Protest gegen Vietnam: StudentInnenprotest oder Klassenkampf?

Viel wurde bereits zu den Protesten und Kämpfe gegen den Vietnam-Krieg geschrieben. Gedacht wird dabei oft an langhaarige StudentInnen oder Veteranen wie Ron Kovic, bekannt durch sein Buch und den gleichnamigen Film Born on the 4th of July. Im Folgenden soll aber die Schnittstellen studentischen und working class Protests beleuchtet werden. Wichtig waren daher vor allem Akteure des Protests. Wer waren sie? Aus welcher Klasse, welchem Milieu, welchem sozialen Hintergrund stammen sie? Haben die StudentInnen auf den Protest der GIs gewirkt oder nicht? Wie haben sie ArbeiterInnenproteste unterstützt? Und aus welchem Background kamen die AktivistInnen der ArbeiterInnenklasse – und wie standen sie zu den StudentInnen?

Bei der Recherche ergaben sich dann allerdings schnell Fragen und Probleme, die die Ausgangsthese – dass StudentInnen durch ihre moralische und herablassende Haltung die ArbeiterInnen nicht erreichen konnten- durcheinander warfen. Wer sind überhaupt ArbeiterInnen? Was sind StudentInnen? Was ist working class (white oder blue collar?), was ist die middle class? Sind das überhaupt so getrennte Kategorien?

Gerade die Organisationsfrage spielt ebenso eine Rolle. Welche Personen in den Gewerkschaften zum Beispiel haben den Krieg abgelehnt? Hatte die Organisation Students for a Democratic Society (SDS) überhaupt eine einheitliche Position? Wie kann das Verhältnis von Basis und Führung beschrieben werden?

Daher werden die folgenden Kapitel jeweils eine Schnittstelle des studentischen und des ArbeiterInnenklasse-Protests betrachten. Mit dem ersten Kapitel soll die analytische Problematik angerissen werden, die dann immer wieder eine Rolle spielen wird. Im Folgenden sollen die StudentInnen- und Gewerkschaftskämpfe betrachtet werden. Danach wird der GI Protest und seine Verbindung zu den „Intellektuellen“ untersucht. Dabei wollen wir die Untergrundzeitungen ebenso betrachten wie die so genannten coffee houses.

Mit diesem Abriss lässt sich deutlich zeigen, dass der tatsächliche Kampf von unten gegen den Vietnamkrieg seit Jahrzehnten einer deutlichen Verzerrung unterliegt und die Verschmelzung der sozialen Kämpfe ein außerordentliches Ausmaß erreicht haben.

1.      Begrifflichkeiten & Realitäten

Es ist weithin bekannt, dass Geschichte verfälscht, umkämpft und verändert wird. Nicht nur als bewusster Prozess, auch in Form kollektiver Erinnerung, die individuelle Widersprüche verwischt. Auch als kultureller Prozess, der einige Aspekte hervorhebt und andere in den Hintergrund schiebt. Aber auch als politischer Prozess in Zeitungen und durch staatliche (inkl. universitäre) Institutionen.

Es schleichen sich schon bei der Fragestellung stereotype Bilder und falsche Vorstellungen ein. Gemeinhin stellt man sich den Protest gegen den Vietnamkrieg als einen studentisch getragenen Protest vor. Dominiert von der „Dope Culture“ bzw. der „Counter Culture“, mit langen Haaren und idealistischen Vorstellungen. Die Geschichte der New Left, der Neuen Linken, ist ja gerade eine der Orientierung weg von der „ArbeiterInnenklasse“. Demnach müssten die Kämpfe der beiden Gruppen gegen den Krieg also getrennt sein; und die Bedeutung der Veteranen und der ArbeiterInnen deutlich geringer.

1.1.     Zur Counter Culture

Konservative beschreiben die StudentInnen dann als abgehobene IdealistInnen, die sich den (weißen) ArbeiterInnen überlegen fühlten und für deren reale Probleme nichts übrig hatten. Linke, die tatsächlich diesen Weg der Weg-Orientierung gegangen sind, sehen die ArbeiterInnen als verloren für den Klassenkampf oder mit falschem Bewusstsein aufgeladen.[1] Dogmatische MarxistInnen (im Bewusstsein für die Schwierigkeit des Begriffes „dogmatisch“) hingegen schließen sich dieser Sicht an, weil sie die vorgebliche studentische Isolation und ebenso die Apathie der US-Bevölkerung als vertane Chance im Klassenkampf sehen. Aus völlig unterschiedlicher Sichtweise und mit einer völlig anderen Wertung kommen sie zur selben Vorstellung: Der Protest war studentisch, die counter culture war Teil der StudentInnenschaft.

Auch politisch wird dieser Blick gestützt, gesellschaftlich relevant z.B. von der Organization of American Historians:

Although public support for the war gradually eroded, antiwar activists never achieved widespread popularity. The presence of countercultural clothing and hair styles, plus radicals’ display of North Vietnamese flags and anti-American rhetoric at antiwar protests antagonized many moderates. The government’s deliberate and misleading attacks on the movement added further to its negative image.[2]

Völlig aus der Luft gegriffen ist dieser Blick nicht. Schon der Begriff der counter culture beschreibt ja einen Widerstand gegen etwas, in diesem Fall überkomme Werte- und Moralvorstellungen. Tatsächlich hatten viele Menschen einer älteren Generation Probleme mit dieser Kultur – dies war letztlich ein Generationskonflikt in einer Zeit politischen Umbruches. Die Hippies trugen tatsächlich viel längere Haare, trugen andere Kleidung, experimentierten mit Drogen.

Diese Kultur wurde allerdings nicht nur von StudentInnen geteilt. Drogenkonsum und Musik der Counter Culture waren gang und gäbe auf allen US-Basen der Welt.[3] Man kann diesen Konflikt in seiner offensichtlichen Ironie beobachten, wenn ein älterer Herr einen GI, der Unterschriften gegen die Stationierung seines Flugzeugträgers in Vietnam sammelt, fragt, warum sie denn immer so komisch aussehen müssten. Dass der Aktivist ihm gegenüber überhaupt ein GI sei, konnte er zu Beginn gar nicht glauben – der mediale Filterblick zeigt hier seine Wirkung. Der GI antwortet hingegen nur: „Don’t I look normal?“[4]

Der moralische Zerfall der US Armee wird dann hingegen nur noch als individuelle Desillusionierung gesehen, während der politische Widerstand fast völlig ausgeblendet wird. Dieser Blick wird durch kulturell bedeutsame Werke unterschiedlichster Ausrichtung immer wieder bestätigt: Green Berets (die KriegsgegnerInnen sind abgehobene, intellektuelle Journalisten), Platoon, Casualties of War, Deer Hunter (die Helden sind jeweils desillusionierte US-Soldaten), usw.[5]

1.2.   Kriegsablehnung & Anti-Kriegsaktivität

Die OAH begeht einen weiteren Fehler, wenn sie flapsig formuliert, dass „die öffentliche Unterstützung für den Krieg zwar langsam zerfiel, Antikriegs-AktivistInnen aber nie weitreichende Unterstützung erlangt hätten“. Denn mehrere Fragen bleiben offen: Wonach wird gemessen wer gegen den Krieg ist und wer gegen ihn protestiert? Tatsächlich zeigen viele Statistiken, dass Menschen aus niedrigeren Einkommensschichten viel eher gegen den Kriegseinsatz waren.[6] Tatsächlich waren allerdings viele Demonstrationen vorrangig weiß und studentisch geprägt.[7] Sie waren medial weit präsenter.

