschen vor dem Schutz anderer Lebewesen. Wenigstens unterstützt ein Großteil der Bevölkerung andere Lösung und auch die Jäger handelten gegen ihren Willen. Doch: Ich halte das nicht für genug. Eine Verweigerung wäre in meinen Augen durchaus angebracht. Der Profitgedanken der Bauern setzt sich durch, die Politiker spuren und unter dem Freudentaumel der WM geht das Ganze ungesehen unter. Grässlich.Wenn ihr es anders seht, Kommentare sind durchaus erwünscht ;) Aber bitte nehmt Rücksicht darauf, dass ich in diesem Essay, der vor allem meine Gedanken widerspiegelt, etwas schroffer im Ton geworden bin. In der Diskussion werde ich darauf natürlich verzichten.

PS: laut dem Umweltministerium Bayerns war der Bär aus 150 Metern sofort und schmerzfrei tot. WOW! Ich bin stolz auf eure Tötungsfertigkeiten.

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9 Gedanken zu „Bruno, der Bär

  1. Flashback

    *rofl*

    Dein PS ist eine gute Wiederlegung für deine Meinung im Text drüber!
    Aber ich denke mal sowas interessiert die Menschen von vornherein nicht und auch wenn es jetzt keine WM hier in Deutschland gäbe, wäre die Aufmerksamkeit nicht wirklich größer.

  2. Jojo

    das war doch ironie ;_;

    was gibts da so groß zu lachen?! XD“

    oder lachst du, weil du die ironie erkannt hast? XDD“*verwirrt*

  3. munky

    war auch sehr stolz auf die bayrischen Jäger :o

    vor allem Dingen, weil Bruno vorher nie gefunden werden konnte, nicht einmal von tollen Bärenhunden.. und dann als man ihn zum Abschuss freigab.. ham sie ihn seeeehr schnell gefunden..

    [/ironie]

  4. Flashback

    [zitat]PS: laut dem Umweltministerium Bayerns war der Bär aus >>>150 Metern< << sofort und schmerzfrei tot. >>>WOW!< << >>>Ich bin stolz< << auf eure Tötungsfertigkeiten.[/zitat] Wenn es das ist, was du meinst, dann habe ich es verstanden.

  5. verschwörungstheoretiker

    @ munky
    das ist mir auch als erstes in den sinn gekommen, als ich die meldung gelesen hab. zuerst ewig mit allen möglichen hilfsmitteln rumsuchen und trotzdem nix finden – aber kaum darf man richtig ballern, taucht der bär direkt vor den nasen der jäger auf.
    war doch alles vorher abgemacht, wahrscheinlich hat irgendwer auch noch geld für den abschuss bezahlt.

  6. Jojo

    ok, dann ist ja gut flash! *g*

    durften sie nicht bereits vorher schießen? echt, war das neu? o_O

  7. mr. munky

    ja, wurd erst gestern zum Abschuss freigegeben.. :o
    vorher hamse noch versucht den einzufangen..

  8. Kamikaze Karu

    Es ging primär nicht um die Schafe, schön und gut, damit muss man in diesem Gebiet Bayerns rechnen, dass die auch mal gerissen werden.

    Nur wenn sich dieser Bär einfach mal nachts um halb 1 vor Vans auf der Landstraße schmeisst und nicht einmal davor zurückschreckt, über Autobahnen zu latschen, MUSS etwas gemacht werden.
    Allgemein wenn ich mir den Rest von Deutschland so ansehe scheint es, als würde außer in den bayrischen Medien nicht wirklich viel erzählt werden außer „Bayern hat so ne Scheißangst vor dem Bären, dass sie den schon zum Abschuss freigeben“

    Eine Ansiedlung in freier Natur, in der der Mensch nicht in direkter Nähe ist, dafür gibt es in Bayern wohl kaum Möglichkeiten. Natürlich gibt es Ballungsräume, doch genauso gibt es auch nur einzelne Höfe, Ansammlungen von ein paar Häusern. Und wenn das nicht da ist, dann zumindest eine Straße.
    Desweiteren ist bereits die Mutter von „Bruno“ bekannt gewesen, ihr Verhalten war wohl aufgrund eines Traumas in der Kindheit ähnlich.
    Und wie gesagt, wenn der gute Bär inzwischen schon von einer ein Meter hohen Mauer auf die Straße hüpft, um mal eben einen Van zu rammen, stimmt da etwas nicht.
    Abschuss hin oder her, aber fang‘ so ein Vieh erst einmal, viel Spaß. Zumal man nicht sagen kann, sie hätten ihn NIE gefunden. Natürlich haben sie ihn gefunden, aber du kannst ihm ja kaum durch den halben Slyvensteinspeicher hinterherschwimmen.

    In dem Sinne: Rettet die Gummibärenbande.

  9. Jojo

    meterhohe mauer? er saß auf einer kleinen straßenbegrenzung und machte einen kleinen schritt vorwärts, da war nichts mit sprung. das er natürlich keine angst hatte und das so nicht richtig sein kann, dass ist klar. natürlich ist er ein problembär? aber wo redete ich denn von ansiedeln in bayern? es gibt genug osteuropäische räume, wo bären in freier natur leben können ohne, dass sie auf menschen treffen. von bayern allein war nie die rede.

    das etwas gemacht werden musste habe ich nie angezweifelt, aber ihn anzuschießen, dass ist in meinen augen nicht der richtige weg. (und das und nicht mehr habe ich auch gesagt)
    er soll da nicht feuchtfröhlich durch feuchtfröhlich durch die gegend laufen und für menschen eine gefahr sein, aber er soll auch nicht getötet werden.
    und mit betäubungsschüssen hätte man den bären auch fangen können. das hätte vielleicht etwas länger gedauert und wäre nicht schon nach einem tag erledigt, aber es ist möglich und es wäre der bessere weg gewesen.
    ich muss das tier nicht fangen, ich bin kein förster, kein jäger. aber das man ihn hätte fangen sollen, das bleibt.

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