Dabei wird aber ausgeblendet, dass die Ablehnung des Krieges sich nicht automatisch in Demonstrationen ausdrückt – tatsächlich können sie ja sogar die Counter Culture ablehnen und trotzdem gegen den Krieg sein.[8] Im Falle der GIs kommen allerdings noch massive Restriktionen durch das Militär hinzu. Oft war der Ausgang während Demonstrationen unter Strafe gestellt[9] und öffentliches Auftreten gegen den Krieg – insbesondere in Uniform – wurde hart verfolgt. [10] Hinzu kommt, dass Zeitungen damals wie heute die Proteste schlicht und ergreifend umschrieben, um aus protestierenden GIs „langhaarige StudentInnen“ zu machen.[11]

Gestützt wird sich, wenn man von der Unterstützung des Krieges spricht, auf offizielle Hass-Tiraden durch die bürokratischen Gewerkschaftsführungen der AFL-CIO, die vor Anti-Kommunismus den KriegsgegnerInnen absolut feindlich gegenüber standen.[12]

Als ebenso beispielhaft für die Ablehnung der Friedensproteste durch die ArbeiterInnen gilt der so genannte Hard Hat Riot, bei dem Jugendliche FriedensaktivistInnen durch einen Mob weißer Bauarbeiter auf offener Straße in Manhattan verprügelt wurden. Trotz der offensichtlichen Brutalität, versuchte die Gewerkschaftsführung der AFL-CIO die Schuld den StudentInnen zuzuschreiben.[13] Die Mehrheit der ArbeiterInnen in den Gewerkschaften lehnte aber sowohl den Krieg als auch das Verhalten der Bauarbeiter ab.[14]

1.3.   StudentInnen und ArbeiterInnen

Insbesondere beim letzten Beispiel kann man die Schwierigkeit der Unterteilung in „ArbeiterInnen“ und „StudentInnen“ wahrnehmen. Diese stellt sich bei der Betrachtung des Protestes gegen den Krieg immer wieder als problematisch heraus. So wurde bei den Hard Hat Riots auch ein Vietnam-Veteran verprügelt, weil er einem jungen Mädchen zu Hilfe kommen wollte. Er wurde dabei als Hippie beschimpft. Seine wirkliche Klassenherkunft war für die Anfeindung als abgehobener Student, den Hippie also, gar nicht relevant. Es war seine politische Haltung, die ihn dazu machte.[15]

Allerdings waren die Universitäten ja tatsächlich nicht mehr nur ein Hort der Elite. Viele StudentInnen sind nach dem Studium klassische LohnarbeiterInnen. Auch waren gerade viele der stark bestreikten Universitäten relativ große Hochschulen, wo in diesen Jahren auch viele Kinder aus der ArbeiterInnenklasse vertreten waren.[16] Die Universität sammelt hier also die intellektuellen Elemente vieler Klassen und Schichten, die mit völlig unterschiedlicher Sozialisation auf das College gehen. Ebenso ist ihr Weg nach dem Studium nicht derselbe. Eben doch nicht alle sind danach LohnarbeiterInnen, schlecht wie gut verdienende Selbstständige oder Manager oder gar die absolute Elite werden ebenso an den Universitäten ausgebildet. Ihre Zusammensetzung ist sicher an jeder Universität unterschiedlich – zutreffend ist sie letztlich aber für alle.

Probleme ergeben sich auch woanders. Die bürgerliche Arbeitsteilung selbst fordert geradezu heraus, die Intellektuellen als die theoretischen SchöpferInnen und die arbeitenden Massen als die Tätigen zu betrachten. Ehemaliger Vietnam-Aktivist und Anarchist Noam Chomsky versteht auch genau so[17] die Aufgabe der Wissenschaft, wenn auch aus einem positiv-kritischen Selbstverständnis heraus. Aber kritisch denkende Menschen gibt es in allen Klassen – ihre Möglichkeiten sind nur Andere. Kritische Menschen der ArbeiterInnenklasse mögen eher das College besuchen, aber auch ohne diese Weiterbildung sind sie Menschen mit gewissen Idealen, Vorstellungen und Werten, die ihr Handeln bestimmen. Sie sind die Grundlage für den weiteren Radikalisierungsprozess, durch die Erfahrungen des Krieges.

2.     Streik in Uni und Fabrik

Als Zeichen politischer Reaktion zitiert Philip S. Foner in U.S. Labor and the Vietnam War ein Mitglied der UAW, [18] welches sich nach den Riots während der Konferenz der DemokratInnen in Chicago 1967, dazu entschlossen hat, für den rassistischen Kriegs- und „Law and Order“-Befürworter Gouverneur Wallace zu stimmen. [19] Er repräsentierte die typische Vorstellung vom ignoranten und bigotten White America.

Doch auch andere Kräfte waren in der Gewerkschaftsbewegung zu finden: Walter Reuther, bekannter Kriegs-Gegner in den Gewerkschaften, übernahm die Kontrolle über die UAW und es bildeten sich Gruppen wie die National Labor Leadership Assembly for Peace (gegründet 1967), die mit der monolithischen Kriegsbefürwortung durch die AFL-CIO Führung brach.[20]

Der politische Wandel in den Gewerkschaften ist vor allem in einer Hinsicht hier relevant. Er zeigt auf, dass mit der Änderung der Haltung zum Vietnamkrieg auch ein sonstiger Haltungswandel vollzog. Dies machen die Worte des LastwagenfahrerInnen-Gewerkschaftsführers Frank Fitzsimmons deutlich:

„This war […] must be stopped and must be stopped soon.” Und weiter sagte er: “I for one do not believe that the so-called generation gap is something which cannot be bridged. I believe that a constructive and meaningful dialogue can be established with the youngsters if we only take time to talk to them. Just standing back and shaking our heads when they storm a university or when they demonstrate is not enough”[21]

Seine Aussagen deuten einen Bewusstseinswandel an: Wer ein gemeinsames Kampfinteresse hat, der kann auch über die kulturellen Unterschiede hinwegsehen. Dass diese fehlende politische Einsicht auch kulturelle Ablehnung mit sich bringt, zeigt die Anekdote aus The New Winter Soldiers von Richard Moser:

„My Nam vet neighbor from blue-collar Milwaukee was near the front, marching under the banner of the „Vietnam Veterans Against the War. “ A big young man … wearing paint-spattered overalls … was shouting at the passing demonstrators…. Screaming that he had “been there” and he knew the truth….

My neighbor walked right up […] “Look, we were over there – we know what was going on.” […] “Well, hell you know we should have never gotten in there in the first place – you know we didn’t belong there.” “Yeah,” the other guy said dubiously. “Well, that’s all we’re saying,” my friend replied.

“Yeah, but I just can’t take them damn kids who don’t know what we went through, saying we’re all a bunch of killers, and that the Viet Cong are all saints.” …”But I just don’t want anyone else killed in that mess.” “I agree with you on that, but I just can’t stand these hippies.” “Well, maybe you’d like to join the vets against the war – we all were over there too.”[22]

Versuche der StudentInnen, die Einsicht in den gemeinsamen Interessenkampf zu fördern, zeigen, dass der SDS nicht komplett von der ArbeiterInnenbewegung distanziert war: „In fact students should step up their efforts and attempt to involve all sectors of society in the anti-war movement“[23]

Foner spricht mehrere solcher Beispiele an, der Fall des Richmond Streikes soll hier genügen. Im Januar 1969 versuchten die AktivistInnen der Oil, Chemical and Atomical Workers Union des Standard Oil Werks in Richmond, Kalifornien, eine Lohnerhöhung und bessere Alters- und Gesundheits-Absicherung zu erkämpfen. Als die lokale Gewerkschaftsgruppe 1-561 um Unterstützung bat, entschlossen sich StudentInnen und DozentInnen des San Francisco State College, ihren Kampf gegen die College-Leitung zu pausieren und die streikenden ArbeiterInnen zu unterstützen.[24]

Nicht nur, dass die Radical Student Union (RSU, eine Splittergruppe des SDS) für den Streik an verschiedenen Colleges und Universitäten agitierte: „The police who have been beating the oil workers may be the very same police who are called into the Cal (Berkeley) campus during the following days to beat students.”[25]

Es beteiligten sich auch Hunderte StudentInnen an den Kämpfen an den Streikposten, bekämpften die Banden und StreikbrecherInnen von Standard Oil und agitierten in der Community. Foner weist darauf hin, wie der gemeinsame Kampf das Bewusstsein der ArbeiterInnen für gemeinsame Interessenskämpfe bestärkte. Er zitiert einen Streikenden der OCAW: “When I come out here before daylight, I feel very good to see those students, and the more the better. The goons don’t come out when they are here, and the cops are too busy chasing them around to bother us.”

Es war diese gemeinsame Erfahrung, die die GewerkschafterInnen dazu bewegte, sich mit den Kämpfen der StudentInnen zu solidarisieren. Foner zitiert den Schatzmeister der Gewerkschaft zu dem Zeitpunkt, G. T. Jacobs, der folgende Adresse für seine Gewerkschaft an die StudentInnen richtet:

„I pledge myself and my union to exert every effort to rally the material and concrete support of labor generally behind the struggle of striking third-world-led students and teachers in return for help on our picket lines. We are going to revive the old spirit of solidarity and indentification [sic] with progressive social causes that characterized the historic movement of organized workers for justice and equality. We fully expect in time to strike a responsive chord throughout the length and breadth of American trade unionism.”[26]

Im weiteren Verlauf verstärkten StudentInnen und ArbeiterInnen ihre Anstrengungen zur Zusammenarbeit. Der SDS rief zum Boykott von Standard Oil auf, während die Mitglieder der OCAW die LehrerInnen an der San Francisco State unterstützten.

Diese Erfahrungen lassen im Vergleich mit anderen Tendenzen innerhalb der StudentInnenbewegung einige wichtige Schlüsse zu. Durch die enge Zusammenarbeit – und die praktische Unterstützung der Kämpfe der Anderen – standen diese Gruppen nicht mehr nebeneinander, wie so häufig – obwohl sie dasselbe Ziel haben (wie bei Demonstrationen). Da die Kämpfe auch von den Führungskräften innerhalb der ArbeiterInnenbewegung als Teil eines größeren Kampfes ausgewertet wurden (s. Zitat von Fitzsimmons), entwickelte sich so auch ein politisches Bewusstsein: Der Kampf wurde als Teil des historic movement of organized workers for justice and equality verstanden. Er wurde also aus einem bestimmten Weltbild heraus historisch eingeordnet. Die Solidarität der StudentInnen veränderte nicht nur den vereinzelten Kampf, sondern das politische Bewusstsein als solches.

Damit wird deutlich, dass der SDS kein monolithischer Block war, genauso wenig wie die Führung der AFL-CIO die einzige Stimme der organisierten ArbeiterInnen war. Es zeigt sich auch, dass ein gemeinsamer Kampf von StudentInnen zumindest vorkam. Später soll dessen Bedeutung noch einmal im Zusammenhang mit dem Protest insgesamt betrachtet werden.

3.     StudentInnen und GI Widerstand

Soll vom Widerstand innerhalb der US Armee gegen den Krieg geredet werden, müssen wir zunächst klären, welchen Widerstand wir konkret beschreiben. Hier soll es die direkte Einwirkung der StudentInnen auf den Kampf der ArbeiterInnen untersucht werden. Wenn man von der Art und Weise sprechen möchte, wie die StudentInnen ihre politischen Positionen an die ArbeiterInnen herantrugen, geht es also um politische Propaganda und Agitation im klassischen Sinne. Auch hier legt die Realität dieser Frage Einschränkungen auf. Denn nach der Bürgerrechtsbewegung und der massiven Radikalisierung nach der Ermordung Martin Luther King Jr. waren viele Schwarze ohnehin so radikalisiert, dass sie revolutionäre Positionen von außen gar nicht mehr nötig hatten. Die Auswahl von Untergrundzeitungen als Mittel um politisches Bewusstsein zu schaffen, wie man es sich klassischerweise von StudentInnen erwartet, betrifft daher vor allem Weiße.

3.1   GI Widerstand = Widerstand der ArbeiterInnenklasse?

Betrachten wir Organisierungsversuche unter GIs stoßen wir schnell auf ein Problem der Klassenanalyse bzw. der Einteilung des Protestes. Viele AutorInnen, die über GI Widerstand berichten, haben einen linken Einschlag – waren oft selbst AktivistInnen zu dieser Zeit. Cortright war zunächst selbst Aktivist einer Untergrundzeitung, um dann später ausführlich über sie zu schreiben. Sie reden daher durchaus von der working class, blue collar, white collar und professionals. In so gut wie allen Beschreibungen über Widerstand wird vornan gestellt, dass die Soldaten eher aus der ArbeiterInnenklasse kamen,[27] während der zivile Widerstand als – um in marxistischer Terminologie zu verbleiben – kleinbürgerlich beschrieben wird; also „white collar“, „professionals“ und „students“.

Damit unterliegt man dann aber schnell einem Trugschluss, dass nämlich der Widerstand innerhalb der Armee automatisch von Menschen aus der ArbeiterInnenklasse getragen sein muss. Was angesichts der Gegenüberstellung von working class versus white collar und students ja umso problematischer ist. Oben wurde bereits den Komplex beschrieben, dass viele StudentInnen auch LohnarbeiterInnen sein werden oder aus der unterschiedlichen Spektren der ArbeiterInnenklasse kommen. Dass white collar worker letztlich ArbeiterInnen sind, wird bereits an der Begrifflichkeit deutlich. Angesichts dieser Annahme sind dann die Soldaten der Armee automatisch die idealisierten blue collar Fabrikarbeiter. Offen angesprochen wird dies nicht, aber dass der Widerstand innerhalb der Armee als working class Widerstand im Gegensatz zur zivilen StudentInnenbewegung gesehen wird, ist zumindest impliziert.

Damit sind auch andere Fragen offen: Wenn der Widerstand in der Armee ein ArbeiterInnenklasse-Protest ist, wie kamen diese Arbeiter/Soldaten (so die Gleichsetzung) zu ihren politischen Positionen? Diverse Male deuten GIs an, dass der Krieg die Bedingungen für den Widerstand geschaffen hat.[28] Solche Aussagen helfen aber nur bedingt. Mit welchem Bewusstsein kamen denn die Soldaten zur Armee, dass sie so auf ihn reagierten?

Berichte über den GI Widerstand geben aber zumindest bedingte Aufklärung. Soldaten im Widerstand haben demnach eher ein College besucht. Sie seien zudem häufig Freiwillig,[29] also nicht zum Kriegsdienst verpflichtet – und demnach auch länger im Armeedienst. Die Gründe, die für die hohe Zahl an Freiwilligen angegeben wird, sind unterschiedlich. Einerseits wird davon gesprochen, dass sie durch ihren längeren Einsatz viel größere Motivation hatten sich zu widersetzen: Sie müssen das Elend des Krieges länger ertragen, hatten daher mehr Zeit zur Desillusionierung. Außerdem seien Freiwillige mit viel größeren Hoffnungen zur Armee gekommen. Jemand der ohnehin gezwungen sei zur Armee zu gehen, wird in seinen Erwartungen dadurch auch nicht enttäuscht. Freiwillige, die sich soziale Absicherung, Reisen, und einen Krieg „für die vietnamesische Bevölkerung“ erwartet haben, wurden in oftmals mehr als einer Hinsicht enttäuscht.[30] Nicht nur materielle Wünsche, gerade auch ideologische Motive, motivierten zum Widerstand.[31]

Es folgt einer materiellen Analyse, dass nur die objektiven Umstände des Krieges den Widerstand schaffen konnten. Dabei darf allerdings nicht vergessen werden, dass die Soldaten mit ihrer vorherigen Sozialisation und Gedankenwelt auf die Brutalität des Krieges stoßen. Ron Kovics Beispiel ist sicherlich das Eindringlichste, doch die Aussagen anderer Veteranen bestätigen diesem „Erweckungsmoment“.[32]

Die ideologische Entwicklung hin zu Radikalismus und Anti-Imperialismus ist somit nicht trotz einer christlich-bürgerlichen Erziehung, sondern auch wegen ihr zu verstehen. Der offensichtliche Widerspruch zwischen Idealen und Realität lässt das alte Weltbild zerfallen. Die gemachte Erfahrung führt zur Reflexion der bisherigen Vorstellungen und zur Suche nach Alternativen. Dabei gehen aber nicht alle Vorstellungen verloren. Die Ideale von Gerechtigkeit, Freiheit, Demokratie werden nicht aufgegeben, sondern ihnen im Widerstand gegen den Krieg und weitergehend gegen den Imperialismus ein neuer politischer Ausdruck gegeben.

3.2  Individuen und Organisationen

Doch die Frage bleibt: Woher kommen die Ideen? Exemplarisch kann dies beim Gründer und politischer Führer der ASU, Andy Stapp, beobachtet werden. Er war auch für die Herausgabe der Zeitung The Bond verantwortlich, die an Tausende GIs versendet wurde und von Zig Tausenden gelesen wurde.[33] Zeitungen waren vor allem dann beliebt, wenn sie „untergrund“ waren, also von den Offizieren nicht gemocht wurden. The Bond war eine solche Zeitung. Dadurch, dass sie in Zusammenarbeit mit der Workers World Party, einer Abspaltung von der trotzkistischen Socialist Workers Party (SWP), entstand, waren die Forderungen der ASU klassische Übergangsforderungen – wie die Wähl- und Absetzbarkeit der Vorgesetzten. Diese waren auch in jeder Zeitung zu finden. Die Themen der The Bond Ausgabe vom 20. Januar 1971 (Vol. 5 No. 1) beispielsweise umfassen das Anwachsen der Gewerkschaft in der 173. Division als frohe Nachricht, Solidarität mit den demonstrierenden afro-amerikanischen Soldaten in Long Binh, verbunden mit dem Kampf zur Beendigung von Rassismus und die Befreiung von Angela Davis, usw. In jedem Exemplar, welches untersucht wurde[34] fand sich ein letztlich ähnlicher Themenkomplex von Anti-Rassismus, Organisierung innerhalb der Armee, Unterstützung von Streiks oder anderweitigen sozialen Kämpfen, Kritik an der US Vietnam- und Außenpolitik und ein Kampf gegen die Unterdrückung durch den Staat nach Innen.

Andy Stapp war zunächst ein Student und trat dann der US Armee bei, mit dem erklärten Ziel gegen die Armee zu organisieren. Mit dem Einfluss der WWP wurde dann die ASU gegründet, die aber vor allem durch ihre Dezentralität funktionierte. Es war eben gerade die Basisaktivität auf den US-Basen der Welt, die nur in Anlehnung an die ASU existierte, aber auch ohne sie funktionierte. War Andy Stapp nun Student oder Arbeiter? Diese Frage lässt sich so einfach eben nicht beantworten. Sie hilft auch nur bedingt weiter, denn er war letztlich ein vereinzelter Aktivist, der sich aus der Studentenschaft löste um in der Arbeiterklasse tätig zu sein. Andy Stapp war einer derjenigen Linken, die sowohl soziale Verbindungen in die ArbeiterInnenklasse haben, als auch sich in einem linken Milieu bewegen. Dieses linke Milieu kann nicht einfach als „studentisch“ abgetan werden, da sich Linke in allen Schichten der ArbeiterInnenklasse finden lassen. Stapp hätte seine Zeitung niemals als vereinzelter Student machen können. Es benötigte den Willen vieler anderer Soldaten, politisch aktiv zu werden um den Widerstand von The Bond und der ASU möglich zu machen.

Wenn man dann die WWP zum zivilen – also studentischen, intellektuellen – Widerstand dazurechnet, wird außer Acht gelassen, dass eine Organisation auch durch das politische Programm bestimmt wird. Die Übergangsforderungen, die die ASU durch die WWP aufstellte, stießen auch unabhängig ihrer sozialen Zusammensetzung auf fruchtbaren Boden, weil sie den Bedürfnissen der Soldaten tatsächlich entsprachen. In dem Sinne war es eine relativ studentische Organisation, die durch ihr Programm auf Tausende blue collar Arbeiter in Uniform wirkte, weil diese soziale Basis der Partei in dem Fall nicht entscheidend war.

Damit sich aber auch Aktivität an der Basis verbreitete, braucht es politische AktivistInnen. Dies waren vornehmlich ehemals radikalisierte GIs. Diese machen teils das komplexe Verhältnis von „StudentInnenprotest“ und „ArbeiterInnenklasse-Protest“ deutlich:

„…ich hatte sehr wenig politische Erfahrung. Ich hatte mein Leben lang außerhalb der Vereinigten Staaten gelebt, in einer kleinen bürgerlichen Familie, und von daher hatte ich keinerlei Kontakte zu Studentenorganisationen oder irgend einer Art politischer Organisationen. Als ich aber in die Vereinigten Staaten kam und in die Armee eintrat, traf ich dort ein paar Leute beim Militär, die gegen den Krieg eingestellt waren. Das war meine erste Erfahrung, und als ich den Befehl bekam, nach Vietnam zu gehen, hatte ich ganz einfach das Gefühl, auf eine sehr liberale Weise, daß ich daran nicht teilnehmen wollte, daß das nicht mein Krieg war, […]

Ich ging [in Paris] zu den verschiedenartigsten Versammlungen, von französischen Studenten, zu GI-Treffen, […] und zu Beginn des Jahres 1968 startete ich zusammen mit anderen AWOL-GIs, was wir RITA nannten, die Abkürzung für ,Resistance Inside The Army‘“[35]

Auch Robert Malecki legt in Franklins Vietnam And Other American Fantasies Zeugnis darüber ab, dass es in der ArbeiterInnenklasse ein linkes Milieu gab, welches zwar abseits der StudentInnenbewegung stand, aber dennoch politisch radikal und klassenkämpferisch war.[36]

Die vormalige soziale Stellung, ob Student, Student aus einem ArbeiterInnenklasse-Milieu, oder einfacher Arbeiter, war innerhalb der Armee irrelevant. Jeder Soldat teilte die Situation und die Erfahrung der restlichen GIs – und konnte sich so automatisch Respekt verschaffen. Dies wird in der Dokumentation Fuck The War deutlich: „Ich war ausgebildeter Flugzeugträgerpilot und das gab mir eine Menge Glaubwürdigkeit, egal ob ich sie verdient hatte oder nicht.“[37]

Die Notwendigkeit, nicht nur von außen, sondern auch von innen aktiv zu werden wird auch bei den (leider inkonsequenten) Versuchen der Socialist Workers Party (SWP) bzw. ihrer Jugendorganisation, der Youth Socialist Alliance deutlich. Ihr Aktivist Joe Miles wurde nach ersten Agitationsversuchen versetzt, aber die Rekruten, die er hinterließ gründeten die GIs United Against the War.[38] Man muss sich zudem verdeutlichen, dass schon durch die Isolation und die weltweite Zersplitterung, wie auch die Kontrolle durch die Befehlshaber, die Organisation innerhalb der Armee und selbstständig stattfinden muss. Diese Einsicht hatten nach Radical America vor allem diejenigen, die eine konkrete Bindung zur Linken hatten.[39]

Insgesamt wurden laut Cortright bis zu 300 Untergrundzeitungen in US Basen überall auf der Welt. Sie waren oftmals dezentral, fluktuierten stark in Aktivität und auch die Aktivisten der Zeitung wechselten beständig. Auch die politische Ausrichtung war daher nicht einheitlich, sowohl was die Gruppen selbst als auch die Zeitungen anging. Dass sie allerdings gegen die imperialistische Kriegsmaschinerie und damit grundsätzlich anti-imperialistisch bis anti-kapitalistisch ausgerichtet waren, kann man über sie alle sagen.

5.     Coffee houses

Abschließend soll sich noch mit dem Versuch von Teilen des zivilen Widerstands, in Militärstädte zu ziehen Widerstands-Cafés zu eröffnen, auseinandergesetzt werden. Nach den Vorstellungen der BesitzerInnen, oftmals ein universitär ausgebildetes Milieu, sollten die Cafés dazu dienen, kulturelle Ablenkung zu bieten und über politische Ideen aufzuklären.[40] Diese Cafés hatten schnell Probleme mit dem Militär, der Polizei oder der konservativen Nachbarschaft in den Städten und viele wurden nach kurzer Zeit vertrieben. Es wurde sogar vorher gewarnt, dass ein solches Café kein leichtes Unterfangen sei und mit Widerstand von Seiten der Pigs zu rechnen sei.[41]

Aber der Widerstand wuchs trotz Repression immer und überall – der Krieg war ja nicht zu Ende und die politische Atmosphäre war auch dank des permanenten Aktionismus durch die StudentInnenbewegung weiterhin aufgeheizt. Die GIs konnten die Cafés tatsächlich gut gebrauchen und viele suchten nach ihren Erfahrungen eben nach Ablenkung. Oft auch nach einer kulturellen Neuorientierung. Oder sie hatten die dope culture bereits in Vietnam kennen gelernt und suchten sie jetzt auch wieder an der Basis.

Die Idee, politische Aufklärung zu betreiben, ging allerdings an der Realität der Soldaten vorbei. Sie brauchten eher ein Zentrum, wo sie sich gegen den alltäglichen Irrsinn des Militärdienstes zu Wehr setzen konnten. Die BesitzerInnen der coffee houses boten ihnen diese Möglichkeit, und waren so dem Kampf innerhalb der Armee durchaus hilfreich.[42] Vor allem aber waren viele Soldaten ohnehin bereits in der Armee radikalisiert worden. Aber das coffee house bot den notwendigen Rückhalt von außen.

Rinaldi beschreibt, dass in diesen Cafés durchaus auch ein gewisser classism zu finden gewesen sei. Intellektuelle waren gerade bei der Propagandaproduktion, von der hier ja vor allem die Rede ist, auch die bestqualifiziertesten. Sie dominierten daher oftmals Zeitungsprojekte.[43] Dies war aber auch der Fall innerhalb der Armee und betraf auch gebildete Arbeiter bzw. Soldaten. Die Projekte erlebten daher auch wellenartige Zusammenarbeit zwischen zivilem und militärischem Protest.[44] Wir können daher auch hier den Einfluss der StudentInnen bzw. Intellektuellen nicht einfach als Miss-Kommunikation der politischen Ideen beschreiben. Es waren eher Konflikte innerhalb der Organisierung.

Denn man befand sich bereits in einer Situation der Kooperation und beide Seiten profitierten daher vom Einfluss des Anderen. Es kann hier nicht davon die Rede sein, dass die StudentInnen sich moralisch über die GIs stellten oder sich von ihnen angewidert abgewendeten. Im Gegenteil haben sich diese Teile des zivilen, und daher zumeist intellektuellen, Widerstands gegen den Krieg sehr bewusst darum bemüht, ArbeiterInnen bzw. Soldaten einzubeziehen.

Der Effekt der coffee houses ist nur indirekt messbar. Ihr Erfolg ist allerdings durch die Berichte, wie hoch frequentiert diese waren, sichtbar.[45] Sie können außerdem nur als Teil der sonstigen counter culture betrachtet werden: Jedem GI muss klar gewesen, dass dies ein und dieselbe Kultur ist. Ein regelmäßiger Besuch der coffee houses muss daher zwangsläufig auch eine Reflexion über die Hippie-Bewegung zur Folge haben, so dies nicht zuvor geschah.

6.     Schlussworte

Die coffee houses eignen sich enorm dazu, die Ausgangsthese dieser Arbeit erneut zu beleuchten. Denn sie zeigen deutlich wie verschwommen die Grenzen zwischen zivilem und militärischem, studentischem und working class-, als auch normalem und Counter Culture Protest waren. Die Cafés können unter dieser Fragestellung als Zeichen für die Formen des Widerstands gegen den Vietnam-Krieg, als ein vereinter Kampf unterschiedlichster Schichten der ArbeiterInnenklasse, gesehen werden. In diesem Zusammenhang ist dann mit der ArbeiterInnenklasse auch tatsächlich deren breiteste Definition gemeint und umfasst zusätzlich auch Teile des KleinbürgerInnentums im klassischen Sinne als (untergeordneter) Teil dieser Kämpfe.

Es zeigte sich, dass vereinte Kämpfe ein essentieller Teil des Widerstands gegen den Vietnam-Krieg, mit völlig in Vergessenheit geratener Radikalität, waren.[46] Wie sich in diversen Dokumenten zeigen lässt, gab es tatsächlich Teile der StudentInnenbewegung, die sich nur sehr peripher mit der ArbeiterInnenklasse und ihren Kämpfen auseinandersetzte. [47] Ob dieses Spektrum nun größer und wichtiger ist, oder ob dies ein Ergebnis bewusster und unbewusster Verfälschung ist, lässt sich hier nicht sagen. Es gibt allerdings durchaus Gründe zu der Annahme, dass zumindest in der große Masse der StudentInnenbewegung die Zahl derjenigen, die working class Protesten positiv gegenüberstand und diese Kämpfe auch aktiv unterstützte, mit der Kriegseskalation anwuchs.

Die Praxis zeigte schon früh, dass Kriegsdienstverweigerung kein politisch wirksames Mittel ist.[48] Während sich Teile bis hin zur Selbstisolation der weathermen „radikalisierten“, die Masse also nur noch schocken und aufwecken wollten; gab es genug AktivistInnen, die die Kämpfe und Stimmung der GIs (insbesondere den Kampf der Schwarzen gegen Rassismus) [49] wahrnahmen.

Die Formen des Kampfes waren wie gezeigt vielfältig und Zusammenarbeit weitaus häufiger als gemeinhin angenommen. Nicht nur, dass der Protest innerhalb der Streitkräfte zumeist außen vor bleibt, auch die Kämpfe innerhalb der Gewerkschaften bleiben außen vor. Sie sind aus dem kollektiven Gedächtnis quasi ausgelöscht. Es wurde allerdings deutlich, dass die StudentInnen sich sehr wohl für die Kämpfe anderer Schichten der ArbeiterInnenklasse interessierten und sogar an ihnen teilnahmen. Die Darstellung, dass sie nur von oben herab auf ihre die ArbeiterInnen schauten, wird der Wahrheit schlicht nicht gerecht.

Die Kämpfe innerhalb der Streitkräfte und um den Vietnamkrieg schufen daher ein enormes Maß an Zusammenarbeit linker Kräfte und auch zu einer Zusammenarbeit der Kräfte, die an Basisarbeit interessiert waren.[50] Rinaldi weist darauf hin, dass die meisten Menschen, die AktivistInnen in der ArbeiterInnenklasse sind, zu Zeiten des Vietnam-Krieges radikalisiert wurden. [51] Sie erhalten nur weit nicht mehr die mediale Aufmerksamkeit von früher und geraten schnell in Vergessenheit.

Wenn also die Vereinheitlichung der Kämpfe und das Bewusstsein gerade der Soldaten so hoch war, wie kann man sich dann die Schwäche der Linken in den USA erklären? Die fehlende Moral der US Armee bzw. der tatsächliche Widerstand sind zweifelsohne Gründe für die Niederlage in Vietnam.[52] Aber für die Linke gab es letztlich mehr zu gewinnen als ein Rückzug aus Vietnam, sie kämpft noch heute gegen den Imperialismus. Die nach Vietnam Aktiven müssen ja noch politische Notwendigkeit für Aktivität sehen. Ihr Problem war letztlich zweierlei Natur.

Erstens war mit der Vietnamisierung des Krieges das kämpferische politische Klima nicht mehr aufrecht zu erhalten. Umso weniger US Soldaten von ihren Offizieren in den Tod geschickt wurden, umso geringer war die Notwendigkeit ihn umzubringen oder zumindest seine Abwählbarkeit zu fordern. Dies bedeutet nicht, dass die Aktiven plötzlich keine mehr waren. Aber ihr Einfluss auf die breitere Masse, die zwar politisch radikalisiert war, sich aber letztlich nicht als politisch aktiv verstand, sank mit der Zeit. Die Probleme verschwanden nicht, aber ihre Dringlichkeit reduzierte sich zumindest. Mit dem Ende des Krieges war anstelle der akuten Grausamkeit in Vietnam das alltägliche Elend getreten, gegen das zu Kämpfen nur noch für die Überzeugtesten attraktiv erscheint. Dies war zumindest der allgemeine gesellschaftliche Trend.

Zweitens stand man allerdings der Ernüchterung gegenüber, dass die Counter Culture zwar die Gesellschaft maßgeblich beeinflusst und verändert hatte, ein wirklicher revolutionärer Bruch mit dem System aber schlicht und ergreifend nicht möglich war. Man war sich bewusst, dass die Kräfte nicht stark genug waren.

Zwar waren mögliche strafrechtliche Konsequenzen für so gut wie keinen GI ein wirkliches Hindernis vor Aktivität – denn man kämpfte aus einer dem Kollektiv verpflichteten Moral (ob dies nun die Nation oder die gesamte Menschheit war) für das, was richtig war.

Aber solange die bis zu 300 Untergrundzeitungen und die vielfältigen Aktionsgruppen an den Basen dezentralisiert funktionierten, konnten sie den Krieg nicht noch mehr beeinflussen oder gar weiterführenden politischen Einfluss üben, wie das zum Beispiel die Soldaten in der Russischen Revolution konnten. In der Russischen Revolution war die mögliche Entsendung der Truppen aus St. Petersburg an die Front der Auslöser (natürlich nicht der Grund) für den Oktoberumsturz. In Sir! No Sir! wird gezeigt, wie sich Soldaten zusammen mit der Zivilbevölkerung gegen die Verlegung eines Flugzeugträgers (der U.S.S. Constellation) an die Front wehren. Der Kontext hebt die formale Gleichheit auf: In St. Petersburg war es die mögliche Entsendung der revolutionären Garde, die auch einen gesamt-gesellschaftlichen Widerstand auslöste. In San Diego war die Forderung ein Ausbleiben des Einsatzes für imperialistische oder moralische Grausamkeiten. Das gesamte gesellschaftliche Kräfteverhältnis war komplett anders und mehr als ein Kriegsende zu erwarten illusorisch.

Dadurch, dass der Widerstand aber dezentralisiert ablief, war eine größere Wirkungsmacht nicht möglich. Dies konnte man aber nicht den StudentInnen zuschreiben. Die Linke scheiterte an den Umständen des Militärdienstes, weil ihr die starke revolutionäre Organisation fehlte, die diese Zentralisierung hätte erarbeiten können.

Zusammenarbeit von StudentInnen und ArbeiterInnenklasse gab es immer wieder, ihr Wirkungsspektrum aber nur sehr begrenzt. Denn für alle gesellschaftlichen Bereiche des Widerstands gilt: Sie waren zu klein und zu dezentralisiert um weiterführende gesellschaftliche Veränderungen durchzusetzen. Die GI Bewegung kämpfte zwar für dasselbe, aber dezentral und voneinander unabhängig. Die StudentInnen und Intellektuellen, die auf die GIs und blue collar Arbeitskämpfe orientierten, taten dies ebenso dezentral und unabhängig von der SDS Politik um New Mobe usw. Die Linken innerhalb der Gewerkschaften waren eine kämpferische, aber letztlich kleine Minderheit innerhalb der ArbeiterInnenklasse der USA. Diese Heterogenität zieht sich durch alle politischen Vorstellungen, Konzepte und Praktiken.[53]

Probleme der Bewegung gegen Vietnam und auch darüber hinaus waren – und sind – ihre Dezentralisierung und ihr absoluter Minderheitenstatus. Aber die objektiven Bedingungen schufen sowohl die ersten Basisorgane gegen den Krieg als auch eine neue Generation von AktivistInnen. Sie waren auch für das gesellschaftliche Klima verantwortlich, das solch massiven Bewusstseinswandel verursachte. Der Widerstand gegen den Vietnam-Krieg kann unterschiedlichste Beispiele aufweisen, wo Solidarität und ein kollektives Handeln unterschiedlicher Teile der ArbeiterInnenklasse praktisch gezeigt werden. Man findet sie versteckt unter Zerrbildern der Geschichte, reduziert in ihrer Bedeutung oder komplett vergessen. Dabei waren sie die Keim-Form eines vereinten Widerstands gegen die Herrschenden und den Kapitalismus, der in den USA so selten stattgefunden hat.

7.     Quellen

  1. Asbley, Karin, Bill Ayers, Bernardine Dohrn, John Jacobs, Jeff Jones, Gerry Long, Home Machtinger, Jim Mellen, Terry Robbins, Mark Rudd and Steve Tappis. 1969. You Don’t Need A Weatherman To Know Which Way The Wind Blows. New Left Notes Juni 1969. http://www.antiauthoritarian.net/sds_wuo/weather/weatherman_document.txt. 31.05.2012.
  2. Bailey, Geoff. 2003. The rise and fall of the SDS. http://www.isreview.org/issues/31/sds.shtml. 31.05.2012
  3. Brünn, Dieter (Hrsg.). 1986. Widerstand in der US Armee. Berlin: Harald Kater.
  4. Calvert, Greg. 1967. In White America: Liberal Conscience vs. Radical Consciousness. Rede an der Konferenz des SDS in Princeton Februar 1967.
  5. Cortright, David und Max Watts. 1991. Left Face. Soldiers Unions and Resistance Movement in Modern Armies. New York, Westport (Conneticut), London: Greenwood Press.
  6. Cortright, David. 1975. Soldiers in Revolt. The American Military Today. Garden City (New York): Anchor Press/Doubleday
  7. Finkel, David. 2004. Neil Chacker, 1942-2004. http://www.solidarity-us.org/node/1124. 31.05.2012.
  8. Foner, Philip S. 1989. U.S. Labor and the Vietnam War. New York: International Publishers Co., Inc.
  9. Franklin, H. Bruce. 2000. Vietnam and other American fantasies. Amherst: University of Massachusetts Press.
  10. Gimbel, Cynthia und Alan Booth. 1996. Who Fought in Vietnam? Social Forces Volume 74, Number 4 (Juni 1996), 1137-1157
  11. Hall, Mitchell K. 2004. The Vietnam Era Antiwar Movement. OAH Magazine of History October 2004: 13-17
  12. Hixson, Walter L. (Hrsg.). 2000. The Vietnam Antiwar Movement. New York, London: Garland Publishing, Inc.
  13. Jeff Sharlet and Vietnam GI. http://jeffsharlet-and-vietnamgi.com.yolasite.com/. 31.05.2012
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  15. Lewes, James. 2003. Underground GI Newspapers during the Vietnam War. Westport (Conneticut), London: Praeger Publishers.
  16. Michels, Peter M. 1974. Bericht über den politischen Widerstand in den USA. Frankfurt am Main: Suhrkamp Verlag.
  17. Michels, Peter M. 1972. Fuck the War. Dokumentarbericht über die amerikanische Anti-Kriegs-Bewegung + Public Relation für den Widerstand. Bad Homburg: Tsamas Verlag.
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  20. Neale, Jonathan. 2001 (Edition von 2005). The American War: Vietnam 1960-1975.¨London: Bookmarks Publications Ltd.
  21. O’Brien, James. 1974 The Anti-War Movement and the War. Radical America May-June 1974, Volume 8, Number 3, S. 53 – 86
  22. Rinaldi, Matthew. 1974. The Olive-Drab Rebels: Military Organizing during the Vietnam Era. Radical America May-June 1974, Volume 8, Number 3, 17-52
  23. Robbins, Mary Susannah. 1999. Against the Vietnam War. Writings by Activists. New York: Syracuse University Press.
  24. Small, Melvin. 2010. Bring the Boys Home Now! Antiwar Activism and Withdrawal from Vietnam—and Iraq. Diplomatic History 34:3 (June 2010): 543-554
  25. Students for A Democratic Society Discussion Bulletin. Frühling 1964. http://content.cdlib.org/view?docId=kt2870021w&brand=calisphere&doc.view=entire_text. 31.05.2012.
  26. Students for a Democratic Society Bulletin — Vol. 3, No. 1. September 1964. http://content.cdlib.org/view?docId=kt9n39p0jt&brand=calisphere&doc.view=entire_text. 31.05.2012.
  27. Students for a Democratic Society Bulletin — Vol. 3, No. 4. Januar 1965. http://content.cdlib.org/view?docId=kt0f59n4cm&brand=calisphere&doc.view=entire_text. 31.05.2012.
  28. The Bond Volume 5, Number 1 (20. Januar 1971)
  29. The Bond Volume 6 Number 2 (26. Februar 1972)
  30. The Bond Volume 7 Number 2 (April 1973)
  31. Vietnam GI September 1968, Stateside Edition.
  32. Watts, Max. 1989. US-Army – Europe. Von der Desertation zum Widerstand in der Kaserne oder wie die U-Bahn zur Rita fuhr. Berlin: Harald Kater.
  33. Williams, Jim. 1965. The New Left Today – Or Two Years of The “New Era”. Arbeitspapier für den SDS Kongress.
  34. Wiener, Jon. 1987. The Sixties and Popular Memory. Radical America Volume 21, Number 6 (November-Dezember 1987): 24-25
  35. Zeiger, David. 2005. Sir! No Sir!. Dokumentarfilm. USA: Balcony Releasing
  36. Zinn, Howard. 1980. GI opposition to the Vietnam War, 1965-1973. http://libcom.org/library/soldiers-opposition-to-vietnam-war-zinn. 31.05.2012.

[1] Beispielhaft kann hier Calverts Text „White America“ gelten, der die Umorientierung des SDS vom Ghetto-Aufbau durch das ERAP Projekt hin zu studentischer Organisation als der „neuen ArbeiterInnenklasse“ beschrieben werden, Calvert, Greg. 1967. In White America: Liberal Conscience vs. Radical Consciousness. Rede an der Konferenz des SDS in Princeton Februar 1967

[2] Hall, Mitchell K. 2004. The Vietnam Era Antiwar Movement. OAH Magazine of History October 2004: S. 14

[3] Moser, Richard. 1996. The New Winter Soldier. GI and Veteran Dissent During the Vietnam Era. New Brunswick: Rutgers University Press, S. 52-55

[4] Zeiger, David. 2005. Sir! No Sir!. Dokumentarfilm. USA: Balcony Releasing

[5] Born on the 4th of July bietet hier natürlich eine Ausnahme, ist allerdings auch sehr persönlich fokussiert und bespricht nur den Protest durch VeteranInnen – nicht den von aktiven GIs

[6] Lynd, Staughton in Robbins, Mary Susannah. 1999. Against the Vietnam War. Writings by Activists. New York: Syracuse University Press. S. 302

[7] O’Brien, James. 1974 The Anti-War Movement and the War. Radical America May-June 1974, Volume 8, Number 3, S. 59

[8] Dass dies bei der Mehrheit der Kriegs-GegnerInnen der Fall war, behauptet zumindest O’Brien, James. 1974 The Anti-War Movement and the War. Radical America May-June 1974, Volume 8, Number 3, S. 57

[9] Cortright, David. 1975. Soldiers in Revolt. The American Military Today. Garden City (New York): Anchor Press/Doubleday, S. 50

[10] Zeiger, David. 2005. Sir! No Sir!. Dokumentarfilm. USA: Balcony Releasing

[11] Moser, Richard. 1996. The New Winter Soldier. GI and Veteran Dissent During the Vietnam Era. New Brunswick: Rutgers University Press, S. 135

[12] Bailey, Geoff. 2003. The rise and fall of the SDS. http://www.isreview.org/issues/31/sds.shtml. 31.05.2012

[13] Foner, Philip S. 1989. U.S. Labor and the Vietnam War. New York: International Publishers Co., Inc. S. 104

[14] Moser, Richard. 1996. The New Winter Soldier. GI and Veteran Dissent During the Vietnam Era. New Brunswick: Rutgers University Press, S. 134

[15] Moser, Richard. 1996. The New Winter Soldier. GI and Veteran Dissent During the Vietnam Era. New Brunswick: Rutgers University Press, S. 134

[16] Franklin, H. Bruce. 2000. Vietnam and other American fantasies. Amherst: University of Massachusetts Press. S. 58

[17] Chomsky, Noam in Robbins, Mary Susannah. 1999. Against the Vietnam War. Writings by Activists. New York: Syracuse University Press.S. 76ff

[18]United Auto Workers

[19]Foner, Philip S. 1989. U.S. Labor and the Vietnam War. New York: International Publishers Co., Inc. S. 67

[20]Foner, Philip S. 1989. U.S. Labor and the Vietnam War. New York: International Publishers Co., Inc. S. 69

[21]Foner, Philip S. 1989. U.S. Labor and the Vietnam War. New York: International Publishers Co., Inc. S. 69

[22]Andrew Levinson, zitiert nach: Moser, Richard. 1996. The New Winter Soldier. GI and Veteran Dissent During the Vietnam Era. New Brunswick: Rutgers University Press. S. 135

[23] Foner, Philip S. 1989. U.S. Labor and the Vietnam War. New York: International Publishers Co., Inc. S. 72

[24]Foner, Philip S. 1989. U.S. Labor and the Vietnam War. New York: International Publishers Co., Inc. S. 74-75

[25] Foner, Philip S. 1989. U.S. Labor and the Vietnam War. New York: International Publishers Co., Inc. S. 75

[26]Foner, Philip S. 1989. U.S. Labor and the Vietnam War. New York: International Publishers Co., Inc. S. 76

[27] Michels, Peter M. 1974. Bericht über den politischen Widerstand in den USA. Frankfurt am Main: Suhrkamp Verlag. S. 14

[28]Lewes, James. 2003. Protest and Survive. Underground GI Newspapers during the Vietnam War. Westport (Conneticut), London: Praeger Publishers. S. 142

[29]Cortright, David. In Robbins, Mary Susannah. 1999. Against the Vietnam War. Writings by Activists. New York: Syracuse University Press. S.229

[30]Cortright, David. In Robbins, Mary Susannah. 1999. Against the Vietnam War. Writings by Activists. New York: Syracuse University Press. S.228

[31]Darauf weist Greg Calvert zu Recht hin. Calvert, Greg. 1967. In White America: Liberal Conscience vs. Radical Consciousness. Rede an der Konferenz des SDS in Princeton Februar 1967

[32] Zinn zitiert einen Soldaten der am My Lai Massaker teilnahm in: Robbins, Mary Susannah. 1999. Against the Vietnam War. Writings by Activists. New York: Syracuse University Press. S. 15

[33] Michels, Peter M. 1972. Fuck the War. Dokumentarbericht über die amerikanische Anti-Kriegs-Bewegung + Public Relation für den Widerstand. Bad Homburg: Tsamas Verlag. S. 14

[34] S. Quellenverzeichnis

[35] Michels, Peter M. 1972. Fuck the War. Dokumentarbericht über die amerikanische Anti-Kriegs-Bewegung + Public Relation für den Widerstand. Bad Homburg: Tsamas Verlag. S. 13

[36] Malecki, Robert in Robbins, Mary Susannah. 1999. Against the Vietnam War. Writings by Activists. New York: Syracuse University Press. S.41-54

[37] John Huyler in Zeiger, David. 2005. Sir! No Sir!. Dokumentarfilm. USA: Balcony Releasing.

[38] Neale, Jonathan. 2001 (Edition von 2005). The American War: Vietnam 1960-1975.¨London: Bookmarks Publications Ltd. S. 122ff

[39] Radical America Vol. 8 No. 3, S. 21

[42] Exemplarisch zu sehen ist dies in Zeiger, David. 2005. Sir! No Sir!. Dokumentarfilm. USA: Balcony Releasing.

[43] Rinaldi, Matthew. 1974. The Olive-Drab Rebels: Military Organizing during the Vietnam Era. Radical America May-June 1974, Volume 8, Number 3, S. 36

[44] Rinaldi, Matthew. 1974. The Olive-Drab Rebels: Military Organizing during the Vietnam Era. Radical America May-June 1974, Volume 8, Number 3, S. 36

[45] Rinaldi, Matthew. 1974. The Olive-Drab Rebels: Military Organizing during the Vietnam Era. Radical America May-June 1974, Volume 8, Number 3, S. 36

[46] Der Versuch diesen Widerstand zu vertuschen, greift auch … an: „We need to challenge the rewriting of our history which has been going on since the decade ended. We need to reassert that the sixties constituted an explosion of democracy, a popular challenge to established authority in the state, the university, and the family, a renewal that, in its sweep and intensity beside the era of Andrew Jackson and the New Deal (Radical America, S. 25)

[47] Das Dokument der Weathermen ist davon die radikale Spitze. Aber auch in Kim Moodys Text zur Organisierung armer Weißer wird die Vorstellung, dass nur die Unterdrücktesten gewonnen werden könnten, themaisiert: Moody, Kim. Ohne Datum, vermutlich 1964 oder 1965. Organizing Poor Whites. http://www.antiauthoritarian.net/sds_wuo/erap_organizing_poor/. 31.05.2012.

[48] Michels, Peter M. 1974. Bericht über den politischen Widerstand in den USA. Frankfurt am Main: Suhrkamp Verlag. S. 15

[49] Insbesondere da die Linke ja gerade aus der Bürgerrechtsbewegung kam. Dies ist auch ein Grund, warum die Neue Linke sich so schwer mit dem weißen Amerika tat.

[50] Während diejenigen, die sich akademisch orientierten, heute die Geschichte machen und den Blick auf diesen Teil der Geschichte vergessen.

[51] Zwar wurden diese Worte 1976 geschrieben, allerdings kann man auch in der heutigen Linken noch sehen wie von Kräften, die 1968 dazu stießen, gezehrt wird. Die Aussage gilt daher mit Abstrichen auch heute. Rinaldi, Matthew. 1974. The Olive-Drab Rebels: Military Organizing during the Vietnam Era. Radical America May-June 1974, Volume 8, Number 3, S. 36

[52] Rinaldi, Matthew. 1974. The Olive-Drab Rebels: Military Organizing during the Vietnam Era. Radical America May-June 1974, Volume 8, Number 3, S. 29ff

[53] Dies ist zentraler Teil der Analyse des CIA über den Widerstand. Von Charles DeBenedetti in Hixson, Walter L. (Hrsg.). 2000. The Vietnam Antiwar Movement. New York, London: Garland Publishing, Inc.. S. 119

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